Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die häufigsten Fragen zum Umzug nach und Leben in Österreich als Menschen.
Das hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit ab. EU/EWR- und Schweizer Bürger können sich frei niederlassen und müssen ihren Wohnsitz erst nach 3 Monaten anmelden. Drittstaatsangehörige benötigen in der Regel einen Aufenthaltstitel vor der Einreise. Die häufigsten Optionen sind die Rot-Weiß-Rot-Karte (für Fachkräfte), die EU Blue Card (für hochqualifizierte Beschäftigte) und Aufenthaltstitel zur Familienzusammenführung. Sie sollten den Antrag bei der österreichischen Botschaft oder dem Konsulat in Ihrem Heimatland stellen.
Österreich hat ein universelles öffentliches Gesundheitssystem, das über Sozialversicherungsbeiträge finanziert wird. Wenn Sie eine Beschäftigung aufnehmen, werden Sie automatisch bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) angemeldet und erhalten eine E-Card, die Ihnen Zugang zu Vertragsärzten und öffentlichen Krankenhäusern verschafft. Ihr Arbeitgeber und Sie zahlen jeweils rund 50 % der Sozialversicherungsbeiträge (vom Gehalt abgezogen). Selbständige sind über die SVS versichert. Das System deckt Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, Rezepte (mit einer kleinen Zuzahlung) und die Mutterschaftsvorsorge ab. Viele Einwohner schließen zusätzlich eine private Zusatzversicherung ab, für schnelleren Zugang zu Fachärzten und private Krankenzimmer.
Sie benötigen einen gültigen Reisepass oder EU-Personalausweis, einen Adressnachweis in Österreich (Meldezettel) und in manchen Fällen einen Beschäftigungsnachweis oder Aufenthaltstitel. Zu den großen Banken zählen Erste Bank, Raiffeisen, Bank Austria (UniCredit) und BAWAG. Viele Menschen nutzen neben einem klassischen österreichischen Konto auch Online-Banken wie N26 oder Revolut. Bankgebühren sind in Österreich üblich, vergleichen Sie die Kontopakete daher sorgfältig. Die meisten Banken bieten in Wien englischsprachige Beratung, außerhalb der großen Städte kann jedoch Deutsch erforderlich sein.
Der Meldezettel ist Ihr offizielles Dokument zur Wohnsitzanmeldung und wohl das wichtigste Blatt Papier für jeden neuen Einwohner. Sie sind gesetzlich verpflichtet, Ihren Wohnsitz innerhalb von 3 Tagen nach dem Einzug in Ihre Unterkunft beim örtlichen Meldeamt (oder Magistratischen Bezirksamt) anzumelden. Sie benötigen ein ausgefülltes Meldezettel-Formular (unterschrieben von Ihnen und Ihrem Vermieter) sowie Ihren Reisepass. Dieses Dokument ist für fast alles erforderlich: Kontoeröffnung, Anmeldung zur Krankenversicherung, Handyvertrag, Kfz-Anmeldung und mehr.
Österreich hat ein progressives Einkommensteuersystem mit Sätzen von 0 % bis 55 %. Jahreseinkommen bis EUR 12.816 ist steuerfrei. Einkommen zwischen EUR 12.816 und EUR 20.818 wird mit 20 % besteuert, danach 30 % bis EUR 34.513, 40 % bis EUR 66.612, 48 % bis EUR 99.266, 50 % bis EUR 1.000.000 und 55 % darüber. Zusätzlich zur Einkommensteuer zahlen Beschäftigte Sozialversicherungsbeiträge von rund 18 % des Bruttogehalts (bis zu einer Höchstbeitragsgrundlage). In Österreich erhalten Sie 14 Gehaltszahlungen pro Jahr, wobei das 13. und 14. Gehalt (Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld) pauschal mit 6 % besteuert wird, ein erheblicher Steuervorteil.
Die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich stark je nach Stadt. Wien ist am teuersten, gefolgt von Salzburg, Innsbruck und Graz. Für eine Einzelperson in Wien rechnen Sie mit rund EUR 900 bis 1.400 pro Monat für Miete (je nach Bezirk und Wohnungsgröße), EUR 200 bis 400 für Lebensmittel, EUR 50 bis 60 für eine Monatskarte für den öffentlichen Verkehr (die Wiener Linien Jahreskarte kostet EUR 461 pro Jahr regulär oder EUR 294 pro Jahr für unter 26-Jährige) und EUR 50 bis 100 für Betriebskosten. Insgesamt ist Wien in der Regel günstiger als vergleichbare Städte wie München, Zürich oder Amsterdam und bietet dabei eine sehr hohe Lebensqualität.
Für den Alltag in Wien und anderen großen Städten kommen Sie in vielen Situationen mit Englisch aus, besonders in internationalen Unternehmen und im Tourismus. Der Umgang mit Behörden (Magistrat, Finanzamt), Vermietern und offiziellem Papierkram erfordert jedoch fast immer Deutsch. Für die Rot-Weiß-Rot-Karte und den Daueraufenthalt müssen Sie Deutschkenntnisse nachweisen (A1-Niveau für den ersten Titel, A2 für die Verlängerung, B1 für den Daueraufenthalt). Wir empfehlen dringend, mit dem Deutschkurs vor oder unmittelbar nach der Ankunft zu beginnen. Beliebte Optionen sind das Goethe-Institut, Berlitz und die Kurse der örtlichen Volkshochschule (VHS).
Österreich hat einen ausgezeichneten öffentlichen Verkehr. Wien verfügt über eines der besten Netze Europas mit U-Bahn, Straßenbahnen und Bussen in dichtem Takt. Die Jahreskarte kostet EUR 461 pro Jahr (regulär) oder EUR 294 pro Jahr (unter 26, Senioren ab 65, Spezial). Für Reisen zwischen Städten verbindet die ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) alle großen Städte mit modernen Zügen. Das KlimaTicket (ab rund EUR 1.095 pro Jahr) ermöglicht unbegrenzte Fahrten auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln im ganzen Land. Auch Städte wie Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck verfügen über gut ausgebaute lokale Verkehrsnetze.
EU/EWR-Führerscheine sind in Österreich unbefristet gültig. Wenn Sie einen Führerschein aus einem anderen Land besitzen, können Sie ihn in der Regel 6 Monate nach Begründung Ihres Wohnsitzes nutzen. Danach müssen Sie ihn gegen einen österreichischen Führerschein umtauschen. Manche Länder haben Umtauschabkommen mit Österreich (darunter die USA für bestimmte Bundesstaaten, Kanada, Japan, Südkorea und andere), die einen direkten Umtausch erlauben. Für Länder ohne Abkommen müssen Sie unter Umständen die gesamte Fahrprüfung erneut ablegen. Die österreichische Fahrprüfung wird auf Deutsch abgehalten und umfasst einen Theorie- und einen Praxisteil.
Die Arbeitnehmerveranlagung ist die jährliche Einkommensteuererklärung (auch Steuerausgleich genannt) für Beschäftigte in Österreich. Während Ihr Arbeitgeber die Einkommensteuer monatlich über die Lohnsteuer einbehält, ermöglicht die Jahreserklärung, Abzüge geltend zu machen und möglicherweise eine Rückzahlung zu erhalten. Häufig absetzbare Ausgaben sind die Pendlerpauschale, Kosten für berufliche Weiterbildung, Kinderbetreuungskosten, Spenden (an begünstigte Organisationen) und die Kirchensteuer. Sie können sie über FinanzOnline (das österreichische Online-Steuerportal) bis zu 5 Jahre rückwirkend einreichen. Viele Menschen sind von der Rückzahlung positiv überrascht, es lohnt sich also, sie einzureichen, auch wenn sie nicht verpflichtend ist.
Die wichtigsten Plattformen für Mietwohnungen sind willhaben.at, ImmobilienScout24.at und der Immobilienteil von derstandard.at. In Wien sollten Sie auch den Gemeindebau (Gemeindewohnungen) und Genossenschaftswohnungen prüfen, diese haben allerdings oft lange Wartelisten. Beim Mieten rechnen Sie mit einer Kaution von 1 bis 3 Monatsmieten und häufig einer Provision von bis zu 2 Monatsmieten plus Umsatzsteuer, wobei jüngere Gesetzesänderungen die Maklerprovision in vielen Fällen auf den Vermieter verlagert haben. Das österreichische Mietrecht schützt Mieter stark, machen Sie sich daher mit dem Mietrechtsgesetz (MRG) vertraut.
Zu den wichtigsten Dokumenten zählen: Ihr Reisepass (mindestens 6 Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültig), Geburtsurkunde (apostilliert), Heiratsurkunde falls zutreffend (apostilliert), Studienabschlüsse und berufliche Qualifikationen (apostilliert und idealerweise von einem beeideten Übersetzer übersetzt), Arbeitsvertrag oder Jobangebot, Nachweis der Krankenversicherung, biometrische Passfotos sowie vorhandene Visa- oder Aufenthaltsdokumente. Beglaubigte deutsche Übersetzungen wichtiger Dokumente sparen Ihnen Zeit. Wir empfehlen, vor der Abreise mehrere notariell beglaubigte Kopien anzufertigen.
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