Skip to content
Menu

Haftungserklärung für Österreich (2026)

Jules de Bruin

Einwohner in Wien

Updated: 7. Juni 2026 | Found helpful by 6 others

Stand: Juni 2026. Eine Haftungserklärung ist eine formale Erklärung eines Sponsors, der sich verpflichtet, Ihre Lebenshaltungskosten in Österreich zu übernehmen. Österreich akzeptiert sie als Finanzierungsnachweis für Studierende (Sponsor mit EU-Wohnsitz) sowie für mehrere Visum- und Familienzusammenführungsrouten. Der Sponsor muss Einkommen und Kontoauszüge vorlegen, die seine finanzielle Kapazität belegen, und die Erklärung wird in der Regel notariell beglaubigt. Eine Haftungserklärung kann bis zu 5 Jahre rechtlich bindend bleiben, daher sollten Sponsoren die Verpflichtung vor der Unterzeichnung sorgfältig prüfen.

Berechnen Sie genau, wie viel Sie benötigen

Geben Sie Ihr Alter, Ihre Miete und Ihre unterhaltsberechtigten Personen ein, um Ihren Finanznachweis-Gesamtbetrag für 2026 zu erhalten.

Zum Finanznachweis-Rechner

Was ist eine Haftungserklärung?

Eine Haftungserklärung ist ein rechtlich bindendes Dokument, mit dem ein Dritter, der Sponsor, sich formal verpflichtet, die Kosten des Aufenthalts einer anderen Person in Österreich zu übernehmen. Sie dient als Garantie gegenüber dem österreichischen Staat, dass der Antragsteller nicht auf öffentliche Mittel angewiesen sein wird. Der Sponsor übernimmt die persönliche finanzielle Haftung für den Lebensunterhalt, die Unterkunft und alle anfallenden Kosten des Antragstellers während des erklärten Zeitraums.

Die Erklärung unterliegt dem österreichischen Aufenthaltsrecht und muss dem von der zuständigen Behörde akzeptierten Format entsprechen. Sie unterscheidet sich von einem einfachen Unterstützungsschreiben: Nach notarieller Beglaubigung und Einreichung entsteht eine rechtlich durchsetzbare Verpflichtung, die bis zu 5 Jahre bestehen kann. Das bedeutet, der Sponsor kann auch nach der Abreise des Antragstellers haftbar gemacht werden, wenn während des Deckungszeitraums Kosten angefallen sind.

Das Formular ist in der Regel bei migration.gv.at oder beim zuständigen österreichischen Konsulat erhältlich. Für Studierende stellt OeAD (Österreichische Agentur für Bildung und Internationalisierung) zusätzliche Informationen zu akzeptierten Formaten bereit.

Wer kann Sponsor sein und was muss er nachweisen?

Für Studentenvisumanträge muss der Sponsor in der EU ansässig sein. Dies ist eine verbindliche Voraussetzung für die meisten Fälle, die von österreichischen Universitäten und OeAD bearbeitet werden. Für bestimmte Visumkategorien und Familienzusammenführungsanträge können abweichende Anforderungen gelten. Bitte prüfen Sie dies stets bei der zuständigen Behörde oder dem Konsulat, bevor Sie sich auf einen Sponsor aus einem Nicht-EU-Land verlassen.

Der Sponsor muss ausreichende finanzielle Kapazität nachweisen, um die Kosten des Antragstellers zu decken. Die Unterlagen, die Behörden typischerweise prüfen, sind:

  • Lohnabrechnungen der letzten 3 Monate mit Angabe des Arbeitgebers sowie des Brutto- und Nettoeinkommens.
  • Kontoauszüge der letzten 3 Monate mit regelmäßigem positivem Saldo.
  • Steuerbescheid des Vorjahres, der manchmal zur Bestätigung langfristiger Einkommensstabilität angefordert wird.
  • Arbeitsvertrag oder Bestätigung des Arbeitgebers, die das aktuelle Beschäftigungsverhältnis und das monatliche Gehalt belegen.

Die Behörde prüft, ob das Einkommen des Sponsors nach Abzug der eigenen Lebenshaltungskosten ausreicht, um den Mindestunterhalt des Antragstellers in Österreich zu decken. Die aktuellen Richtsätze werden von migration.gv.at veröffentlicht und jährlich aktualisiert.

Für welche Aufenthaltstitel wird eine Haftungserklärung akzeptiert?

Eine Haftungserklärung wird als Finanzierungsnachweis für mehrere österreichische Aufenthaltstitel anerkannt:

  • Aufenthaltstitel Studierender: die häufigste Route, bei der eine Haftungserklärung eingesetzt wird. Der Sponsor muss in der EU ansässig sein. Die Erklärung deckt den erforderlichen Mindestunterhaltsbetrag für die Dauer des Aufenthaltstitels ab.
  • Schengen-Visum (Typ C): Eine Haftungserklärung kann Kurzaufenthalts-Visumanträge unterstützen, wenn der Antragsteller die Reise nicht selbst finanzieren kann.
  • Nationales Visum (Typ D): Bei einigen längerfristigen Voraufenthalts-Visumanträgen nach Ermessen des Konsulats akzeptiert.
  • Familienzusammenführung und Angehörigenanträge: Eine Haftungserklärung des in Österreich lebenden Familienmitglieds kann als Unterhaltsnachweis für das nachziehende Familienmitglied dienen.

Für die Rot-Weiß-Rot-Karte oder die EU Blue Card ist die Haftungserklärung nicht der primäre Nachweis: Bei diesen Aufenthaltstiteln sind der Arbeitsvertrag und das Gehalt des Antragstellers der zentrale Finanzierungsnachweis.

Wie füllt man eine Haftungserklärung aus und reicht sie ein?

Der folgende Ablauf gilt für den Standardfall eines Studentenvisums oder Kurzaufenthaltsvisums. Einzelheiten können je nach Aufenthaltstitel und Konsulat abweichen.

  1. Offizielles Formular beschaffen. Laden Sie das aktuelle Formular der Haftungserklärung von migration.gv.at oder beim zuständigen österreichischen Konsulat herunter. Für Studentenvisa gibt OeAD möglicherweise das akzeptierte Format vor.
  2. Sponsor füllt die Erklärung aus. Der Sponsor trägt seinen vollständigen Namen, sein Geburtsdatum, seine Adresse und eine klare Haftungserklärung ein. Die Daten des Antragstellers und die vorgesehene Aufenthaltsdauer werden ebenfalls eingetragen.
  3. Unterschrift notariell beglaubigen lassen. Der Sponsor unterzeichnet das Formular vor einem Notar. Der Notar bestätigt die Identität und die Echtheit der Unterschrift. In einigen Fällen ist die Unterschrift auch beim österreichischen Konsulat möglich.
  4. Finanzielle Unterlagen beifügen. Der Sponsor stellt die erforderlichen Nachweise zusammen: Lohnabrechnungen, Kontoauszüge und weitere von der Behörde angeforderte Dokumente (siehe Checkliste unten).
  5. Mit dem Visum- oder Aufenthaltsantrag einreichen. Die beglaubigte Erklärung und alle Sponsorunterlagen sind im vollständigen Antragspaket beim österreichischen Konsulat oder der Behörde einzureichen.

Musteranfrage an Ihren Sponsor (zum Kopieren)

Senden Sie diese E-Mail, sobald der Sponsor seine Bereitschaft bestätigt hat.

Betreff: Bitte um Haftungserklärung – Österreichisches [Studentenvisum / Visum]

Sehr geehrte/r [Name des Sponsors],

vielen Dank, dass Sie bereit sind, meinen österreichischen
[Studentenvisum- / Visum-]Antrag zu unterstützen. Für den Antrag
benötige ich eine Haftungserklärung von Ihnen.

Was dabei auf Sie zukommt:
- Ausfüllen des beigefügten offiziellen Formulars mit Ihrem Namen,
  Ihrer Adresse und einer Erklärung, dass Sie meine Lebenshaltungskosten
  in Österreich übernehmen.
- Notarielle Beglaubigung Ihrer Unterschrift.
- Beilage Ihrer Lohnabrechnungen und Kontoauszüge der letzten 3 Monate.

Die Erklärung ist bis zu 5 Jahre rechtlich bindend. Bitte lesen Sie
das Formular sorgfältig, bevor Sie unterzeichnen.

Ich benötige die beglaubigten Unterlagen bis [Datum]. Bei Fragen stehe
ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
[Ihr Name]

Welche Unterlagen muss der Sponsor beifügen?

Die folgende Checkliste umfasst die Standardanforderungen. Je nach Beschäftigungssituation des Sponsors können weitere Dokumente angefordert werden.

  • Ausgefüllte, notariell beglaubigte HaftungserklärungOriginal mit Notarsiegel; Kopien werden nicht akzeptiert.
  • Lohnabrechnungen der letzten 3 MonateMit Angabe des Arbeitgebers, Brutto- und Nettogehalt sowie Abrechnungszeitraum.
  • Kontoauszüge der letzten 3 MonateVom Konto, auf das das Gehalt eingeht. Mit Name des Kontoinhabers.
  • Arbeitsvertrag oder Bestätigung des ArbeitgebersZur Bestätigung des aktuellen Beschäftigungsverhältnisses und des monatlichen Gehalts.
  • Aktueller Steuerbescheid (bei Selbstständigkeit)Zum Nachweis stabiler Einkünfte über die letzten 12 Monate.
  • Kopie des Reisepasses oder Personalausweises des SponsorsBeglaubigte Kopie kann erforderlich sein; bitte beim Konsulat nachfragen.
  • Nachweis des EU-Wohnsitzes (falls erforderlich)Stromrechnung, Meldebestätigung oder Aufenthaltstitel im EU-Land.

Haftungserklärung mit eigenen Mitteln kombinieren

Eine Kombination aus Haftungserklärung und eigenen Ersparnissen stärkt Ihren Antrag. Wenn Sie das Sperrkonto lieber selbst einrichten möchten, können Sie ein Sperrkonto selbst einrichten. Für zusätzliche Ersparnisse eröffnen Sie ein normales Bankkonto: Ratgeber zur Kontoeröffnung in Österreich. Für günstige Auslandsüberweisungen empfiehlt sich Wise.

Häufige Fragen

Können meine Eltern aus dem Ausland als Sponsoren auftreten?

Für die meisten österreichischen Studentenvisumanträge muss der Sponsor in der EU ansässig sein. Eltern mit Wohnsitz außerhalb der EU können in der Regel keine Haftungserklärung abgeben, die die Anforderungen für das Studentenvisum erfüllt. Für bestimmte Visumkategorien ist eine Ausnahme möglich, aber Sie sollten dies immer vorab bei migration.gv.at prüfen.

Wie lange ist eine Haftungserklärung rechtlich bindend?

Eine Haftungserklärung kann bis zu 5 Jahre ab dem Unterzeichnungsdatum rechtlich bindend sein. In diesem Zeitraum haftet der Sponsor für die erklärten Kosten, auch wenn der Aufenthaltstitel des Antragstellers verlängert wird. Sponsoren sollten diese Verpflichtung sorgfältig prüfen, bevor sie unterzeichnen.

Muss der Sponsor in Österreich oder in der EU wohnen?

Für Studentenvisumanträge, die von den österreichischen Behörden und OeAD bearbeitet werden, muss der Sponsor in der Regel in der EU ansässig sein. Bei anderen Visa- und Familienzusammenführungsanträgen können abweichende Anforderungen gelten. Bitte prüfen Sie die spezifischen Regelungen auf migration.gv.at oder beim zuständigen österreichischen Konsulat.

Ist eine notarielle Beglaubigung der Haftungserklärung erforderlich?

In den meisten Fällen ja. Österreichische Behörden und Konsulate verlangen in der Regel, dass die Unterschrift des Sponsors notariell beglaubigt wird. Bei einigen Antragswegen kann die Unterschrift stattdessen vor dem österreichischen Konsulat geleistet werden. Bitte prüfen Sie die spezifischen Anforderungen für Ihren Aufenthaltstitel, bevor Sie das Dokument beglaubigen lassen.

Kann ich eine Haftungserklärung mit eigenen Ersparnissen kombinieren?

Ja. Viele Antragsteller kombinieren eine Haftungserklärung mit eigenen Bankersparnissen oder einem Sperrkonto, um den gesamten Finanzierungsnachweis zu erbringen. Die Behörden bewerten das Gesamtbild. Stellen Sie sicher, dass jedes Element klar dokumentiert ist und der Gesamtbetrag den erforderlichen monatlichen Mindestbetrag erreicht oder überschreitet.

Quellen: migration.gv.at, OeAD. Stand: Juni 2026.