Wohnungssuche in Österreich (2026)

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Neue Mietinserate in Wien verlangen im Median €22,45 pro m² inklusive Betriebskosten, eine 35-m²-Wohnung kostet also rund €786 im Monat. Rechnen Sie mit einer Kaution von 3 Bruttomonatsmieten. Wer auf ein Inserat antwortet, zahlt nach dem Bestellerprinzip (§ 17a MaklerG) €0 Provision. Seit 1. Jänner 2026 müssen Befristungen bei Unternehmer-Vermietern mindestens 5 Jahre laufen. Melden Sie Ihre Adresse (Meldezettel) binnen 3 Tagen nach dem Einzug an.
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Was sind die besten Wohnungsplattformen in Österreich?
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Wo können Sie in Österreich nach Wohnungen suchen?
| Portal | Am stärksten bei | Achtung bei |
|---|---|---|
| willhaben | Die meisten Privatvermieter ohne Makler, Nachmieter-Wohnungen und weitergegebene Genossenschaftswohnungen mit Finanzierungsbeitrag (eine 90-m²-Wohnung im 10. Bezirk verlangte €24.412,26) | Vorkasse-Betrug und Fake-Inserate mit gestohlenen Fotos; Ablöse-Forderungen für Möbel (rund €5.000 sind nicht selten) sind verhandelbar und ungeschützt |
| ImmoScout24 | Maklerinserate mit Grundriss und Energieausweis; das Netzwerk zählt rund 100.000 Angebote und 2,3 Millionen Nutzer im Monat (Q1 2026) | Überwiegend Makler, Gehaltszettel also fast sicher; manche Inserate bleiben nach der Vergabe als Köder online |
| derStandard.at Immobilien | Wohnungen in Wien, Graz und Linz in redaktionellem Umfeld, mit Mietrecht-Ratgeber | Kleineres Volumen und viele Dubletten zu ImmoScout24 |
| Immowelt | Vertraute Oberfläche für Zuziehende aus Deutschland | Wenige österreichische Inserate; deutsche Rechtstexte (Kaution in Nettokaltmieten) gelten hier nicht |
| Wohnberatung Wien und Bauträger | Geförderter Neubau direkt von gemeinnützigen Bauvereinigungen, ohne Provision | Einkommensgrenzen und Finanzierungsbeitrag; Gemeindewohnungen verlangen für das Wohn-Ticket 2 Jahre Hauptwohnsitz in Wien |
Die beliebtesten Plattformen für Mietwohnungen in Österreich:
- Willhaben.at: Österreichs größte Kleinanzeigen-Plattform. Erste Anlaufstelle für Wohnungsinserate, mit privaten und Makler-Anzeigen.
- ImmobilienScout24.at: Großes Immobilienportal mit detaillierten Suchfiltern für Lage, Preis, Größe und Ausstattung.
- Immowelt.at: Für Zuziehende aus Deutschland vertraut, aber mit deutlich weniger österreichischen Inseraten. Die Ratgeber beschreiben teils deutsches Recht: In Österreich gilt § 17a MaklerG, und die Kaution wird in Bruttomonatsmieten gerechnet.
- derStandard.at Immobilien: Das Portal der Tageszeitung. Kleiner als willhaben, mit weniger Betrugsinseraten und einem Mietrecht-Ratgeber direkt neben den Inseraten.
- Facebook-Gruppen: Gruppen wie „WG-Zimmer & Wohnungen Wien“ oder „Expats in Vienna“ bieten oft direkte Vermieterinserate ohne Maklergebühr.
- wg-gesucht.de: Beliebt für Wohngemeinschaften (WGs), vor allem bei Studierenden und jungen Berufstätigen.
Für Familien und längere Aufenthalte übersehen Zuziehende meist die Genossenschaft. Gemeinnützige Bauvereinigungen vermieten Neubauten ohne Provision und zu Kostenmieten weit unter dem freien Markt, gegen einen Finanzierungsbeitrag beim Einzug. In Wien kann das Eigenmittelersatzdarlehen der Stadt diesen Beitrag decken; der Antrag muss binnen 3 Monaten nach Vertragsabschluss gestellt werden, über wien.gv.at. Gemeindewohnungen bleiben Neuankömmlingen verschlossen, bis sie 2 Jahre durchgehend in Wien hauptgemeldet sind.
Welcher Weg zur Mietwohnung passt zu Ihrer Situation?
| Situation | Bester Weg | Warum, in Zahlen |
|---|---|---|
| Neu angekommen, €900 Budget, Wien | willhaben Privat- und Nachmieter-Inserate, oder ein WG-Zimmer als Übergang | Beim Wiener Angebotsmedian von €22,45/m² reichen €900 für etwa 40 m². Halten Sie 3 Bruttomonatsmieten für die Kaution bereit |
| Studierende, €500 Budget, Graz | ÖH-Wohnungsbörse und WG-Gesucht, oder ein Studentenheim | Bei €15,15/m² deckt €500 am freien Markt etwa 33 m², realistisch ist also eine WG |
| Makler verlangt 2 Monatsmieten Provision | €0 zahlen, auf § 17a MaklerG verweisen, den schriftlichen Auftrag zeigen lassen | Hat der Vermieter zuerst beauftragt, ist eine Mieterprovision unwirksam und rückforderbar |
| Familie, 3 Zimmer, Salzburg | Genossenschaft plus Privatinserate | 75 m² beim Angebotsmedian von €21,96/m² kosten rund €1.647 im Monat; Genossenschaftsmieten liegen weit darunter |
| Projekt für 8 Monate | Möblierte Zweitwohnung oder Untermiete mit schriftlicher Zustimmung | Eine Zweitwohnung wegen eines beruflichen Ortswechsels darf bis zu 6 Monate außerhalb des MRG vermietet werden |
| Drittstaat, keine österreichischen Gehaltszettel, Linz | Bürgschaft, ausländischer Arbeitsvertrag und Kontoauszüge | Kein Gesetz verlangt Gehaltszettel. Linz ist mit €15,51/m² der mildeste Großstadtmarkt, 4 % unter dem Vorjahr |
| Befristung läuft aus, Sie wollen bleiben | Schriftliche Verlängerung 3 bis 6 Monate vorher verhandeln | Der Vermieter muss nicht verlängern. Handelt niemand, verlängert sich der Vertrag einmal und wird dann unbefristet |
| Kaution ohne Belege einbehalten | Schlichtungsstelle (Wien: kostenlos) oder die AK | Die Kaution ist nach § 16b MRG unverzüglich samt Zinsen zurückzuzahlen |
Mietwerte sind Median-Bruttoangebotsmieten pro m² aus der ImmoScout24-Datenanalyse für Jänner bis April 2026. Wohnungsgrößen und Monatsbeträge sind unsere eigene Rechnung. Angebotsmieten liegen deutlich über den tatsächlich bezahlten Mieten.
Welcher Weg funktioniert, hängt weniger von der Stadt ab als von Budget, Vertragsdauer und Unterlagen. Wer keine österreichischen Gehaltszettel hat, kommt bei Privatvermietern auf willhaben weiter als bei Maklerinseraten, die fast immer 3 Gehaltszettel verlangen. Wer unter einem Jahr bleibt, bekommt gar keinen regulären Hauptmietvertrag, weil die Mindestbefristung im MRG 3 oder 5 Jahre beträgt.
Der Abstand zwischen Angebots- und Bestandsmiete zählt für die Planung. Statistik Austria weist für das erste Quartal 2026 eine tatsächlich bezahlte Durchschnittsmiete von €10,50/m² inklusive Betriebskosten aus, das sind €695,10 pro Wohnung. In diesem Schnitt stecken Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen. Deshalb kosten neue Inserate in Wien pro Quadratmeter etwa das Doppelte.
Welche Unterlagen verlangen Vermieter, und welche sind gesetzlich nötig?
| Unterlage | Status | Was das für Zuziehende heißt |
|---|---|---|
| Reisepass oder Lichtbildausweis | Gesetzlich nötig für die Meldung | Sie brauchen ihn für den Meldezettel, daher verlangen Vermieter eine Kopie |
| Meldezettel | Gesetzlich nötig, aber erst nach dem Einzug | Folge des Mietvertrags, nicht Voraussetzung. Wer ihn vor dem Einzug verlangt, verlangt Unmögliches |
| 3 Gehaltszettel oder Arbeitsvertrag | Üblich, nicht gesetzlich | Manche Privatvermieter akzeptieren einen ausländischen Vertrag plus Kontoauszüge |
| Bürgschaft | Üblich als Ausgleich | Der Vermieter darf sie verlangen, muss sie aber nicht annehmen. Üblich sind Eltern oder der Arbeitgeber |
| Aufenthaltstitel (Drittstaat) | Keine mietrechtliche Voraussetzung | Praktisch relevant, und für die Wiener Wohnbeihilfe, die 5 Jahre rechtmäßigen Aufenthalt verlangt |
| Haushaltsversicherung | Nicht gesetzlich, oft im Mietvertrag gefordert | Vor der Unterschrift prüfen; siehe Haftpflichtversicherung |
Kein österreichisches Gesetz schreibt vor, welche Unterlagen ein Vermieter verlangen darf. Gesetzlich nötig ist im ganzen Ablauf nur Ihr Lichtbildausweis für die Meldung, und der Meldezettel selbst kommt nach dem Vertrag. Alles andere, Gehaltszettel, Bürgschaft, KSV1870-Auskunft, ist Marktbrauch. Sie können dafür Ersatz anbieten.
Bei Besichtigungen entscheidet trotzdem das Tempo. Beliebte Wiener Wohnungen erhalten binnen Stunden Dutzende Anfragen, viele Inserate sind in unter 48 Stunden weg. Nehmen Sie eine Mappe mit Ausweis, Arbeitsvertrag und aktuellen Kontoauszügen mit, damit Sie sofort zusagen können. Zahlen Sie nie eine Kaution oder "Reservierungsgebühr" vor der Unterschrift: Das ist das häufigste Betrugsmuster bei offenen Kleinanzeigen.
Wie hoch ist die Kaution und wer zahlt die Maklerprovision?
| Kaution | Regel (§ 16b MRG und Praxis) |
|---|---|
| Übliche Höhe | 3 Bruttomonatsmieten. Keine gesetzliche Obergrenze; rund 6 gilt in der Praxis als kritische Grenze |
| Veranlagung | Barkautionen kommen auf ein verzinstes Sparbuch oder eine gleich sichere, getrennte Anlage. Auf Verlangen muss der Vermieter Sie schriftlich informieren |
| Zinsen | Stehen Ihnen zu und kommen mit der Kaution zurück |
| Rückzahlung | Unverzüglich nach Vertragsende, abzüglich nur berechtigter Forderungen: Mietrückstand, Schäden über die Abnutzung hinaus, offene Betriebskosten |
| Vermieter insolvent | Aussonderung des Sparbuchs (§ 48 IO), die Kaution geht nicht an andere Gläubiger |
| Haus mit 1 oder 2 Wohnungen | Außerhalb des MRG, also keine gesetzliche Anlagepflicht. Regeln Sie das im Vertrag |
| Wer hat den Makler beauftragt (§ 17a MaklerG) | Mieter zahlt | Vermieter zahlt |
|---|---|---|
| Vermieter hat zuerst beauftragt (Regelfall) | €0 | Bis zu 3 Bruttomonatsmieten + 20 % USt |
| Sie haben zuerst beauftragt, Vertrag ab 3 Jahren oder unbefristet | Bis zu 2 Bruttomonatsmieten + 20 % USt | Nichts |
| Sie haben zuerst beauftragt, Vertrag unter 3 Jahren | Bis zu 1 Bruttomonatsmiete + 20 % USt | Nichts |
| Makler mit dem Vermieter verbunden, oder mit dessen Zustimmung inseriert | €0, auch mit eigenem Auftrag | Wie vereinbart |
Die Kaution beträgt typischerweise 3 Bruttomonatsmieten, also Hauptmietzins plus Betriebskosten, ohne USt und Heizung. Bei einer 55-m²-Wohnung in Wien zum Angebotsmedian von €22,45/m² sind das €3.705, mit der ersten Monatsmiete brauchen Sie rund €4.940 in bar, bevor Sie den Schlüssel bekommen. Nach § 16b MRG muss der Vermieter sie getrennt veranlagen und samt Zinsen zurückzahlen.
Die Provision ist einfacher als ihr Ruf. § 17a MaklerG erlaubt eine Provisionsvereinbarung mit Wohnungssuchenden nur, wenn diese den Makler zuerst beauftragt haben. Wer auf ein Inserat antwortet, schuldet €0, und jede Klausel, die die Provision des Vermieters auf den Mieter abwälzt, ist unwirksam. Verstöße kosten den Makler bis zu €3.600 Strafe, bereits Bezahltes ist rückforderbar. Die Höchstgrenzen erklärt oesterreich.gv.at.
Vor 2023 zahlten Mieter regelmäßig bis zu zwei Monatsmieten Provision. Achten Sie auf die Umwege, die an ihre Stelle getreten sind: eine Besichtigungsgebühr, eine Reservierungsgebühr oder die Bitte, nach der Besichtigung einer inserierten Wohnung noch einen "Suchauftrag" zu unterschreiben. Keiner dieser Wege verlagert die Provision auf Sie. Eine Ablöse für Möbel des Vormieters ist erlaubt, aber verhandelbar, und Sie zahlen sie auf eigenes Risiko.
Beauftragen Sie selbst einen Suchmakler, begrenzen drei Details die Rechnung. Ein einfacher Maklervertrag ist jederzeit ohne Frist kündbar. Ein Alleinvermittlungsauftrag bindet Verbraucher nur schriftlich und befristet, in der Praxis bis zu 3 Monate bei einer Miete. Einen online oder außerhalb des Büros geschlossenen Vertrag können Sie nach dem FAGG binnen 14 Tagen widerrufen, ohne Belehrung bis zu 12 Monate und 14 Tage. Wird ein Vertrag unter 3 Jahren später über 3 Jahre verlängert oder unbefristet, darf der Makler 1 weitere Bruttomonatsmiete verlangen.
Wie lange muss ein befristeter Mietvertrag seit der Änderung 2026 laufen?
| Regel (Wohnungen im MRG) | Ab 1. Jänner 2026 | Vor 2026 |
|---|---|---|
| Mindestbefristung | 5 Jahre bei Unternehmer-Vermietern, 3 Jahre bei privaten | 3 Jahre für alle |
| Befristung zu kurz | Vertrag gilt als unbefristet | Gleich |
| Mieter kündigt vorzeitig | Nach 1 Jahr, mit 3 Monaten Frist zum Monatsletzten, frühestes Ende also nach Monat 16 | Gleich |
| Schriftliche Verlängerung | Beliebig oft, jeweils mindestens 5 bzw. 3 Jahre | Mindestens 3 Jahre |
| Niemand handelt bei Ablauf | Verlängert sich einmal um 5 bzw. 3 Jahre, danach unbefristet | Einmal um 3 Jahre |
| Befristungsabschlag | 25 % unter dem Richtwertmietzins (nur MRG-Vollanwendung) | Gleich |
| Vermieter kündigt unbefristet | Nur gerichtlich, aus einem Grund nach § 30 MRG | Gleich |
Seit 1. Jänner 2026 muss ein befristeter Wohnungsmietvertrag mit einem Unternehmer-Vermieter nach § 29 MRG mindestens 5 Jahre laufen. Private Vermieter, die keine Unternehmer im Sinne des KSchG sind, dürfen weiterhin 3 Jahre befristen. Eine kürzere Frist verkürzt Ihren Aufenthalt nicht: Der Vertrag wird einfach unbefristet. Ihr Kündigungsrecht nach dem ersten Jahr mit 3 Monaten Frist bleibt.
Wer als Unternehmer-Vermieter gilt, entscheidet der Einzelfall; Immobiliengesellschaften und Vermieter mehrerer Wohnungen mit gewerblichem Charakter fallen meist darunter. Verträge vor 2026 behalten ihren vereinbarten Endtermin, Verlängerungen folgen aber den neuen Mindestfristen. Den Übergang erklärt oesterreich.gv.at zur Befristung.
Der Befristungsabschlag von 25 % (§ 16 Abs 7 MRG) wird am häufigsten übersehen. Er gilt nur für Richtwertwohnungen in Vollanwendung, meist Altbauten vor 1945. Wurde Ihr befristeter Altbau-Mietzins ohne ihn festgesetzt, ist die Überzahlung über die Schlichtungsstelle oder das Gericht rückforderbar. Die AK Wien prüft Mietverträge kostenlos.
Welche Rechte haben Sie als Mieter in Österreich?
Österreich hat starken Mieterschutz im Mietrechtsgesetz (MRG), das für die meisten vor 1945 errichteten Altbauten und für geförderten Wohnbau voll gilt. Die Arbeiterkammer bietet kostenlose Rechtsberatung zum Mietrecht. Wesentliche Schutzrechte: regulierte Mieterhöhungen, keine Räumung ohne Gericht und das Recht, überhöhte Mieten bei der Schlichtungsstelle anzufechten. Neubauten (Erstbezug) sind weniger reguliert, die Mieten folgen dem Markt.
Lesen Sie den Mietvertrag sorgfältig. Lassen Sie ihn idealerweise von der Mieterhilfe in Wien oder einer ähnlichen Stelle in Ihrer Stadt prüfen. Der Vertrag soll Hauptmietzins, Betriebskosten und alle Zusatzgebühren ausweisen. Die Betriebskostenabrechnung ist bis 30. Juni des Folgejahres fällig; Reparaturen und Sanierungen dürfen nicht auf Sie umgelegt werden.
Wie melden Sie Ihre Adresse an (Meldezettel)?
| Anmeldung | Frist | Kosten und Details |
|---|---|---|
| Meldezettel (Haupt- oder Nebenwohnsitz) | Binnen 3 Tagen ab Einzug | €0. Vom Vermieter unterschriebenes Formular plus Lichtbildausweis. Bei Fristversäumnis drohen bis zu €726, im Wiederholungsfall €2.180 |
| ORF-Beitrag | Automatisch nach Meldung eines Hauptwohnsitzes | €15,30 pro Monat in Wien, Nieder- und Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg; die Steiermark schlägt €4,70 auf. Seit 2026 gibt es den Erlagschein nur noch jährlich (€183,60), Raten nur per SEPA-Lastschrift |
| Strom und Gas | Am Einzugstag | Zählerstand und Zählernummer bei der Übergabe fotografieren; Tarife mit dem E-Control-Tarifkalkulator vergleichen |
| Nachsendeauftrag | Rund 3 Werktage vor dem Umzug | Kostenpflichtig nach Dauer, für 3 bis 12 Monate, bei der Österreichischen Post |
| EU-Bürger mit Aufenthalt über 3 Monate | Binnen 4 Monaten ab Einreise | Anmeldebescheinigung, in Wien bei der MA 35; aktuelle Gebühr dort prüfen |
Binnen 3 Tagen nach dem Einzug müssen Sie Ihre Adresse anmelden (Meldezettel), beim Meldeservice oder Gemeindeamt, wie oesterreich.gv.at erklärt. Sie brauchen das vom Vermieter unterschriebene Formular und Ihren Reisepass. Verweigert der Vermieter die Unterschrift, ist das strafbar, und das Amt meldet Sie trotzdem an.
Der Meldezettel öffnet fast alles Weitere. Sie brauchen ihn, um ein Bankkonto zu eröffnen, einen Mobilfunkvertrag abzuschließen und sich bei der Krankenversicherung anzumelden. Die Meldung eines Hauptwohnsitzes löst außerdem automatisch den ORF-Beitrag aus, die erste Vorschreibung kommt binnen Wochen.
Was berichten Wiener Mieter über Kaution und Makler?
Die Konflikte, die Mieter schildern, sammeln sich an zwei Stellen: bei der Kaution, die beim Auszug einbehalten wird, und bei Maklern, die das Bestellerprinzip mit Gebühren unter anderem Namen testen. Der rote Faden in den Antworten sind Beweise. Ein unterschriebenes Übergabeprotokoll mit datierten Fotos entscheidet Kautionsstreitigkeiten, und die kostenlose Schlichtungsstelle ist die erste Anlaufstelle vor jedem Anwalt.
Was Einwohner berichten
- − Kaution komplett einbehalten: Vier Mitbewohner berichten nach 18 Monaten in einem 80-m²-Erstbezug, dass die Vermieterin die gesamte Kaution von €6.000 behielt und weitere €4.000 forderte, etwa für komplettes Ausmalen und Neukauf statt Reparatur. Die Kommentare hielten einzelne Posten für berechtigt, die Summe für weit überzogen. (r/wien, 2026)
- ○ 75 % der Kaution einbehalten: Ein Wiener Mieter fragte, ob ein Einbehalt von drei Vierteln der Kaution üblich sei. Die meisten Antworten verneinten und verwiesen auf die Schlichtungsstelle, weil sie nichts kostet und kein Kostenrisiko für die Gegenseite birgt. (r/wien, 2025)
- − Abgenutzte Schlüssel verrechnet: Eine Hausverwaltung wollte das Nachmachen von drei abgenutzten Schlüsseln von der Kaution abziehen. Der Thread war sich einig: Normale Abnutzung ist kein Mieterschaden, also schriftlich widersprechen. (r/wien, 2026)
- − Kaution vor Unterschrift verlangt: Jemand fragte, ob eine Kaution vor Vertragsunterschrift normal sei. Die Antworten sahen darin ein typisches Betrugs- oder Druckmuster: erst gegen unterschriebenen Vertrag oder Schlüsselübergabe zahlen. (r/wien, 2024)
- + €1.600 Provision verlangt: Einem Wohnungssuchenden wurden rund um die Ankündigung des Bestellerprinzips €1.600 Provision abverlangt. Die Kommentare erklärten, dass ein Mieter ohne eigenen Auftrag nach der neuen Regel nichts schuldet. (r/wien, 2022)
- + Besichtigungsgebühr vom Makler: Eine Leserin fragte, ob ein Makler für eine Besichtigung Geld verlangen darf. Der Tenor: nein. Ohne vorherigen Suchauftrag des Mieters darf der Makler auch keinen Aufwandsersatz verrechnen. (r/wien, 2025)
- ○ Eigenen Suchmakler beauftragen: Mieter diskutierten, ob sich ein eigener Suchmakler lohnt. Der Thread hielt fest, dass er dann zu Recht 1 bis 2 Bruttomonatsmieten kostet und nur bei sehr knapper Frist sinnvoll ist, sonst auf Inserate antworten und nichts zahlen. (r/wien, 2026)
- + Genossenschaft statt Privatmarkt: Ein Wiener Paar, das zwei Jahre in einer Genossenschaftswohnung lebte, beschreibt sie als pro Quadratmeter größer, mit einem Zimmer mehr und moderner als die vorherige private Mietwohnung. (r/wien, 2024)
Sinngemäß wiedergegeben aus öffentlichen Beiträgen, jeweils datiert und verlinkt. Eine kleine Auswahl, keine repräsentative Umfrage.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich als Mieter in Österreich eine Maklerprovision zahlen?
Nicht, wenn der Vermieter den Makler zuerst beauftragt hat, und das ist der Regelfall. Seit 1. Juli 2023 darf ein Makler nach § 17a MaklerG eine Provision mit Wohnungssuchenden nur vereinbaren, wenn diese ihn als Erste beauftragt haben. Wer auf ein Inserat antwortet, schuldet €0. Unzulässig bezahlte Provision ist rückforderbar, ein vorgeschobener Mieterauftrag ist unwirksam.
Wie lange muss ein befristeter Mietvertrag seit 2026 laufen?
Bei Wohnungen im MRG mindestens 5 Jahre, wenn der Vermieter Unternehmer im Sinne des KSchG ist, und mindestens 3 Jahre bei privaten Vermietern, nach § 29 MRG in der Fassung ab 1. Jänner 2026. Eine kürzere Befristung macht den Vertrag unbefristet. Der Mieter kann nach dem ersten Jahr mit 3 Monaten Frist zum Monatsletzten kündigen.
Wann muss der Vermieter die Kaution zurückzahlen?
§ 16b MRG sagt: unverzüglich nach Ende des Mietverhältnisses, samt den Zinsen. Einbehalten darf der Vermieter nur, was er für berechtigte Forderungen aus dem Mietverhältnis braucht, etwa Mietrückstand oder Schäden über die normale Abnutzung hinaus. Hält er sie ohne Beleg zurück, entscheidet in Städten mit Schlichtungsstelle diese kostenlos.
Darf ein Vermieter vor dem Einzug einen Meldezettel verlangen?
Verlangt wird er oft, möglich ist es nicht: Melden können Sie sich erst nach dem Einzug, binnen 3 Tagen. Auch Gehaltszettel schreibt kein Gesetz vor. Üblich sind Reisepass, 3 aktuelle Gehaltszettel oder ein Arbeitsvertrag und manchmal eine Bürgschaft. Manche Privatvermieter akzeptieren einen ausländischen Arbeitsvertrag plus Kontoauszüge.
Kann ich in Österreich eine Wohnung für weniger als ein Jahr mieten?
Nur außerhalb der Hauptmietregeln. § 1 Abs 2 Z 3 MRG nimmt eine Zweitwohnung aus, die wegen eines beruflichen, vorübergehenden Ortswechsels für höchstens ein halbes Jahr gemietet wird. Sonst gilt die Mindestbefristung, kurze Aufenthalte laufen also über Untermiete (mit schriftlicher Zustimmung des Hauptmieters und oft der Hausverwaltung), möblierte Wohnen auf Zeit oder Studentenheime.
Wann bekomme ich den Finanzierungsbeitrag der Genossenschaft zurück?
Binnen 8 Wochen nach der Rückgabe der Wohnung. § 17 WGG gibt ausscheidenden Genossenschaftsmietern einen Anspruch auf Rückzahlung des Grund- und Baukostenbeitrags, fällig binnen 8 Wochen nach Räumung (Abs 3). Er verringert sich um 1 % pro Jahr (Abs 4), gerechnet ab der Benützungsbewilligung des Hauses, nicht ab Ihrem Einzug. Ein Beitrag von €20.000 in einem 10 Jahre alten Haus kommt mit rund €18.000 zurück. Berechtigte Forderungen aus dem Mietverhältnis darf die Bauvereinigung vorher abziehen.
Was ist das Eigenmittelersatzdarlehen der Stadt Wien?
Ein Darlehen der Stadt Wien, das den Grund- und Baukostenbeitrag für eine geförderte Wohnung finanziert. Es läuft mit fix 1 % bis zu 25 Jahre, die Rückzahlung beginnt nach dem 5. Jahr. Das Haus darf höchstens 25 Jahre alt sein, die Wohnung höchstens 150 m² groß. Sie müssen volljährig sein, österreichische oder EU-Staatsbürgerschaft oder eine gültige Aufenthaltsbewilligung haben und unter der Grenze der Förderstufe 4 liegen: €89.440 netto im Jahr für eine vierköpfige Familie (2026). Antrag binnen 3 Monaten nach Vertragsabschluss, kostenlos.
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