Haushaltsversicherung in Österreich (2026)

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Mieter
Die Haushaltsversicherung kostet für eine 90-m²-Mietwohnung €122 bis €236 pro Jahr mit Selbstbehalt bis €200, ohne Selbstbehalt €155 bis €295 (AK Oberösterreich, November 2025). Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht. Sie deckt den Hausrat gegen Feuer, Sturm, Leitungswasser und Einbruch, und fast jeder Tarif enthält die Privathaftpflicht. Eine eigene Haftpflichtpolizze zahlt dasselbe Risiko daher meist doppelt.
Vertrag und Grenzen
Verbraucher können zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich kündigen (§ 8 Abs. 3 VersVG), auch bei 10 Jahren Laufzeit. Der Versicherer darf aber einen Teil des Laufzeitrabatts zurückverlangen. Von einem Neuabschluss treten Sie binnen 14 Tagen zurück. Hochwasser, Rückstau und Hunde liegen außerhalb der Standarddeckung, grobe Fahrlässigkeit zahlen nur Tarife, die sie einschließen.
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Alle drei decken die üblichen Gefahren und bündeln die Privathaftpflicht, sodass eine einzige Polizze sowohl Ihren Hausrat als auch Ihr Risiko gegenüber Ansprüchen Dritter schützt. Die Preise stammen aus dem Vergleich der AK Oberösterreich mit 14 Tarifen, Stand November 2025: eine 90-m²-Mietwohnung im Bezirk Linz-Land, mit Selbstbehalt bis €200 (HDI €150, Uniqa €100). Jeder Tarif musste €1,5 Mio. Haftpflicht mit weltweiter Deckung, Mietsachschäden, grobe Fahrlässigkeit zu 100 % und den Unterversicherungsverzicht enthalten. Eine kleinere Wohnung kostet weniger.
Weitere österreichische Versicherer mit Haushaltsversicherung sind MUKI, ERGO, VAV, Zürich, Donau, Allianz und Generali. Vergleichen Sie die Versicherungssumme, den Selbstbehalt und die gebündelte Haftpflichtsumme auf einem Vergleichsportal wie durchblicker.at, bevor Sie abschließen.
Ist die Haushaltsversicherung in Österreich verpflichtend?
Nein. Kein Gesetz schreibt eine Haushaltsversicherung vor (AK Oberösterreich). Manche Mietverträge verlangen sie trotzdem, der OGH hat solche vorformulierten Klauseln aber gekippt. In 9 Ob 4/23p (Jänner 2024) wertete er eine Klausel, die Mieter zum Abschluss einer Haushaltsversicherung auf eigene Kosten verpflichtet, als gröblich benachteiligend nach § 879 Abs. 3 ABGB. Sie nimmt dem Mieter die Wahl, sich zu versichern oder das Risiko selbst zu tragen.
In 2 Ob 36/23t (März 2023) ließ der OGH eine Entscheidung gegen eine Klausel bestehen, die Mieter zum Eintritt in eine bestehende Polizze zwang. Beides waren Unterlassungsklagen gegen vorformulierte Verbraucher-Mietverträge. Über eine einzeln ausgehandelte Klausel ist damit nichts entschieden. Lassen Sie Ihre Formulierung von der Mietervereinigung oder der AK prüfen, bevor Sie sich darauf verlassen; was beides kostet, zeigt Mietervereinigung und Rechtsschutz im Vergleich. Ob die Klausel Sie bindet und ob die Deckung nützt, sind zwei verschiedene Fragen: Die Arbeiterkammer empfiehlt die Polizze trotzdem, vor allem wegen der enthaltenen Privathaftpflicht.
Österreich kennt keine eigene Mieterversicherung wie Großbritannien oder die USA. Wer danach sucht, braucht die Haushaltsversicherung: Hausratschutz, fast immer gebündelt mit der Privathaftpflicht. Für Vermieter zählt das Paket, weil die Privathaftpflicht allein Schäden am Eigentum des Vermieters in der Wohnung nicht vollständig deckt; prüfen Sie daher die Mietsachschäden-Klausel vor der Unterschrift. Eigentümer brauchen zusätzlich eine Eigenheimversicherung, die eine Bank beim Hypothekarkredit verpflichtend macht; sie kostet rund €300 bis €800 im Jahr für ein Haus mit etwa 150 m², und eine Polizze zum gleitenden Neuwert schützt vor Unterversicherung.
Entscheidend ist die gebündelte Haftpflicht. Nach österreichischem Zivilrecht haften Sie persönlich für Schäden, die Sie anderen zufügen, und ein geplatztes Rohr, das die Wohnung darunter überflutet, kann zehntausende Euro kosten. Zur eigenständigen Privathaftpflicht ohne Hausrat siehe unseren Ratgeber zur Haftpflichtversicherung. Beim Einzug in eine neue Wohnung ist die Haushaltspolizze meist die erste Versicherung, die Sie regeln, wie unser Ratgeber zum Einrichten des Zuhauses zeigt.
Prüfen Sie den Mietvertrag vor der Unterschrift
Manche Mietverträge enthalten eine Klausel, die vom Mieter eine Haushaltsversicherung und einen Nachweis verlangt. Versicherer stellen diese Bestätigung auf Anfrage kostenlos aus, und Sie können die Polizze am selben Tag abschließen, an dem Sie den Vertrag unterschreiben. Die Aufsichtsbehörde, die FMA, beaufsichtigt jeden österreichischen Versicherer unter fma.gv.at.
Was deckt die Haushaltsversicherung in Österreich ab?
Meist gedeckt
- ✓ Feuer-, Rauch- und Blitzschäden
- ✓ Einbruch und Diebstahl des Hausrats
- ✓ Wasserschäden (geplatzte Rohre, Lecks)
- ✓ Sturm- und Hagelschäden
- ✓ Gebündelte Privathaftpflicht
- ✓ Glasbruch (oft als Zusatzbaustein)
Meist NICHT gedeckt
- • Das Gebäude selbst (Eigentümer brauchen Eigenheimversicherung)
- • Hochwasser und Erdbeben (erweiterter Katastrophenbaustein)
- • Abnutzung, Verschleiß und allmähliche Schäden
- • Vorsätzlich verursachte Schäden
- • Das Auto (separate Kfz-Versicherung)
- • Betriebsausstattung und Warenbestand
Die Haushaltsversicherung ist eigentlich zwei Produkte in einem. Die Hausratdeckung zahlt die Reparatur oder den Ersatz Ihrer Sachen nach Feuer, Wasser, Einbruch oder Sturm, und die gebündelte Privathaftpflicht zahlt für Schäden, die Sie anderen Personen und deren Eigentum zufügen. Mieter brauchen den Hausrat-Teil; das Gebäude selbst ist das Risiko des Vermieters.
Achten Sie auf zwei Grenzen. Hochwasser und Erdbeben sind meist ausgeschlossen, sofern Sie nicht den erweiterten Naturkatastrophenschutz hinzunehmen, und die Versicherungssumme muss dem realen Wert Ihres Hausrats entsprechen, sonst kann eine große Schadenszahlung wegen Unterversicherung gekürzt werden. Eigentümer eines Hauses brauchen zusätzlich eine eigene Eigenheimversicherung für die Bausubstanz.
Die Grenzen unterscheiden sich je Stufe deutlich. UNIQA Haushalt Optimal etwa versichert Hausrat bis €600.000 mit einer Privathaftpflicht von €5 Mio. (€10 Mio. in Optimal Plus) und deckt seit 2026 Brandschäden durch einen E-Bike-Akku bis €15.000. Das Diebstahl-Limit von €5.000 ist bei wertvollem Hausrat niedrig, prüfen Sie also die Sublimits, nicht nur die Gesamtsumme.
Brauchen Sie zusätzlich eine eigene Haftpflichtversicherung?
Meist nicht. Fast jede Haushaltsversicherung enthält bereits die Privathaftpflicht, eine zweite Polizze zahlt also dasselbe Risiko doppelt. Für dieses Profil lohnt sich eine eigene Deckung nur ohne Hausratpolizze. Hund, Betrieb oder E-Moped brauchen in jedem Fall eine eigene Deckung. Die einzelnen Fälle stehen in unserem Ratgeber zur Haftpflichtversicherung.
Deckt sie Hundehaftpflicht und Haushaltsmitglieder ab?
Größtenteils ja. Die gebündelte Privathaftpflicht der Haushaltsversicherung deckt die im Haushalt lebenden Familienmitglieder ab, also Ihren Ehepartner oder Partner und Ihre Kinder. Nicht verwandte Mitbewohner sind meist nicht mitversichert und brauchen unter Umständen eine eigene Ergänzung oder Polizze. Prüfen Sie die Definition des versicherten Haushalts in den Bedingungen.
Die gebündelte Haftpflicht deckt Katzen und andere Kleintiere, einen Hund aber nicht automatisch. Die Wiener Städtische führt Schäden aus der Hundehaltung im Produktinformationsblatt (Oktober 2025) unter "nicht versichert" und bietet die Hundedeckung als bezahlten Zusatz zur selben Polizze an, ebenso die UNIQA. Nur dieser Zusatz oder eine eigene Polizze erfüllt die verpflichtende Hundehaftpflicht. Suchen Sie in der Polizze nach dem Wort "Hund". Listenhunde und ein zweiter Hund müssen jeweils gemeldet werden. Zu den Regeln der Bundesländer, den Mindestsummen und den eigenständigen Optionen siehe unseren Ratgeber zur Hundehaftpflicht.
Ziel: mindestens €1,5 Mio. Haftpflicht
Die Arbeiterkammer setzt eine gebündelte Haftpflichtsumme von €1,5 Mio. mit weltweiter Gültigkeit als Mindestdeckung in ihrem Preisvergleich an, und der österreichische Marktstandard für den Haftpflichtteil liegt bei €1,5 bis €5 Mio. pauschal, weltweit gültig. Mehrere Versicherer gehen weit darüber hinaus: Wiener Städtische nennt €15 Mio., Allianz bietet bis €15 Mio. und Uniqa €5 Mio. in Optimal und €10 Mio. in Optimal plus. Generali liegt mit rund €2,25 Mio. niedriger.
Die Lücke sind Kinder unter 7
Kinder unter 7 gelten in Österreich als deliktunfähig. Streng genommen haftet also niemand für den Schaden, den sie anrichten, und der Versicherer schuldet nichts. Gute Tarife zahlen trotzdem über die Klausel "deliktunfähige Kinder", Billigtarife lassen sie weg. Wer kleine Kinder hat, sollte auf diese eine Klausel mehr achten als auf Millionen an Deckungssumme.
Was zahlt die Haushaltsversicherung nicht?
Drei Ausschlüsse überraschen Menschen, die sich gedeckt glaubten. Wasser, das hochkommt statt aus einem Rohr auszutreten, ist kein Leitungswasserschaden. Hochwasser ist auf ein Sublimit gedeckelt, das kaum jemand liest. Und ein gestohlenes Fahrrad ist oft schon durch die Uhrzeit des Diebstahls ausgeschlossen. Versteckt ist davon nichts, es steht in den Bedingungen, also genau dort, wo niemand nachsieht.
Rückstau ist kein Leitungswasser
Die Standarddeckung Leitungswasser zahlt für Wasser, das aus Ihren Rohren austritt. Rückstau aus dem Kanal und eindringendes Regenwasser durch Fenster oder Dach sind kein Leitungswasser und davon nicht gedeckt. Sie fallen unter den Elementarbaustein, der bei fast jedem österreichischen Versicherer optional ist. Der überflutete Keller nach Starkregen ist der klassische Fall, in dem beides verwechselt wird.
Das Hochwasser-Sublimit liegt bei €3.000 bis €10.000
Auch mit Elementarbaustein gilt für Hochwasser, Vermurung und Erdbeben ein österreichisches Standard-Sublimit von €3.000 bis €10.000, nicht die volle Versicherungssumme. Eine Erweiterung auf €20.000 bis €40.000 ist gegen Zuschlag erhältlich und ist der eine Baustein, der sich bei Keller oder Gewässernähe wirklich rechnet. Ein überfluteter Keller kostet regelmäßig über €30.000, davon ist das Standard-Sublimit weit entfernt.
Prüfen Sie die Adresse vorher auf HORA
HORA, die Naturgefahren-Übersicht des Bundes unter hora.gv.at, ist gratis und werbefrei, und die Versicherer kalkulieren danach. In einer ausgewiesenen Risikozone wird die Erweiterung gedeckelt, mit Zuschlag versehen oder ganz abgelehnt, und nach einem Hochwasserschaden erweitern Versicherer häufig gar nicht mehr. Prüfen Sie die Adresse vor Mietvertrag oder Kauf, nicht danach.
Die Nachtklausel beim Fahrrad
Klassische österreichische Bedingungen schließen Fahrraddiebstahl zwischen 22:00 und 06:00 aus, sofern das Rad nicht in einem versperrten Raum stand, und zahlen den Zeitwert statt der Wiederbeschaffung. Moderne Tarife streichen die Nachtklausel, Sie müssen nur wissen, welchen Sie abgeschlossen haben. Für ein E-Bike um €4.500 zahlt eine eigene Polizze um €10 bis €35 pro Monat den Neuwert ohne Nachtklausel und schlägt den Hausrat-Baustein um €10 bis €30 pro Jahr genau dann, wenn es darauf ankommt.
Eine weitere Falle hat mit Gefahren gar nichts zu tun. Wer eine frei gewählte Summe statt der Quadratmeter-Pauschale versichert und zu niedrig ansetzt, bekommt einen großen Schaden quotal gekürzt. Moderne Tarife verzichten bei der Pauschale auf den Unterversicherungsabzug, bei freier Summe müssen Sie den Unterversicherungsverzicht gesondert vereinbaren.
Zahlt die Haushaltsversicherung bei grober Fahrlässigkeit?
Nur wenn der Tarif sie einschließt. Ohne diese Deckung zahlt der Versicherer nichts, wenn Sie etwa Fett am Herd erhitzen, die Wohnung verlassen und sich am Rückweg verplaudern, ein Fall, den der OGH als grob fahrlässig gewertet hat. Laut Arbeiterkammer bieten fast alle Versicherer dafür inzwischen 100 % Deckung, zumindest in den Top-Tarifen, einige wenige begrenzen die Leistung. Die Wiener Städtische nennt im allgemeinen Produktblatt (Oktober 2025) keine Leistung bei grober Fahrlässigkeit, fragen Sie also nach, was Ihr Tarif vorsieht.
Warum steigt die Prämie jedes Jahr?
Wegen der Wertanpassung. Versicherungssumme und Prämie ändern sich jedes Jahr, bei der Haushaltsversicherung laut Arbeiterkammer zumeist mit dem Verbraucherpreisindex (VPI). Sie können die Anpassung kündigen, der Versicherer kann dann aber Unterversicherung einwenden, die AK rät daher ab. Die Oberösterreichische knüpft den Unterversicherungsverzicht an eine aufrechte Wertanpassung. Sublimits bleiben gleich, ihr realer Wert sinkt also.
Unsere Rechnung: Eine Prämie, die genau dem VPI folgt, wäre von 2022 bis 2025 von €200 auf rund €250 gestiegen (VPI 8,6 %, 7,8 %, 2,9 %, 3,6 %, Statistik Austria). Das ist eine aufgezinste Beispielrechnung, keine tatsächliche Erhöhung eines Versicherers.
Wie viel kostet die Haushaltsversicherung?
| Anbieter | Ca. monatlich | Jährlich | Gebündelte Haftpflicht | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| HDI Top-Heimvorteil | ~€10,20 | €122,07 | Enthalten (Summe prüfen) | Günstigste mit Selbstbehalt |
| MUKI Premium | ~€10,30 | €123,95 | Enthalten (Summe prüfen) | Budget-Alternative |
| ERGO Plus | ~€12,60 | €151,13 | Enthalten (Summe prüfen) | Mittelklasse-Wahl |
| Uniqa Optimal | ~€16,50 | €198,16 | Bis €10 Mio. | Größter Versicherer, Filialen |
| Allianz Max | ~€17,00 | €204,31 | Bis €15 Mio. | Gestufte Haftpflichtlimits |
| Wiener Städtische Extra | ~€19,70 | €236,32 | €15 Mio. | Höchste Haftpflichtdeckung |
Im Test der AK Oberösterreich vom November 2025 war der günstigste Tarif mit Selbstbehalt HDI Top-Heimvorteil mit €122,07 pro Jahr und der teuerste Wiener Städtische Extra mit €236,32 pro Jahr, jeweils auf einer 90 Quadratmeter großen Mietwohnung, mit €150 und €200 Selbstbehalt. Eine kleinere Wohnung mit 40 bis 70 Quadratmetern kostet weniger, ab rund €6 pro Monat laut durchblicker.
Rechnen Sie denselben Test ohne Selbstbehalt, verschiebt sich die ganze Bandbreite nach oben, auf €155 bis €295 pro Jahr für vergleichbare Standarddeckung auf derselben 90-Quadratmeter-Wohnung. Das ist die klarste Auskunft darüber, was der Selbstbehalt wert ist: Der Abstand zwischen beiden Bandbreiten ist genau das, was Sie kaufen, wenn Sie einen akzeptieren. Marktweit senkt ein Selbstbehalt von €300 die Prämie um rund 15 bis 25 Prozent. Zwischen günstigstem und teuerstem Versicherer liegt bei gleicher Deckung der Faktor 1,9, das ist weit mehr, als der Wechsel des Vertriebswegs bringt.
Vier Faktoren bewegen die Prämie. Die Wohnungsgröße in Quadratmetern ist der wichtigste Faktor, dann die Versicherungssumme des Hausrats, Ihr Standort und Ihre Postleitzahl und der Selbstbehalt. Zusatzbausteine wie Glasbruch, erweiterter Naturkatastrophenschutz und eine höhere Deckungssumme erhöhen den Preis. Maklerangebote für dasselbe Profil ohne Selbstbehalt lagen im Juli 2026 bei €12 bis €37 pro Monat für eine 90-Quadratmeter-Wohnung, also in derselben Größenordnung aus anderer Richtung.
Angebote einholen, dann den AK-Test prüfen
Holen Sie Angebote auf dem kommerziellen Vergleichsportal durchblicker.at ein, das über Provisionen finanziert und damit nicht werbefrei ist, und prüfen Sie die Preistests der Arbeiterkammer, bevor Sie abschließen. Die AK-Tests sind werbefrei und zeigen das echte Ranking, nicht das Marketing-Ranking. Kein österreichischer Versicherer veröffentlicht seine durchschnittliche Regulierungsdauer, und weder die VVO-Beschwerdestelle noch die kostenlose Versicherungsbeschwerdestelle des Ministeriums (§ 33 VAG) veröffentlicht Ergebnisse je Versicherer. Eine belastbare Tabelle "wer zahlt am schnellsten" gibt es also nicht. Vergleichbar sind Preis und Bedingungswerk.
Lohnt sich ein Selbstbehalt?
| Tarif | Ohne Selbstbehalt | Mit Selbstbehalt | Selbstbehalt | Ersparnis pro Jahr | Jahre für einen Schaden |
|---|---|---|---|---|---|
| Uniqa Optimal | €263,49 | €198,16 | €100 | €65,33 | 1,5 |
| Zürich Medium | €219,55 | €186,62 | €100 | €32,93 | 3,0 |
| Oberösterreichische Daheim Premium | €246,40 | €197,12 | €150 | €49,28 | 3,0 |
| Allianz Max | €269,66 | €204,31 | €200 | €65,35 | 3,1 |
| Generali Premiumschutz | €288,56 | €225,09 | €200 | €63,47 | 3,2 |
| Wiener Städtische Extra | €295,40 | €236,32 | €200 | €59,08 | 3,4 |
| HDI Top-Heimvorteil | €162,75 | €122,07 | €150 | €40,68 | 3,7 |
| Donau Plus | €241,54 | €193,24 | €200 | €48,30 | 4,1 |
| Helvetia exklusiv | €237,76 | €190,21 | €200 | €47,55 | 4,2 |
| Merkur Optimum | €195,74 | €156,59 | €200 | €39,15 | 5,1 |
| ERGO Plus | €177,76 | €151,13 | €150 | €26,63 | 5,6 |
| MUKI Premium (inkl. Frühjahrsbonus) | €154,94 | €123,95 | €200 | €30,99 | 6,5 |
| VAV Exklusiv | €201,68 | €186,55 | €100 | €15,13 | 6,6 |
Bei 90 m² spart der Selbstbehalt €15 bis €65 pro Jahr, ein Schaden ist also in 1,5 bis 6,6 Jahren hereingespielt. Für dieses Profil rechnet er sich, wenn Sie seltener einen Schaden erwarten. Uniqa spielt ihn am schnellsten herein. Ohne Selbstbehalt ist MUKI mit €154,94 am günstigsten, mit Selbstbehalt HDI mit €122,07.
Wie lange bindet der Vertrag, und wie kündigen Sie?
Drei Jahre, nicht länger. Nach § 8 Abs. 3 VersVG können Sie zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich kündigen, mit einem Monat Frist. Eine lange Laufzeit, laut Arbeiterkammer oft 10 Jahre, bindet Verbraucher nicht über das dritte Jahr hinaus. Teuer kann es trotzdem werden. Für eine lange Laufzeit gibt es meist rund 20 % Rabatt, und nach § 8 Abs. 3 darf der Versicherer ihn zurückverlangen. Die Summe muss mit längerer Laufzeit sinken, sagt die Arbeiterkammer. Der OGH hat Rückforderungsklauseln von Generali, Merkur, Donau und Allianz gekippt, in einem Allianz-Fall ging es um rund €577. Lassen Sie jede Forderung von der AK prüfen, bevor Sie zahlen (AK Oberösterreich, Mai 2026). Fragen Sie vor einem Wechsel den neuen Versicherer, ob er den Rabatt übernimmt. Ein Vertrag, der sich stillschweigend verlängert, verlängert sich jeweils um ein Jahr und ist einen Monat vor Ablauf kündbar (§ 8 Abs. 2 VersVG).
Drei weitere Ausstiege kommen dazu. Von einem Neuabschluss können Sie binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurücktreten. Die Frist beginnt erst, wenn Polizze, Bedingungen, Prämienangaben und Rücktrittsbelehrung bei Ihnen sind (§ 5c VersVG, Verträge ab 1. Jänner 2019). Nach Anerkennung oder Ablehnung einer Entschädigung kann jede Seite binnen einem Monat kündigen. Und haben Sie eine zweite Polizze ohne Kenntnis der ersten abgeschlossen, können Sie nach § 60 VersVG verlangen, dass der spätere Vertrag aufgehoben oder herabgesetzt wird. Das wirkt zum Ende der laufenden Versicherungsperiode, die Prämie dieser Periode ist also meist verloren.
Umzug: Die Polizze übersiedelt mit, oder Sie kündigen
Bei einem Umzug innerhalb Österreichs übersiedelt die Polizze mit, statt zu erlöschen, und in der Übergangszeit sind in der Regel beide Wohnungen für einen definierten Zeitraum gedeckt. Melden Sie dem Versicherer umgehend die neue Adresse und die neuen Quadratmeter: Die Versicherungssumme wird pro Quadratmeter gerechnet, eine größere Wohnung mit der alten Summe ist ab dem ersten Tag unterversichert.
Sie können auch aussteigen. Die üblichen Bedingungen sehen ein Kündigungsrecht beim Wohnungswechsel vor. Die Kündigung muss meist vor Beginn des Umzugs erfolgen und wirkt auf den Tag davor (Arbeiterkammer, mit Musterbrief). Bei einem langfristigen Vertrag kann der Versicherer dann einen Teil des Laufzeitrabatts zurückverlangen.
Was garantiert Ihnen das Gesetz?
Das Gesetz, das die Bindung deckelt, die Aufsicht über jeden österreichischen Versicherer, der werbefreie Preistest zur Marktkontrolle und das eine Recht mit einer Zahl dahinter.
| Die Rechtsgrundlagen zu dieser Seite | VersVG § 8 |
|---|---|
| Gesetz | Versicherungsvertragsgesetz (VersVG), § 8: Vertragsdauer und Kündigungsrecht |
| Aufsicht | FMA, Bereich Versicherung |
| Gratis-Tool | AK Oberösterreich, Preisvergleich Haushaltsversicherung |
| Ihr Recht | Ein Versicherer darf Sie höchstens 3 Jahre binden. Sie können zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich kündigen, Frist ein Monat (§ 8 Abs. 3 VersVG). Von einem Neuabschluss können Sie binnen 14 Tagen zurücktreten (§ 5c VersVG). |
| Gilt seit | § 8 in der seit 1. Juli 2012 geltenden Fassung (BGBl. I Nr. 34/2012) |
Haushaltsversicherung in Österreich: Häufig gestellte Fragen
Ist die Haushaltsversicherung in Österreich verpflichtend?
Nein. Kein Gesetz schreibt eine Haushaltsversicherung vor, und der OGH hat eine vorformulierte Mietvertragsklausel, die Mieter zum Abschluss verpflichtet, für unzulässig erklärt (9 Ob 4/23p, Jänner 2024). Die Arbeiterkammer empfiehlt sie trotzdem: Sie deckt Feuer-, Wasser-, Einbruch- und Sturmschäden am Hausrat und enthält fast immer die Privathaftpflicht.
Wie viel kostet die Haushaltsversicherung in Österreich?
Im Preistest der AK Oberösterreich vom November 2025 auf einer 90 Quadratmeter großen Mietwohnung mit Selbstbehalt bis €200 reichten die Prämien von €122,07 pro Jahr (rund €10,20 pro Monat) bei HDI Top-Heimvorteil bis €236,32 pro Jahr (rund €19,70 pro Monat) bei Wiener Städtische Extra. Eine kleinere Wohnung mit 40 bis 70 Quadratmetern kostet weniger, ab rund €6 pro Monat.
Ist die Privathaftpflicht in der Haushaltsversicherung enthalten?
Ja. Fast jede Haushaltsversicherung bündelt die Privathaftpflicht, die Schäden deckt, die Sie anderen Personen und deren Eigentum zufügen. Mitversichert sind auch die im Haushalt lebenden Familienmitglieder (Ehepartner oder Partner und Kinder). Nicht verwandte Mitbewohner brauchen unter Umständen eine eigene Ergänzung. Der AK-Preisvergleich setzt €1,5 Mio. mit weltweiter Gültigkeit als Mindestdeckung an.
Deckt die Haushaltsversicherung die Hundehaftpflicht ab?
Nicht automatisch. Die Wiener Städtische führt Schäden durch Hunde im Produktinformationsblatt ihrer Haushaltsversicherung (Oktober 2025) als nicht versichert, Katzen und andere Kleintiere sind dagegen mitversichert. Wiener Städtische und UNIQA bieten die Hundehaftpflicht als Zusatz zur Haushaltsversicherung gegen Mehrprämie an. Nur eine in der Polizze genannte Hundedeckung erfüllt die Hundehaftpflicht-Pflicht. Sie gilt für jeden Hund in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, Salzburg und Tirol, im Burgenland für auffällige Hunde. GRAWE ist die Ausnahme, die wir gefunden haben: Der Tarif Topschutz Plus schließt einen Hund mit €3 Mio. ein.
Was treibt die Prämie nach oben oder unten?
Der wichtigste Faktor ist die Wohnungsgröße in Quadratmetern, dann die Versicherungssumme des Hausrats, Ihre Postleitzahl und der Selbstbehalt. Ein Selbstbehalt von €300 senkt die Prämie um rund 15 bis 25 Prozent. Zusatzbausteine wie Glasbruch, erweiterter Naturkatastrophenschutz und eine höhere Deckungssumme erhöhen den Preis.
Deckt die Haushaltsversicherung in Österreich Hochwasser ab?
Nur bis zu einem niedrigen Sublimit, und nur mit dem Elementarbaustein. Hochwasser, Rückstau aus dem Kanal, Vermurung und Erdbeben liegen außerhalb der normalen Leitungswasserdeckung. Das Standard-Sublimit beträgt €3.000 bis €10.000, die Erweiterung hebt es gegen Zuschlag auf €20.000 bis €40.000. Prüfen Sie Ihre Adresse zuerst auf der amtlichen Naturgefahrenkarte HORA unter hora.gv.at: In einer ausgewiesenen Risikozone begrenzen oder verweigern Versicherer die Erweiterung, und nach einem Hochwasserschaden erweitern sie oft gar nicht mehr.
Wie lange darf mich ein Versicherer binden?
Höchstens drei Jahre. Nach § 8 Abs. 3 VersVG können Sie zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich kündigen, mit einem Monat Frist. Eine längere Laufzeit bindet Verbraucher nicht über das dritte Jahr hinaus, der Versicherer darf aber einen Laufzeitrabatt zurückverlangen. Von einem Neuabschluss können Sie zudem binnen 14 Tagen zurücktreten (§ 5c VersVG, Verträge ab 1. Jänner 2019).
Können Sie die Haushaltsversicherung bei einem Umzug kündigen?
Ja. Die üblichen Bedingungen sehen laut Arbeiterkammer bei einem Wohnungswechsel ein Kündigungsrecht vor. Die Kündigung muss meist vor Beginn des Umzugs erfolgen und wirkt auf den Tag davor. Bei einem langfristigen Vertrag kann der Versicherer dann einen Teil des Laufzeitrabatts zurückverlangen. Kündigen Sie nicht, geht die Polizze auf die neue Adresse über, wenn Sie den Wechsel umgehend melden.
Brauchen Sie neben der Haushaltsversicherung eine eigene Haftpflichtversicherung?
Meist nicht. Fast jede Haushaltsversicherung enthält die Privathaftpflicht, eine eigene Polizze zahlt also dasselbe Risiko doppelt. Sie lohnt sich, wenn Sie keine Hausratpolizze haben. Hund, Betrieb oder E-Moped brauchen in jedem Fall eine eigene Deckung.
Lohnt sich ein Selbstbehalt bei der Haushaltsversicherung?
Im Vergleich der AK Oberösterreich vom November 2025 sparte ein Selbstbehalt von €100 bis €200 bei 90 m² €15 bis €65 pro Jahr. Ein Schaden war also in 1,5 bis 6,6 Jahren hereingespielt. Der Selbstbehalt rechnet sich, wenn Sie seltener einen Schaden erwarten. Ohne Selbstbehalt war MUKI mit €154,94 am günstigsten, mit Selbstbehalt HDI mit €122,07.
Gibt es in Österreich eine Mieterversicherung?
Nicht unter diesem Namen. Das österreichische Gegenstück ist die Haushaltsversicherung, die Ihren Hausrat deckt und fast immer die Privathaftpflicht bündelt. Manche Mietverträge verlangen sie, der OGH hat vorformulierte Klauseln dieser Art aber gekippt. Prüfen Sie die Mietsachschäden-Klausel, weil die Privathaftpflicht allein Schäden am Eigentum des Vermieters in der Wohnung nicht vollständig deckt. Im Test der AK Oberösterreich vom November 2025 kostete vergleichbarer Schutz für eine 90-m²-Mietwohnung ohne Selbstbehalt €155 bis €295 im Jahr.
Deckt die Haushaltsversicherung mein Smartphone?
Nur teilweise. Die Haushaltsversicherung zahlt, wenn das Handy bei einem Einbruch in der Wohnung gestohlen oder dort durch Brand oder Rohrbruch zerstört wird. Einen Displaybruch zahlt sie nicht, und der Glasbruch-Baustein deckt Fenster und Ceranfelder, kein Handyglas. Außerhalb der Wohnung reicht die Deckung des Wohnungsinhalts nicht bis zum Handy. Eine eigene Handyversicherung deckt Displaybruch und Wasserschäden abzüglich Selbstbehalt und ist wie jede Polizze nach § 8 VersVG kündbar.
Bekomme ich Zinsen auf die Mietkaution, und wann muss sie zurück?
Ja. Nach § 16b MRG muss der Vermieter eine bar übergebene Kaution auf einem Sparbuch fruchtbringend veranlagen oder in einer gleich sicheren, getrennten Form. Nach dem Ende des Mietvertrags muss er die Kaution samt den erzielten Zinsen unverzüglich zurückzahlen, abzüglich nur berechtigter Forderungen aus dem Mietverhältnis. Ein Streit über Abzüge ist ein Fall für den Wohnungs-Baustein der Rechtsschutzversicherung.
Ersetzt eine Kautionsversicherung die Zahlung an den Vermieter?
Nein. Eine Kautionsversicherung ist eine Bürgschaft, kein Schuldenerlass: Fordert der Vermieter Geld, zahlt der Versicherer und holt es sich danach von Ihnen zurück. Der Vermieter muss eine Bürgschaft statt Bargeld nicht akzeptieren. Eine Marktübersicht vom Jänner 2025 nannte rund 5 bis 6 Prozent der Kaution pro Jahr, bei €3.000 Kaution also rund €150 bis €180 jährlich für Geld, das Sie weiterhin schulden.
Quellen: AK Oberösterreich, Haushaltsversicherungsvergleich (Stand November 2025) und Ratgeber Haushaltsversicherung; AK Oberösterreich zu Dauerrabatt-Klauseln (Mai 2026); Arbeiterkammer, Broschüre Haushaltsversicherung (2022); OGH 9 Ob 4/23p und 2 Ob 36/23t, gelesen im RIS am 1. November 2026; Statistik Austria (19. Jänner 2026); RIS zu VersVG und VAG; Produktblätter und Websites der Versicherer. Aktualisiert: 1. November 2026.
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