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Einkommensteuer in Österreich (2026)

Jules de Bruin
Jules de BruinRedaktion, How to Austria · 2025 nach Wien gezogen

Aktualisiert: | 5 weitere Personen fanden das hilfreich

Die österreichische Einkommensteuer läuft über sieben progressive Stufen, von 0% auf die ersten €13.539 bis 55% über €1.000.000. Das AbgÄG 2025 hat alle Stufen und Absetzbeträge für 2026 um 1,7333% angehoben. Ein steuerpflichtiges Einkommen von €50.000 kostet rund €11.447, also einen Effektivsatz von 22,9% vor Absetzbeträgen. Das 13. und 14. Gehalt wird mit 6% besteuert, und wer zu wenig für Lohnsteuer verdient, bekommt über die Negativsteuer bis zu €804 im Jahr zurück, und zwar über die freiwillige Arbeitnehmerveranlagung.

Wie hoch sind die österreichischen Einkommensteuerstufen und -sätze?

Jährliches steuerpflichtiges EinkommenGrenzsteuersatzSteuer auf Stufe
€0 – €13.5390%€0
€13.539 – €21.99220%Bis zu €1.691
€21.992 – €36.45830%Bis zu €4.340
€36.458 – €70.36540%Bis zu €13.563
€70.365 – €104.85948%Bis zu €16.557
€104.859 – €1.000.00050%Bis zu €447.571
Über €1.000.00055%Variiert

Tarifstufen für das Steuerjahr 2026 (§ 33 EStG). Quelle: BMF und WKO, Stand September 2026.

Die österreichische Einkommensteuer wird progressiv berechnet. Sie zahlen den Spitzensatz nicht auf Ihr gesamtes Einkommen. Nur der Teil, der in die jeweilige Stufe fällt, wird mit dem Satz dieser Stufe besteuert. Die ersten €13.539 steuerpflichtiges Einkommen bleiben 2026 steuerfrei, nach €13.308 im Jahr 2025.

Alle Stufen haben sich mit 1. Jänner 2026 verschoben. Das AbgÄG 2025 hat Tarifgrenzen und Absetzbeträge um 1,7333% angehoben, also um zwei Drittel der Inflationsrate. Das verbleibende Drittel, über das die Regierung sonst jährlich entscheidet, ist für die Budgetsanierung 2025 bis 2028 ausgesetzt. Der Spitzensatz von 55% ist von der Valorisierung ausgenommen und bleibt bei €1.000.000.

Bei einem steuerpflichtigen Einkommen von €50.000 zahlen Sie 0% auf die ersten €13.539, 20% auf die nächsten €8.453, 30% auf die nächsten €14.466 und 40% auf die restlichen €13.542. Die Steuerlast beträgt rund €11.447, also einen Effektivsatz von etwa 22,9% vor Absetzbeträgen. Absetzbeträge wie der Verkehrsabsetzbetrag gehen von dieser Steuer ab, nicht vom Einkommen.

Wie werden das 13. und 14. Monatsgehalt in Österreich besteuert?

Das 13. und 14. Monatsgehalt (Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld) wird nach § 67 EStG mit pauschal 6% besteuert, nicht mit Ihrem Grenzsteuersatz. Die ersten €620 pro Jahr bleiben zur Gänze steuerfrei. Der 6%-Satz gilt bis zum Jahressechstel, also einem Sechstel der laufenden Jahresbezüge; darüber greift der normale Tarif. Zwei zusätzliche Monatsgehälter passen in dieses Sechstel, weshalb der österreichische Standardvertrag 14 Gehälter vorsieht und nicht 12.

Die Sozialversicherung wird getrennt gerechnet. Der volle Dienstnehmeranteil von 18,07% (in Wien 18,12%, dort ist der Wohnbauförderungsbeitrag höher) geht auch vom 13. und 14. Gehalt ab, kein Arbeitslosenversicherungsbeitrag jedoch bis zur Höchstbeitragsgrundlage (§ 49 ASVG). Für Sonderzahlungen gilt 2026 eine eigene Höchstbeitragsgrundlage von €13.860 pro Jahr, für laufende Bezüge €6.930 pro Monat. Das ist ein Grund, warum sich die Lebenshaltungskosten in Österreich handhabbarer anfühlen können, als die schlagzeilenträchtigen Steuersätze vermuten lassen.

2027 steigt die Höchstbeitragsgrundlage auf €7.410 pro Monat, höhere Einkommen zahlen dann auf einen größeren Teil des Gehalts Beiträge. Die Geringfügigkeitsgrenze bleibt in 2026 und 2027 bei €551,10 pro Monat eingefroren.

Illustration of a banking app, a coin stack, and a rising chart, for managing money and saving in Austria.
Apps, savings, and growth: managing money in Austria.

Welche Absetzbeträge und Freibeträge können Sie in Österreich geltend machen?

Österreich kennt drei Gruppen: Werbungskosten und Sonderausgaben senken die Bemessungsgrundlage, ein Absetzbetrag geht direkt von der Steuer ab und ist deshalb pro Euro deutlich mehr wert. Die Werte unten gelten für 2026, nach der Anhebung um 1,7333% durch das AbgÄG 2025.

  • Verkehrsabsetzbetrag: €496 pro Jahr in 2026, nach €487 im Jahr 2025, automatisch für alle Angestellten. Der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag liegt bei €804 und läuft mit steigendem Einkommen über eine Einschleifregelung aus.
  • Pendlerpauschale und Pendlereuro: Der Pendlereuro steigt ab dem Steuerjahr 2026 von €2 auf €6 je Kilometer der einfachen Wegstrecke, als Teilausgleich für den gestrichenen Klimabonus. Die Pendlerpauschale selbst wird monatsweise aliquotiert, ein Teiljahr bringt also einen Teilbetrag.
  • Sonderausgaben: Kirchenbeitrag bis €600 pro Jahr, Spenden an beim BMF gelistete Organisationen bis 10% des Vorjahreseinkommens, Steuerberatungskosten zu 100% ohne Deckel sowie Prämien für Versicherungen, die vor dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen wurden, mit 25% der Prämie und höchstens €2.920. Neuverträge sind nicht absetzbar.
  • Werbungskosten: €132 pro Jahr gibt es pauschal ohne Beleg. Darüber hinaus zählen Arbeitsmittel, Fortbildung und beruflich veranlasste Umzugskosten. Homeoffice bringt €3 pro Tag für bis zu 100 Tage, also €300 im Jahr, plus bis zu €300 für ergonomisches Mobiliar.
  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag: €612 bei einem Kind (2026), €828 bei zwei Kindern, plus €273 je weiterem Kind. Der Partner darf höchstens €7.411 pro Jahr verdienen, und die Situation muss mehr als 6 Monate im Kalenderjahr bestanden haben. Ein Zuzug nach dem 30. Juni verschiebt den Betrag also ins Folgejahr.
  • Familienbonus Plus: €2.000,16 pro Jahr je Kind unter 18 (€166,67 pro Monat) und €700,08 für ein volljähriges Kind mit Familienbeihilfe. Der Betrag wird nicht valorisiert: Familienleistungen sind bis 2027 eingefroren, das Doppelbudget verlängert die Einfrierung bis 2028.
  • Kinderbetreuungskosten: bis €2.300 je Kind und Jahr bis zum 10. Lebensjahr. Der Unterhaltsabsetzbetrag für ein nicht im Haushalt lebendes Kind beträgt 2026 €38 pro Monat für das erste Kind, €56 für das zweite und €75 für jedes weitere.

Was ist die Negativsteuer und wer bekommt sie?

Wer zu wenig verdient, um Lohnsteuer zu zahlen, bekommt stattdessen einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge zurück. Diese Rückerstattung heißt Negativsteuer oder SV-Rückerstattung, sie steht in § 33 EStG und bringt 2026 bis zu €496 pro Jahr, bis zu €750 mit Anspruch auf Pendlerpauschale und bis zu €804 am oberen Ende. Für Pensionistinnen und Pensionisten gilt eine eigene Grenze von €723. Ausgezahlt wird nichts automatisch: Sie müssen die Arbeitnehmerveranlagung einreichen.

Das ist die am häufigsten liegen gelassene Rückerstattung, weil genau die Anspruchsberechtigten annehmen, eine Steuererklärung bringe ihnen nichts. Typische Fälle sind Studierende mit Teilzeitvertrag, alle mit einem Teiljahr im Job und alle, deren Einkommen unterjährig gesunken ist. Die Lohnverrechnung rechnet das Monatsgehalt auf 12 Monate hoch, ein Job ab September ist deshalb fast immer zu hoch besteuert.

Das Zeitfenster beträgt 5 Jahre (§ 41 Abs. 1 EStG), gerechnet ab Ende des Veranlagungsjahres. 2026 sind damit die Jahre 2021 bis 2026 offen, die Erklärung für 2021 läuft am 31. Dezember 2026 ab. Sie können alle offenen Jahre auf einmal über FinanzOnline einreichen oder kostenlos über das AK Steuerservice, die AK-Umlage von 0,5% des Bruttolohns zahlen Sie ohnehin über den Lohnzettel.

Wie geben Sie Ihre Steuererklärung in Österreich ab (Arbeitnehmerveranlagung)?

Wenn Sie in Österreich angestellt sind, übernimmt Ihr Arbeitgeber den monatlichen Lohnsteuerabzug (getrennt von der Umsatzsteuer, die für Waren und Dienstleistungen gilt). Sie haben jedoch möglicherweise Anspruch auf eine Steuerrückerstattung, wenn Sie eine Arbeitnehmerveranlagung abgeben. Für die meisten Angestellten ist das freiwillig, aber sehr zu empfehlen. Viele Menschen erhalten Rückerstattungen von mehreren hundert Euro.

Sie können Ihre Steuererklärung online über FinanzOnline abgeben, das Online-Portal der österreichischen Finanzverwaltung. Sie brauchen ein FinanzOnline-Konto, das Sie mit Ihrer Steuernummer, einem Code von Ihrem lokalen Finanzamt oder über ID Austria (das österreichische digitale Identitätssystem) aktivieren können. Außerdem brauchen Sie ein österreichisches Bankkonto, um eine Rückerstattung zu erhalten.

Die freiwillige Veranlagung bleibt 5 Jahre offen (§ 41 Abs. 1 EStG). 2026 können Sie also noch für 2021 einreichen, die Frist dafür endet am 31. Dezember 2026. Pflicht ist die Erklärung unter anderem bei zwei oder mehr gleichzeitigen Dienstverhältnissen, bei mehr als €730 pro Jahr an Einkünften ohne Lohnsteuerabzug, bei steuerfreien Bezügen wie Arbeitslosen- oder Krankengeld über €730 neben lohnsteuerpflichtigem Einkommen, bei einem Freelance-Visum mit Nebeneinkünften und nach Aufforderung durch das Finanzamt.

Bei der Pflichtveranlagung gilt: 30. April in Papierform, 30. Juni über FinanzOnline, jeweils im Jahr nach dem Steuerjahr. Mit Steuerberatung und Quotenregelung verlängert sich die Frist bis 31. März des übernächsten Jahres. Wer eine Pflichtfrist versäumt, riskiert einen Verspätungszuschlag von bis zu 10% der Abgabe (§ 135 BAO). Die Gutschrift geht auf die in FinanzOnline hinterlegte IBAN, auch auf ein ausländisches SEPA-Konto. Weitere Details finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen (BMF).

Illustration of a tax form with a percentage, a coin stack, and a government building, for the Austrian tax system.
Brackets, rates, and the Finanzamt: tax in Austria.

Was kostet eine österreichische Steuererklärung?

Wege zur Arbeitnehmerveranlagung, Preise Stand Oktober 2026. Steuerberatungshonorare sind eine Marktspanne, kein Tarif: Österreich hat keine gesetzliche Honorarordnung.
WegKostenSpracheHaken
FinanzOnline (BMF)€0Nur DeutschZwei-Faktor-Login seit Oktober 2025 Pflicht
AK Steuerservice€0 (bezahlt über die 0,5% AK-Umlage)Deutsch, teils EnglischNur für Angestellte, Termine von Februar bis April knapp
Private Steuer-Apps (finanz.at, steuerapp.at)rund €3 bis €4 pro ErklärungDeutschPrivate Firmen, nicht das Finanzamt
Steuerberater, einfache Erklärung€70 bis €195 nettoDeutsch, Englisch in Wien, Graz, InnsbruckVorab Fixpreis vereinbaren; Fälle mit Auslandseinkünften kosten €150 bis €400
WISO, Smartsteuer, Lohnsteuer kompaktkostenpflichtigDeutschNur deutsches Steuerrecht, für Österreich unbrauchbar

Eine einfache Arbeitnehmerveranlagung kostet nichts, wenn Sie sie selbst in FinanzOnline einreichen oder das AK Steuerservice beauftragen. ID Austria brauchen Sie dafür nicht: Das Portal schickt auch Benutzerkennung und PIN per Brief, und eine EU-eID aus einem anderen Mitgliedstaat funktioniert ebenfalls. Die eigentliche Hürde ist die Sprache, denn Portal und Formular L1 gibt es nur auf Deutsch.

Der häufigste Fehler von Neuankömmlingen ist der Kauf deutscher Steuersoftware. WISO, Smartsteuer und Lohnsteuer kompakt ranken bei Suchen gut, rechnen aber nur deutsche Erklärungen. Der zweite Fehler ist die Verwechslung einer privaten App mit der Behörde: finanz.at verkauft eine Steuer-App, ist aber nicht das BMF. Eine Steuerberatung lohnt sich bei Auslandseinkünften, einem ausländischen Broker, Krypto oder Selbständigkeit. Vereinbaren Sie das Honorar schriftlich, bevor die Arbeit beginnt.

Einfache Erklärungen sind in der automatischen Veranlagung oft binnen zwei Wochen erledigt. Hat das Finanzamt nach 6 Monaten nicht entschieden, können Sie eine Säumnisbeschwerde einbringen (§ 284 BAO). Gutschriften gehen auf die im Profil hinterlegte IBAN. Ein ausländisches SEPA-Konto funktioniert, wenn Sie es als ausländische Bankverbindung eintragen.

Was Einwohner berichten

  • ○ Steuergutschrift auf Auslands-IBAN: Ein Revolut Kunde konnte die litauische IBAN nicht im Standardfeld von FinanzOnline eintragen, das österreichische Konten erwartet. Als Auslandsbankverbindung im Profil hinterlegt, wurde sie akzeptiert. (r/FinanzenAT, 2025)

Sinngemäß wiedergegeben aus öffentlichen Beiträgen, jeweils datiert und verlinkt. Eine kleine Auswahl, keine repräsentative Umfrage.

Wie werden Kapitalerträge in Österreich besteuert?

Besondere Steuersätze auf Kapitaleinkünfte nach § 27a Abs. 1 EStG und § 30a EStG, Steuerjahre 2025 und 2026. Quelle: RIS und BMF, geprüft im Oktober 2026.
EinkünfteSatzWer führt ab
Zinsen auf Bankeinlagen25%Österreichische Bank automatisch; ausländische Bank: Sie, über die E1kv
Dividenden, Fondserträge, realisierte Kursgewinne, Bundesschatz-Zinsen27,5%Österreichische Depotbank automatisch; ausländischer Broker: Sie, über die E1kv
Krypto, gekauft nach dem 28. Februar 202127,5%Österreichischer Krypto-Anbieter seit 2024; ausländische Börse: Sie
Gewinn aus Immobilienverkauf (ImmoESt)30%Notar oder Anwalt, binnen 15 Tagen nach Zahlung

Österreich besteuert Kapitaleinkünfte mit festen Sondersteuersätzen, außerhalb des Einkommensteuertarifs: 25% auf Bankzinsen und 27,5% auf fast alles andere nach § 27a Abs. 1 EStG. Eine österreichische Bank oder ein österreichischer Broker behält die Steuer ein. Das Depot ist dann steuereinfach, und die Steuer ist erledigt. Ein ausländisches Konto behält nichts ein, Sie erklären die Einkünfte also bis 30. Juni des Folgejahres in der Beilage E1kv.

Verlustausgleich bei Kapitaleinkünften nach § 27 Abs. 8 EStG, Stand Oktober 2026.
SituationLässt sich der Verlust nutzen?
Aktienverlust gegen ETF-Gewinne oder Dividenden, gleiche BankJa, die Bank verrechnet automatisch
Verlust bei Bank A gegen Gewinne bei Bank BNur über die E1kv für dieses Steuerjahr
Wertpapierverlust gegen BankzinsenNein
Kapitalverlust gegen GehaltNein
Nicht genutzter Verlust ins nächste JahrNein, er verfällt am 31. Dezember

Bei Verlusten lassen die meisten Anleger Geld liegen. Nach § 27 Abs. 8 EStG gleicht ein Wertpapierverlust Dividenden und Kursgewinne aus, aber nie Bankzinsen, nie Gehalt und nie das nächste Jahr: Es gibt keinen Verlustvortrag. Zwei Depots bei zwei Banken wissen nichts voneinander. Ein Verlust bei der einen und ein Gewinn bei der anderen gleichen sich nur aus, wenn Sie für dieses Jahr eine E1kv einreichen.

Thesaurierende ETFs werden jedes Jahr besteuert, obwohl sie nichts ausschütten. Der Fonds meldet einen ausschüttungsgleichen Ertrag an die OeKB, und eine österreichische Bank bucht darauf 27,5% vom Verrechnungskonto ab. Halten Sie dort also etwas Guthaben. Ein Fonds ohne Meldung wird nach § 186 Abs. 2 Z 3 InvFG pauschal besteuert: 90% des Kursanstiegs im Jahr, mindestens aber 10% des Kurses am Jahresende, auch in einem Verlustjahr. Prüfen Sie die ISIN vor dem Kauf auf my.oekb.at.

Wann lohnt sich die Regelbesteuerungsoption?

Eigene Berechnung, Tarif 2026. Methode: Steuer auf Gehalt plus Kapitaleinkünfte minus Steuer auf das Gehalt allein, verglichen mit 27,5% KESt auf die Kapitaleinkünfte. Steuerpflichtiges Einkommen vor Absetzbeträgen; alle Kapitaleinkünfte als 27,5%-Einkünfte angenommen. Eine Vereinfachung, kein Steuerbescheid.
FallEinbehaltene KEStSteuer nach TarifErgebnis
Studentin: €9.000 Gehalt, €800 ETF-Gewinn€220€0€220 zurück
Teilzeit: €18.000 Gehalt, €2.000 Gewinne€550€400€150 zurück
€21.000 Gehalt, €2.000 Gewinne€550€500,80€49,20 zurück
€30.000 Gehalt, €2.000 Gewinne€550€600Nicht beantragen, kostet €50

Mit der Regelbesteuerungsoption nach § 27a Abs. 5 EStG werden Kapitaleinkünfte mit Ihrem normalen Tarif statt mit 27,5% besteuert, die einbehaltene KESt wird angerechnet. Das lohnt sich, wenn die Kapitaleinkünfte in die 0%- oder 20%-Stufe fallen, also bis rund €22.000 steuerpflichtiges Gesamteinkommen im Jahr 2026. Typische Gewinner sind Studierende und Kleinpensionisten mit Depot.

Zwei Regeln begrenzen die Option. Sie gilt für alle Kapitaleinkünfte des Jahres, Sie können also nicht die günstigen Posten herauspicken. Und das Finanzamt rechnet selbst nach: Sie beantragen die Option in der Erklärung, angewendet wird der Tarif nur, wenn er niedriger ausfällt. Über rund €22.000 wird jeder weitere Euro mit 30% besteuert, mehr als die 27,5% KESt. Deshalb kostet das Beispiel mit €30.000 Gehalt Geld.

Was passiert mit Ihren Steuern, wenn Sie Österreich verlassen?

Ein Wegzug aus Österreich löst nach § 27 Abs. 6 EStG die Wegzugsbesteuerung auf Ihr Vermögen aus: Aktien, Fonds, ETFs und Krypto gelten als verkauft, der nicht realisierte Gewinn wird mit 27,5% besteuert. Bei einem Umzug in ein EU- oder EWR-Land können Sie beantragen, dass die Steuer festgesetzt, aber erst beim tatsächlichen Verkauf eingehoben wird. Bei einem Umzug in die Schweiz, nach Großbritannien oder in die USA ist sie sofort fällig.

Der Aufschub bringt inzwischen Papierkram mit sich. Seit 1. Juli 2026 verlangt das Gesetz ab einer Grenze von €100.000 einen jährlichen Nachweis, dass die aufgeschobenen Positionen noch gehalten werden. Steuerberater berichten von einer einmaligen Meldung für ältere Aufschübe bis 31. Dezember 2026; fragen Sie beim Finanzamt nach, wenn Sie vor Juli 2026 weggezogen sind. Die Regel wirkt auch in die Gegenrichtung: Wer nach dem 30. Juni 2026 ein ausländisches Depot nach Österreich überträgt, tut das nach dem AbgÄG 2025 steuerneutral, sofern er es binnen eines Monats meldet.

Reichen Sie für das Wegzugsjahr eine letzte Arbeitnehmerveranlagung ein. Die Lohnverrechnung hat so einbehalten, als würden Sie das ganze Jahr verdienen. Ein Wegzug unter dem Jahr bringt daher meist eine Gutschrift, ausgezahlt auf jedes SEPA-Konto. Ihre Pensionsbeiträge werden nicht erstattet: Die Versicherungszeiten bleiben gespeichert und werden später zur Pension, zusammengerechnet mit anderen EU-Zeiten nach der Verordnung (EG) 883/2004.

Was sind die besten Steuer-Tools und Berater für Menschen in Österreich?

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Welches Gesetz regelt den Tarif und worauf haben Sie Anspruch?

Häufig gestellte Fragen

Muss ich Zinsen von Trade Republic in Österreich selbst erklären?

Prüfen Sie zuerst Ihren Jahressteuerbericht. Trade Republic behält seit 24. April 2025 für österreichische Kunden 27,5% KESt auf Wertpapiere und Krypto ein. Die österreichische Steuer-FAQ des Anbieters hielt im August 2026 fest, dass die 25% KESt auf Zinsen für Guthaben nicht einbehalten werden; manche Vergleichsseiten behaupten das Gegenteil. Zeigt der Bericht keine KESt auf Zinsen, erklären Sie sie bis 30. Juni des Folgejahres in der E1kv. Bei €10.000 zu 2,5% sind das €62,50 Steuer.

Kann ich einen Verlust aus Kapitalvermögen ins nächste Jahr mitnehmen?

Nein. Für Kapitaleinkünfte gibt es in Österreich keinen Verlustvortrag. Ein Wertpapierverlust gleicht nach § 27 Abs. 8 EStG Dividenden, Fondserträge und Kursgewinne desselben Kalenderjahres aus. Was übrig bleibt, verfällt am 31. Dezember. Mit Sparbuchzinsen oder Gehalt wird er nie verrechnet. Liegen Verlust und Gewinn bei zwei verschiedenen Banken, gleichen sie sich nur über eine E1kv für dieses Jahr aus. Ein Verlustverkauf im Dezember bei einer zweiten Bank bringt allein also nichts.

Kann ich FinanzOnline ohne ID Austria nutzen?

Ja. FinanzOnline schickt nach der Registrierung Benutzerkennung und PIN per Post. Das funktioniert auch für Ausländer ohne österreichische eID, und eine EU-eID aus einem anderen Mitgliedstaat wird ebenfalls akzeptiert. Seit Oktober 2025 ist für sensible Funktionen ein zweiter Faktor nötig, richten Sie ihn also vor der Fristwoche ein. Portal und Formular L1 gibt es nur auf Deutsch. Ist das die Hürde, erledigt das AK Steuerservice die Arbeitnehmerveranlagung kostenlos, eine englischsprachige Steuerberatung kostet rund €70 bis €195 netto.

Funktionieren WISO oder Smartsteuer für eine österreichische Steuererklärung?

Nein. WISO, Smartsteuer und Lohnsteuer kompakt sind deutsche Produkte und rechnen nur deutsche Erklärungen. Sie ranken auch bei Suchen aus Österreich weit oben, deshalb kaufen Neuankömmlinge sie. Für Österreich bleiben FinanzOnline um €0, das AK Steuerservice um €0 für Angestellte, private Apps wie finanz.at um rund €3 bis €4 pro Erklärung oder eine Steuerberatung. Eine private App reicht über FinanzOnline ein, ist aber nicht das Finanzamt. Lesen Sie daher die Datenschutzbedingungen.

Ich bin nach dem 30. Juni nach Österreich gezogen. Bekomme ich heuer den Alleinverdienerabsetzbetrag?

Nein, nicht für dieses Jahr. Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag, 2026 €612 bei einem Kind, setzen voraus, dass die Familiensituation mehr als 6 Monate im Kalenderjahr besteht. Ein Zuzug nach dem 30. Juni verschiebt den Anspruch ins Folgejahr. Der Familienbonus Plus von €2.000,16 je Kind funktioniert anders: Er steht monatsweise ab dem Zuzugsmonat zu. Eine Erklärung für das Teiljahr lohnt sich daher trotzdem.

Wie viel US-Quellensteuer zahle ich als Österreicher auf Dividenden?

15%, wenn Sie bei Ihrem Broker ein W-8BEN-Formular abgegeben haben, sonst 30%. Österreich rechnet bis zu 15 Prozentpunkte auf die 27,5% KESt an. Mit Formular zahlen Sie also 15% in den USA und 12,5% in Österreich, zusammen 27,5%. Ohne Formular zahlen Sie 30% plus 12,5%, und die zusätzlichen 15% holen Sie vom IRS nur mühsam zurück. Österreichische Banken verlangen das Formular meist bei der Depoteröffnung, ausländische Broker nicht immer.

Zahle ich Steuer auf einen thesaurierenden ETF, der nichts ausschüttet?

Ja. Ein thesaurierender ETF meldet jedes Jahr einen ausschüttungsgleichen Ertrag an die OeKB, und dieser wird mit 27,5% besteuert, als wäre er ausgezahlt worden. Eine österreichische Bank bucht die Steuer nach dem Fondsgeschäftsjahr vom Verrechnungskonto ab. Halten Sie dort also Guthaben, sonst mahnt die Bank oder verkauft. Bei einem ausländischen Broker tragen Sie die OeKB-Werte selbst in die E1kv ein. Die bezahlte Steuer erhöht Ihre Anschaffungskosten, beim Verkauf wird also nicht doppelt besteuert.

Lohnt sich die Arbeitnehmerveranlagung für einen Job ab September?

Fast immer. Die Lohnverrechnung behält Lohnsteuer so ein, als liefe Ihr Monatsgehalt das ganze Jahr. Ein Job ab September wird also besteuert, als verdienten Sie zwölfmal dieses Gehalt. Die Differenz kommt nur über die Arbeitnehmerveranlagung zurück. Zeitabhängige Beträge wie Verkehrsabsetzbetrag und Pendlerpauschale werden aliquotiert, der Tarifeffekt ist aber meist größer. Das Fenster bleibt 5 Jahre offen, die Erklärung für 2021 läuft am 31. Dezember 2026 ab.