Krankenversicherung in Österreich (2026)
Updated: 16. Juli 2026| Found helpful by 5 others
Stand Juli 2026: Die Krankenversicherung ist für alle Einwohner Österreichs verpflichtend. Angestellte Menschen werden automatisch angemeldet und zahlen 3,87% des Bruttogehalts (Arbeitgeber zahlt zusätzlich 3,78%, ein gesetzlicher Gesamt-Krankenversicherungssatz von 7,65%) (ASVG, 2026). Nicht erwerbstätige Einwohner können sich über die OGK selbst versichern, um EUR 495,58/Monat (EUR 69,13/Monat für Studierende) (ÖGK, 2024). Eine private Zusatzkrankenversicherung von Anbietern wie Uniqa oder Wiener Städtische kostet EUR 40 bis EUR 50/Monat und bringt Privatzimmer im Spital, kürzere Wartezeiten und freie Arztwahl.
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Welche ist die beste private Krankenversicherung in Österreich?
Den Markt für Zusatzkrankenversicherungen in Österreich führt UNIQA mit rund 44% Marktanteil an, gefolgt von Merkur (~18%), Wiener Städtische (~18%), Generali (~14%) und Allianz (~4%) (krankenversichern.at, 2026). UNIQA ist auch der Krankenversicherer Nr. 1 in Österreich, weshalb die meisten Menschen ihre Suche nach privatem Schutz dort beginnen, bevor sie nach Preis und englischsprachigem Support vergleichen.
| Versicherer | Marktanteil private Krankenversicherung |
|---|---|
| UNIQA | ~44% |
| Merkur | ~18% |
| Wiener Städtische | ~18% |
| Generali | ~14% |
| Allianz | ~4% |
Quelle: krankenversichern.at, 2026.
Die Prämien der privaten Zusatzversicherung steigen mit dem Eintrittsalter. Kinder starten bei rund EUR 30/Monat; ein Eintrittsalter von 20 beginnt bei EUR 51/Monat im Basis-Tarif, steigt auf EUR 61 mit 30 und EUR 65 mit 40 Jahren, während die höchsten Premium-Stufen EUR 154 bis 224/Monat erreichen (krankenversichern.at, 2026).
| Eintrittsalter | Basis | Comfort | Premium |
|---|---|---|---|
| Kind | ~EUR 30 | n/v | n/v |
| Alter 20 | EUR 51 | EUR 51 | EUR 109 |
| Alter 30 | EUR 61 | EUR 60 | EUR 135 |
| Alter 40 | EUR 65 | EUR 76 | EUR 159 |
Basis, Comfort und Premium sind beispielhafte Tarifstufen; die höchsten Premium-Stufen erreichen EUR 154 bis 224/Monat. Quelle: krankenversichern.at, 2026.
Eine private Zusatzkrankenversicherung kann Ihre Erfahrung im österreichischen Gesundheitssystem deutlich verbessern. Hier sind Anbieter, die bei Menschen beliebt sind:
Uniqa Zusatzkrankenversicherung
Am beliebtesten. Größter österreichischer Zusatzkrankenversicherer mit dem breitesten Spitalsnetzwerk und englischsprachigen Tarifoptionen.
Uniqa-Angebot einholen- Monatsprämie
- Ab EUR 50/Monat
- Deckung
- Sonderklasse + Fachärzte
- Wartezeit
- Bei manchen Behandlungen
- Englischer Support
- Ja
Preise Stand August 2026, auf der Anbieterseite prüfen.
Pros
- Stark anpassbare MedExtra-Pakete
- Englischsprachiger Kundenservice
- Starker Ruf in Österreich
Cons
- Tarife ab EUR 50/Monat können sich summieren
- Schadensbearbeitung kann langsam sein
Beste Wahl für Menschen, die individuelle Privatspital- und Facharzt-Abdeckung mit englischem Support wünschen
Wiener Städtische Krankenversicherung
In Wien ansässiger Versicherer mit starker Privatspital-Abdeckung und konkurrenzfähigen Familientarifen.
Wiener Städtische-Tarife ansehen- Monatsprämie
- Ab EUR 40/Monat
- Deckung
- Privat- + Halbprivatzimmer
- Englischer Support
- Begrenzt
Preise Stand August 2026, auf der Anbieterseite prüfen.
Pros
- Niedrigerer Einstiegspreis (EUR 40/Monat)
- Flexible Modulstruktur
- Familienrabatte verfügbar
Cons
- Weniger englischsprachiger Support als Uniqa
- Manche Module nur im Bundle
Beste Wahl für Familien, die flexible Modultarife mit Kinder-Rabatten suchen
Generali Krankenversicherung
Beste digitale Schadensmeldung und englischsprachiger Kundenservice bei Zusatzversicherungen.
Generali-Tarife vergleichen- Monatsprämie
- Ab EUR 45/Monat
- Deckung
- Zahn + Sonderklasse
- Englischer Support
- Ja
Preise Stand August 2026, auf der Anbieterseite prüfen.
Pros
- Umfassende Zahnpakete
- Schadenfreiheitsbonus senkt die Prämie über die Jahre
- Online-Schadensportal
Cons
- Bei Menschen weniger bekannt als Uniqa
- Weniger englischsprachige Ressourcen
Beste Wahl für Menschen, denen Zahnabdeckung wichtig ist und die einen Schadenfreiheitsbonus mitnehmen möchten
Wie funktioniert das österreichische Sozialversicherungssystem?
Die Krankenversicherung in Österreich ist Teil des umfassenden Sozialversicherungssystems (Sozialversicherung). Sie ist verpflichtend für alle Einwohner, die angestellt, selbständig oder Bezieher bestimmter Sozialleistungen sind. EU-Bürger und Inhaber eines Arbeitsvisums sind beide versichert, sobald sie angestellt sind. Die Beiträge werden als Prozentsatz Ihres Bruttogehalts berechnet und zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber geteilt. Stand 2024 beträgt der Arbeitnehmeranteil 3,87% des Bruttogehalts, der Arbeitgeber zahlt zusätzlich 3,78%, ein gesetzlicher Gesamt-Krankenversicherungssatz von 7,65% (ASVG, 2026).
Ihr Versicherungsschutz beginnt am ersten Arbeitstag. Sie erhalten eine e-card (elektronische Krankenversicherungskarte), die Sie bei jedem Arzt- oder Apothekenbesuch vorlegen. Die e-card deckt durch Mitversicherung kostenlos auch Ihre Angehörigen (Ehepartner, Kinder) ab, sofern diese keine eigene Versicherung über ein Beschäftigungsverhältnis haben.
Welcher Versicherungsträger versichert Sie in Österreich?
OGK (Österreichische Gesundheitskasse)
Die Österreichische Gesundheitskasse versichert die große Mehrheit der Arbeitnehmer in Österreich, mit 7,6 Mio. Versicherten (ÖGK, 2026). Sie wurde 2020 durch Zusammenlegung der bisherigen neun Gebietskrankenkassen zu einem bundesweiten Träger gegründet. Wenn Sie als Arbeitnehmer in einem privaten Unternehmen tätig sind, ist dies fast sicher Ihr Versicherer.
SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen)
Die SVS versichert Freiberufler (Neue Selbständige), Gewerbetreibende und Landwirte. Wenn Sie selbständig sind oder ein Unternehmen in Österreich führen, sind Sie über die SVS versichert. Die Pflichtversicherung bei der SVS greift, sobald Ihr Jahresgewinn EUR 6.221,28 übersteigt (SVS, 2024). Mehr dazu in unserem Leitfaden zum Freelance-Visum.
BVAEB (Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau)
Dieser Träger versichert Beamte, Eisenbahn- und Bergbau-Bedienstete. Die BVAEB bietet tendenziell etwas bessere Leistungen als die OGK, mit höheren Erstattungssätzen für manche medizinische Leistungen.
Was ist der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung?
Anders als in manchen Ländern gibt es in Österreich kein vollständig getrenntes privates Krankenversicherungssystem, das die gesetzliche Abdeckung ersetzt. Die gesetzliche Versicherung ist verpflichtend, die private wirkt als Zusatzversicherung. Die wesentlichen Unterschiede:
Gesetzlich (OGK/SVS/BVAEB)
- • Hausarzt- und Facharztbesuche
- • Spitalsaufenthalte in der allgemeinen Klasse
- • Medikamente (mit Selbstbehalt)
- • Grundlegende Zahnversorgung
- • Mutterschafts- und Kinderbetreuungsleistungen
- • Physiotherapie (mit Überweisung)
Privat (Zusatzversicherung)
- • Privat- oder Halbprivat-Spitalszimmer
- • Freie Arztwahl im Spital
- • Kürzere Wartezeiten bei Fachärzten
- • Erweiterte Zahnabdeckung
- • Alternativmedizin (Osteopathie etc.)
- • Bessere Abdeckung für Brillen und Linsen
Wie viele Ärzte akzeptieren die gesetzliche im Vergleich zur privaten Krankenversicherung in Österreich?
In Österreich gibt es rund 8.000 Kassenärzte, die einen Vertrag mit einer gesetzlichen Krankenkasse haben, gegenüber etwa 11.000 Wahlärzten ohne einen solchen Vertrag (krankenversichern.at, 2026). Die gesetzliche Versicherung übernimmt nur bei Kassenärzten die vollen Kosten; eine private Zusatzversicherung erweitert Ihren Zugang zum größeren Pool an Wahlärzten und erstattet einen Teil ihrer Honorare.
Ein Kassenarzt rechnet direkt mit Ihrer ÖGK, SVS oder BVAEB ab, sodass Sie nur kleine gesetzliche Selbstbehalte zahlen. Ein Wahlarzt hat keinen Kassenvertrag: Sie zahlen das volle Honorar vorab und erhalten von Ihrem gesetzlichen Versicherer rund 80% des vergleichbaren Kassentarifs zurück, den Rest deckt die private Zusatzversicherung. Weil viele Fachärzte in Wien mittlerweile nur noch als Wahlärzte arbeiten, hält die private Zusatzversicherung den größeren Ärztepool leistbar.
Wie melden Sie sich für die Krankenversicherung in Österreich an?
Wenn Sie angestellt sind, meldet Sie Ihr Arbeitgeber automatisch beim zuständigen Sozialversicherungsträger an. Sie müssen selbst nichts unternehmen. Ihre e-card wird innerhalb weniger Wochen nach Arbeitsbeginn an Ihre gemeldete Adresse zugestellt.
Wenn Sie nicht angestellt sind (Studierende, Arbeitssuchende oder mitziehende Familienangehörige), können Sie eine freiwillige Selbstversicherung direkt bei der OGK beantragen. Die monatlichen Kosten der Selbstversicherung liegen bei EUR 495,58 pro Monat, für Studierende gibt es ermäßigte Tarife (EUR 69,13 pro Monat) (ÖGK, 2024). Für den Antrag bei Ihrer OGK-Geschäftsstelle benötigen Sie Ihren Meldezettel, Reisepass und Aufenthaltstitel. Beachten Sie, dass die Krankenversicherungsbeiträge Teil der österreichischen Sozialabgaben sind, die vom Einkommen abgezogen werden.
Wichtige Begriffe der Krankenversicherung
Die folgenden Begriffe erscheinen auf österreichischen Polizzen und in Spitalsunterlagen. Jeder ist hier kurz erklärt.
- Sonderklasse
- Ein 2-Bett-Zimmer im Spital, im Gegensatz zur allgemeinen gesetzlichen Aufnahme in einem 4- bis 8-Bett-Zimmer (krankenversichern.at, 2026). Die Sonderklasse und die freie Wahl des Spitalsarztes zahlt die private Zusatzversicherung.
- Kassenarzt
- Ein Arzt mit Kassenvertrag, der direkt mit ÖGK, SVS oder BVAEB abrechnet. Sie zahlen nur kleine Selbstbehalte. Österreich hat rund 8.000 Kassenärzte (krankenversichern.at, 2026).
- Wahlarzt
- Ein Arzt ohne Kassenvertrag. Sie zahlen das volle Honorar vorab und erhalten rund 80% des vergleichbaren Kassentarifs zurück. Österreich hat rund 11.000 Wahlärzte (krankenversichern.at, 2026).
- Krankengeld
- Die Geldleistung, die während einer länger dauernden Erkrankung ausbezahlt wird, sobald die vom Arbeitgeber bezahlte Entgeltfortzahlung endet. Sie läuft bis zu 26 Wochen für Arbeitnehmer und 20 Wochen für Selbständige (ASVG, 2026).
Häufig gestellte Fragen
Wie lange zahlt die österreichische Krankenversicherung Krankengeld?
Das gesetzliche Krankengeld läuft für Arbeitnehmer bis zu 26 Wochen und beginnt ab dem 4. Krankheitstag, für Selbständige bis zu 20 Wochen (ASVG, 2026). Der Schutz besteht auch nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses fort: Krankenversicherungsschutz für 6 Wochen und Anspruch auf Krankengeld für 3 Wochen (ASVG, 2026). Krankengeld ist die gesetzliche Geldleistung während einer länger dauernden Erkrankung, sobald die vom Arbeitgeber bezahlte Entgeltfortzahlung endet.
Welche Krankenversicherung in Österreich ist ohne Gesundheitsprüfung?
Die gesetzliche Krankenversicherung in Österreich (ÖGK, und SVS für Selbständige) verlangt keine Gesundheitsprüfung und kann Sie wegen Vorerkrankungen weder ablehnen noch teurer einstufen. Sie ist verpflichtend und beitragsbasiert, ein Prozentsatz des Einkommens, sodass alle Erwerbstätigen und Selbständigen unabhängig vom Gesundheitszustand versichert sind (ASVG, 2026). Eine Gesundheitsprüfung kommt nur bei der privaten Krankenzusatzversicherung vor: Einzelverträge verlangen sie meist und können Vorerkrankungen ausschließen oder mit einem Zuschlag versehen, viele Firmen- oder Gruppenversicherungen (Gruppenversicherung) verzichten aber darauf.
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