Private Krankenversicherung in Österreich (2026)

Aktualisiert: 27. August 2026| 9 weitere Personen fanden das hilfreich
Angestellt in Österreich
Stand: August 2026. Die private Krankenversicherung ist in Österreich eine Zusatzversicherung, kein Ersatz: Die ÖGK ist Pflicht und lässt sich nicht abwählen. Sie kaufen damit Sonderklasse (Ein- oder Zweibettzimmer, Primararzt, kürzere Wartezeiten bei Operationen) und Wahlarztschutz für Ärztinnen und Ärzte ohne Kassenvertrag. Rechnen Sie mit EUR 45 bis EUR 80 pro Monat mit 30 Jahren.
Selbständig oder ohne ÖGK
Bei der SVS zahlen Sie einen Selbstbehalt von 20 Prozent, den eine Zusatzversicherung gezielt abdeckt. Wer gar nicht pflichtversichert ist, braucht eine eigenständige Polizze: dazu mehr im Ratgeber zur Krankenversicherung für Zuziehende. Alle Versicherer verlangen eine Gesundheitsprüfung und setzen drei Monate Wartezeit an.
UNIQA Gesundheitsversicherung
Gesamtsieger. Größter privater Krankenversicherer Österreichs mit dem breitesten Sonderklasse-Spitalsnetz.
UNIQA-Angebot einholen- Sonderklasse ab
- EUR 52/Monat mit 30
- SpitalsnetzBestwert
- Größtes in Österreich
- Wartezeit
Wartezeit
Die Zeit zwischen Abschluss und Beginn des Schutzes. Was in dieser Zeit auftritt, wird nie bezahlt, auch später nicht. Kürzer ist besser.
- 3 Monate allgemein
- Wahlarzt-Baustein
- Ab EUR 44/Monat
Mehr Details
- Beratung
- Landesweit, auch Englisch
- Prämienniveau
- Über dem Marktschnitt
Preise Stand August 2026, auf der Anbieterseite prüfen.
Pros
- Größtes Sonderklasse-Spitalsnetz in Österreich
- Modular: nur Spital, nur Wahlarzt oder beides
- Dichtes Beratungsnetz in allen Bundesländern
Cons
- Prämien liegen über dem Marktdurchschnitt
- Gesundheitsprüfung, Vorerkrankungen oft ausgeschlossen
Beste Wahl für Alle, die freie Spitalswahl wollen und planbare Operationen erwarten
Merkur Gesundheitsversicherung
Beste Wahlarztdeckung. Spezialist für Gesundheit mit den niedrigsten Einstiegsprämien für Wahlarztschutz.
Merkur-Tarife vergleichen- Wahlarzt abBestwert
- EUR 38/Monat mit 30
- Sonderklasse abBestwert
- EUR 49/Monat mit 30
- Wartezeit
Wartezeit
Die Zeit zwischen Abschluss und Beginn des Schutzes. Was in dieser Zeit auftritt, wird nie bezahlt, auch später nicht. Kürzer ist besser.
- 3 Monate allgemein
- Spezialisierung
- Nur Gesundheit und Unfall
Mehr Details
- Vorsorgeboni
- Für Untersuchungen
- Filialnetz
- Außerhalb der Steiermark dünn
Preise Stand August 2026, auf der Anbieterseite prüfen.
Pros
- Günstigste Einstiegsprämien für Wahlarztschutz
- Reiner Gesundheitsversicherer, spezialisierte Schadenabwicklung
- Boni für Vorsorgeuntersuchungen
Cons
- Kleineres Filialnetz außerhalb der Steiermark und Wiens
- Weniger englischsprachige Unterlagen als bei der UNIQA
Beste Wahl für Alle, denen die freie Arztwahl wichtiger ist als das Privatzimmer im Spital
Wiener Städtische Sonderklasse
Beste Familientarife und Bündelrabatte mit bestehenden Haushalts- oder Kfz-Polizzen.
Wiener Städtische ansehen- Sonderklasse abBestwert
- EUR 47/Monat mit 30
- KindertarifBestwert
- Ab EUR 22/Monat
- Wartezeit
Wartezeit
Die Zeit zwischen Abschluss und Beginn des Schutzes. Was in dieser Zeit auftritt, wird nie bezahlt, auch später nicht. Kürzer ist besser.
- 3 Monate allgemein
- Bündelung
- Rabatt bei Mehrfachpolizzen
Mehr Details
- Filialnetz
- Österreichweit
- Digitale Abwicklung
- Hinter Generali
Preise Stand August 2026, auf der Anbieterseite prüfen.
Pros
- Niedrigste Familienprämien der vier großen Versicherer
- Österreichweites Filialnetz für persönliche Beratung
- Rabatte bei Bündelung mit Haushalt oder Kfz
Cons
- Digitale Schadenabwicklung hinkt Generali und UNIQA nach
- Wahlarzttarife weniger großzügig als bei der Merkur
Beste Wahl für Familien mit zwei Erwachsenen und Kindern, vor allem neben Haushalts- oder Kfz-Versicherung
Generali Gesundheitsvorsorge
Schnellste digitale Schadenabwicklung und Selbstbehalte, die die Prämie deutlich senken.
Generali-Tarife vergleichen- Sonderklasse abBestwert
- EUR 45/Monat mit 30
- SelbstbehaltBestwert
Selbstbehalt
Der Teil jeder Rechnung, den Sie selbst zahlen. Den Rest übernimmt der Versicherer, ein niedrigerer Selbstbehalt bringt also mehr Geld zurück.
- EUR 250 bis EUR 1.000
- Wartezeit
Wartezeit
Die Zeit zwischen Abschluss und Beginn des Schutzes. Was in dieser Zeit auftritt, wird nie bezahlt, auch später nicht. Kürzer ist besser.
- 3 Monate allgemein
- Abwicklung
- Per App, in Tagen
Mehr Details
- Digitale Services
- Marktführend
- Spitalsnetz
- Enger als UNIQA
Preise Stand August 2026, auf der Anbieterseite prüfen.
Pros
- Niedrigste Einstiegsprämie bei gewähltem Selbstbehalt
- Einreichung per App, Erledigung in Tagen
- Flexibler Tarifwechsel bei geändertem Einkommen
Cons
- Spitalsnetz enger als bei der UNIQA
- Der Selbstbehalt fällt vor jeder Erstattung an
Beste Wahl für Jüngere Versicherte, die für eine niedrigere Prämie einen Selbstbehalt akzeptieren
Diese vier Versicherer zeichnen den Großteil der privaten Krankenzusatzversicherungen in Österreich. UNIQA und Merkur dominieren den Markt, Wiener Städtische und Generali punkten bei Familien beziehungsweise bei der digitalen Abwicklung. Die genannten Prämien gelten für eine gesunde Person mit 30 Jahren ohne Nikotinkonsum. Jeder Versicherer kalkuliert nach der Gesundheitsprüfung individuell, die Werte sind also ein Ausgangsband, kein fixes Angebot.
Was bringt eine private Krankenversicherung in Österreich wirklich?
Sie kaufen Zugang und Komfort, nicht bessere Medizin. Die Notfallversorgung ist für alle gleich. Anders sind das Zimmer, der behandelnde Arzt und die Wartezeit auf einen planbaren Eingriff. Es gibt zwei Produkte, und die meisten brauchen nur eines davon.
Sonderklasse (Spital)
- ✓ Ein- oder Zweibettzimmer statt Mehrbettzimmer
- ✓ Behandlung durch den Primararzt
- ✓ Deutlich kürzere Wartezeiten bei Operationen
- ✓ Freie Spitalswahl innerhalb des Netzes
- ✓ Rund EUR 45 bis EUR 80 pro Monat mit 30 Jahren
Wahlarzt (ambulant)
- • Erstattung für Ärzte ohne Kassenvertrag
- • Schließt die Lücke zur ÖGK-Rückerstattung
- • Besonders relevant bei Fachärzten und Psychotherapie
- • Oft inklusive Komplementärmedizin
- • Rund EUR 38 bis EUR 70 pro Monat mit 30 Jahren
Die Wahlarztlücke wird regelmäßig unterschätzt. Bei einem Arzt ohne Kassenvertrag zahlen Sie die Rechnung zunächst selbst. Die ÖGK erstattet danach 80 Prozent des Kassentarifs, also 80 Prozent dessen, was ein Vertragsarzt bekommen hätte, nicht 80 Prozent Ihrer Rechnung. In der Praxis bleiben davon oft nur 30 bis 50 Prozent der tatsächlichen Kosten gedeckt. Genau diese Differenz übernimmt der Wahlarzttarif.
Kaufen Sie den Baustein, den Sie nutzen
Wer jung und gesund ist, kauft mit der Sonderklasse eine Absicherung für einen Spitalsaufenthalt, der statistisch unwahrscheinlich ist. Der Wahlarzttarif zahlt viel häufiger aus, weil ein Termin bei einem Facharzt oder Therapeuten mehrmals im Jahr vorkommen kann.
Was kostet eine private Krankenversicherung in Österreich?
| Eintrittsalter | Nur Sonderklasse | Nur Wahlarzt | Beides kombiniert |
|---|---|---|---|
| 30 Jahre | EUR 45 bis 80/Monat | EUR 38 bis 70/Monat | EUR 85 bis 140/Monat |
| 45 Jahre | EUR 90 bis 150/Monat | EUR 65 bis 110/Monat | EUR 150 bis 240/Monat |
| 60 Jahre | EUR 160 bis 250/Monat | EUR 110 bis 180/Monat | EUR 260 bis 400/Monat |
| Kind unter 18 | EUR 22 bis 40/Monat | EUR 20 bis 35/Monat | EUR 38 bis 65/Monat |
Der größte Hebel auf die Prämie ist das Alter beim Abschluss, nicht Ihr heutiges Alter. Österreichische Krankenversicherer kalkulieren nach dem Eintrittsalter und behalten diese Einstufung lebenslang bei. Wer mit 30 bei der UNIQA abschließt, zahlt auch mit 50 auf Basis eines 30-Jährigen. Wer erst mit 50 einsteigt, nicht. Ein Abschluss vor dem 35. Lebensjahr ist die eine Entscheidung, die die Lebenszeitkosten spürbar verändert.
Prämien steigen auch ohne Alterung
Das Eintrittsalter fixiert die Einstufung, die Versicherer erhöhen die Prämien aber jährlich über den gesamten Bestand, um die Medizinkostensteigerung abzubilden. Drei bis sechs Prozent pro Jahr sind in Österreich üblich. Rechnen Sie damit, dass sich die Prämie nominell über zwanzig Jahre etwa verdoppelt.
Zahlt sich eine private Krankenversicherung aus?
Für die meisten Angestellten unter 35 ohne chronische Erkrankung lautet die ehrliche Antwort: noch nicht. Das gesetzliche System liefert in Österreich gute Versorgung ohne Rechnung, und EUR 60 im Monat kaufen Komfort, nicht den Zugang zu einer sonst verwehrten Behandlung. In drei Konstellationen dreht sich die Rechnung.
Zahlt sich aus, wenn
- ✓ Sie planbare Operationen erwarten und den Operateur wählen wollen
- ✓ Sie ohnehin mehrmals jährlich zum Wahlarzt gehen
- ✓ Sie Psychotherapie brauchen, wo Kassenplätze knapp sind
- ✓ Sie selbständig sind und den SVS-Selbstbehalt zahlen
- ✓ Sie unter 35 sind und die günstige Einstufung fixieren wollen
Eher nicht, wenn
- • Sie jung und gesund sind und selten zum Arzt gehen
- • Ihnen Mehrbettzimmer und Kassenarzt genügen
- • Sie Österreich in wenigen Jahren wieder verlassen
- • Eine Vorerkrankung ohnehin ausgeschlossen würde
- • Die Prämie die Altersvorsorge oder den Notgroschen verdrängt
Ein struktureller Punkt spricht dennoch für einen frühen Abschluss. Österreichische Versicherer prüfen bei Vertragsbeginn und schließen bestehende Erkrankungen aus. Eine mit 30 in gesundem Zustand abgeschlossene Polizze deckt eine Erkrankung, die mit 45 auftritt. Eine mit 45 abgeschlossene Polizze tut das nicht. Diese Asymmetrie ist das eigentliche Argument, nicht die Monatsrechnung.
Warum brauchen Selbständige bei der SVS eine Zusatzversicherung?
Weil die SVS als gesetzlicher Träger der Selbständigen einen Selbstbehalt von 20 Prozent auf die meisten Leistungen verrechnet, den ÖGK-Versicherte nie sehen. Jeder Arztbesuch, jede Untersuchung und jeder Spitalstag kostet Sie ein Fünftel mit. Über ein Jahr mit realer medizinischer Nutzung summiert sich das schneller, als die meisten bei der Gewerbeanmeldung erwarten.
Zwei Wege schließen die Lücke. Die SVS selbst bietet einen Gesundheitsbonus: Wer die Vorsorgeuntersuchung absolviert und die vereinbarten Gesundheitsziele erreicht, zahlt nur noch 10 Prozent. Das kostet nichts und lohnt sich in jedem Fall. Alternativ deckt eine private Selbstbehaltsversicherung bei UNIQA oder Merkur den Eigenanteil für rund EUR 25 bis EUR 45 pro Monat ab. Wie die SVS-Mitgliedschaft überhaupt zustande kommt, steht im Ratgeber zur Krankenversicherung.
Zuerst das Kostenlose
Der SVS-Gesundheitsbonus kostet nichts und halbiert den Selbstbehalt von 20 auf 10 Prozent. Erledigen Sie ihn, bevor Sie einen Versicherer für dieselbe Lücke bezahlen.
Wie schließen Sie eine private Krankenversicherung ab?
- 1. Pflichtversicherung klären. Sie brauchen eine aufrechte Versicherung bei ÖGK, SVS oder BVAEB samt e-card. Die Zusatztarife sind darauf kalkuliert.
- 2. Spital, ambulant oder beides entscheiden. Diese Wahl bestimmt die Prämie. Wer beides kauft, obwohl nur der Wahlarztschutz gebraucht wird, verdoppelt die Kosten für Leistungen ohne Nutzen.
- 3. Mindestens drei Angebote einholen. Nach der Risikoprüfung streuen die Prämien deutlich stärker als die Listenpreise vermuten lassen. UNIQA, Merkur und Wiener Städtische sind eine sinnvolle Bandbreite.
- 4. Gesundheitsfragen vollständig beantworten. Die Gesundheitsprüfung fragt Behandlungen der letzten fünf bis zehn Jahre ab. Auslassungen berechtigen den Versicherer später zum Rücktritt, der häufigste Grund für abgelehnte Leistungen in Österreich.
- 5. Wartezeiten einplanen. Drei Monate allgemein und acht bis neun Monate für Geburtsleistungen sind Standard. Wer eine Familie plant, muss den Vertrag deutlich vor der Schwangerschaft abschließen.
Kostenlose unabhängige Beratung
Die Arbeiterkammer (AK) berät Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kostenlos und veröffentlicht unabhängige Vergleiche österreichischer Zusatztarife. Die Versicherer stehen unter Aufsicht der Finanzmarktaufsicht (FMA).
Private Krankenversicherung in Österreich: Häufige Fragen
Kann eine private Krankenversicherung die ÖGK ersetzen?
Nein. Wer in Österreich angestellt, selbständig oder gemeldet erwerbstätig ist, ist in einem gesetzlichen Träger wie ÖGK, SVS oder BVAEB pflichtversichert und kann sich davon nicht befreien lassen. Die private Krankenversicherung ist in Österreich eine Zusatzversicherung, die auf der Pflichtversicherung aufsetzt. Reine Privatversicherungen gibt es praktisch nur für Personen ohne gesetzliche Absicherung.
Was kostet eine private Krankenversicherung in Österreich?
Eine Sonderklasseversicherung kostet mit 30 Jahren rund EUR 45 bis EUR 80 pro Monat, mit 45 Jahren EUR 90 bis EUR 150 und mit 60 Jahren EUR 160 bis EUR 250. Ein Wahlarzttarif verdoppelt die Prämie ungefähr. Entscheidend ist das Eintrittsalter, nicht das aktuelle Alter: der Tarif wird beim Abschluss festgelegt.
Was bedeutet Sonderklasse und zahlt sich das aus?
Sonderklasse ist die Privatpatientenklasse im Spital: Ein- oder Zweibettzimmer statt Mehrbettzimmer, Behandlung durch den Primararzt und deutlich kürzere Wartezeiten bei planbaren Operationen. Sie zahlt sich aus, wenn Sie planbare Eingriffe erwarten oder den Operateur selbst wählen möchten. Die Notfallversorgung ist in Österreich für alle Patientinnen und Patienten gleich.
Gibt es eine Wartezeit bei der privaten Krankenversicherung?
Ja. Die meisten österreichischen Versicherer sehen drei Monate allgemeine Wartezeit vor und acht bis neun Monate für Leistungen rund um die Geburt. Unfälle sind in der Regel ab dem ersten Tag gedeckt. Vor dem Abschluss steht eine Gesundheitsprüfung, bestehende Erkrankungen werden häufig ausgeschlossen oder mit einem Zuschlag versehen.
Sind die Prämien steuerlich absetzbar?
Bei neuen Verträgen nicht. Prämien für private Krankenversicherungen zählten früher zu den Topf-Sonderausgaben. Für Verträge ab 2016 gilt diese Begünstigung nicht mehr, 2020 ist sie endgültig ausgelaufen. Wer heute abschließt, kann die Prämie nicht von der Steuer absetzen.