Private Pensionsvorsorge in Österreich für Expats (2026)

Aktualisiert: 12. Oktober 2026| 9 weitere Personen fanden das hilfreich
Langfristig in Österreich
Österreich hat drei Säulen: das staatliche Pensionskonto, betriebliche Vorsorge mit der Abfertigung neu von 1,53% des Bruttoentgelts und private Vorsorge. Die Zukunftsvorsorge bringt 4,25% Prämie, 2026 höchstens €162,22, bindet das Geld aber zehn Jahre. In unserem 20-Jahres-Modell schlägt sie den ETF-Sparplan nur unter 1,6% internen Kosten.
Wegzug in wenigen Jahren
Eine Pension setzt 180 Versicherungsmonate voraus, EU-Zeiten zählen nach der Verordnung 883/2004 mit. Nach einer Selbstkündigung bleibt die Abfertigung in der BV-Kasse, bis fünf Jahre ohne Beiträge vergangen sind. Meiden Sie Produkte mit Bindung: Eine PZV ist zehn Jahre nicht auszahlbar. Ein ETF-Sparplan bei einem österreichischen Broker zieht mit.
Wie funktioniert das österreichische Drei-Säulen-System?
| Säule | Wer zahlt | Wert 2026 | Bei Wegzug |
|---|---|---|---|
| 1. Staatliche Pension (Pensionskonto) | Sie und Ihr Arbeitgeber über die Sozialversicherung | Pension ab 65 nach 180 Monaten | Wird für die österreichischen Jahre ins Ausland bezahlt |
| 2a. Abfertigung neu | Nur der Arbeitgeber | 1,53% des Bruttoentgelts in eine BV-Kasse | Bar nur bei Arbeitgeberkündigung; nach Selbstkündigung wartet sie 5 Jahre |
| 2b. Pensionskasse / Kollektivversicherung | Arbeitgeber, teils auch Sie | Freiwillig, laut Vertrag | Übertragbar; vorzeitige Auszahlung möglich, aber steuerpflichtig |
| 3. Privat (PZV, Bausparen, FLV, ETF) | Sie | PZV-Prämie €162,22, Bausparen €18 | PZV 10 Jahre gebunden; ETF-Sparplan täglich verkaufbar |
Österreich teilt die Altersvorsorge in drei Säulen. Die staatliche Pension beruht auf dem lebenslangen Pensionskonto und läuft ab 65. Die betriebliche Säule ist die verpflichtende Abfertigung neu mit 1,53% des Bruttoentgelts, dazu freiwillige Firmenpensionen. Die private Säule ist alles, was Sie selbst abschließen. Nur zwei Privatprodukte bringen eine Staatsprämie: die Zukunftsvorsorge und das Bausparen.
Für Expats zählt die rechte Spalte mehr als die mittlere. Jede Säule behandelt einen frühen Ausstieg anders. Die staatliche Säule zahlt die österreichischen Jahre ins Ausland. Bei der Abfertigung entscheidet, wer gekündigt hat. Die Zukunftsvorsorge ist in den ersten zehn Jahren gar nicht auszahlbar. Klären Sie Ihre Aufenthaltsdauer, bevor Sie etwas mit Bindung unterschreiben.
Wie viel staatliche Pension bringt das Pensionskonto?
| Regel | Wert | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Regelpensionsalter | 65; für Frauen bis 2033 von 60 auf 65 steigend | § 4 APG |
| Mindestversicherungszeit | 180 Monate, davon mindestens 84 aus Erwerbstätigkeit | § 4 APG |
| Monatliche Bruttopension | Gesamtgutschrift geteilt durch 14 | § 5 APG |
| Früherer Antritt | Minus 0,35% pro Monat (Korridorpension 0,425%) | § 5 APG |
| Späterer Antritt | Plus 0,425% pro Monat, höchstens 15,3% | § 5 APG |
| Erhöhung 2027 | 2,95% bis €6.930 monatlich, darüber fix €204,44 | § 823 ASVG, BGBl. I Nr. 62/2026 |
Ihre staatliche Pension ist der Stand Ihres Pensionskontos, geteilt durch 14, weil Österreich vierzehnmal im Jahr auszahlt. Anspruch besteht ab 65 mit 180 Versicherungsmonaten, davon mindestens 84 aus Erwerbstätigkeit (§ 4 APG). 2027 steigen die Pensionen um 2,95% bis €6.930 monatlich und darüber um fix €204,44 (§ 823 ASVG).
Expats erreichen selten 180 österreichische Monate, und das müssen sie auch nicht. Nach der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 zählen Monate in jedem EU- oder EWR-Staat und der Schweiz mit. Jeder Staat zahlt dann seinen Anteil für die dort erworbenen Zeiten. Sieben Jahre Wien nach zwölf Jahren Deutschland ergeben also zwei Pensionen, beide an Ihren späteren Wohnort.
Prüfen Sie Ihr Konto einmal im Jahr. Der Auszug auf neuespensionskonto.at listet jedes Versicherungsjahr und eine Prognose. Achten Sie auf Lücken aus Karenz, Zivildienst und Auslandszeiten und korrigieren Sie diese mit Belegen. Die Prognose minus Ihr Wunschbudget ergibt die Lücke, die Säule zwei und drei schließen müssen.
Was passiert mit der Abfertigung neu bei Jobwechsel oder Wegzug?
| Wie das Dienstverhältnis endete | Auszahlung? | Steuer | Was sonst möglich ist |
|---|---|---|---|
| Arbeitgeberkündigung, 36+ Beitragsmonate | Ja, binnen 6 Monaten nach dem Ende | 6% fixe Lohnsteuer | Weiter veranlagen oder steuerfrei in Pensionskasse oder Pensionszusatzversicherung übertragen |
| Selbstkündigung | Nein | Keine, solange es liegt | Bleibt veranlagt; Auszahlung bei Pension oder nach 5 Jahren ohne Beiträge |
| Insgesamt weniger als 36 Beitragsmonate | Nein | Keine, solange es liegt | Monate aller Arbeitgeber werden zusammengezählt |
| Verschuldete Entlassung | Nein | Keine, solange es liegt | Gleiche Warteregeln wie bei Selbstkündigung |
| Pensionsantritt | Ja | 6% als Einmalbetrag, 0% als Rente per Übertragung | Gilt für jedes Guthaben, das Sie haben |
Ihr Arbeitgeber zahlt jeden Monat 1,53% Ihres Bruttoentgelts in eine Betriebliche Vorsorgekasse, und das Geld gehört Ihnen. Ob Sie es bar bekommen, hängt davon ab, wie das Dienstverhältnis endete. Nach § 14 BMSVG schließt eine Selbstkündigung die Auszahlung aus, ebenso weniger als 36 Beitragsmonate. Eine zulässige Auszahlung kostet 6% Lohnsteuer (§ 67 Abs. 3 EStG).
Das ist die Falle für Expats. Wer Österreich verlässt, kündigt meist selbst, und dann bleibt das Guthaben in der Kasse. Fällig wird es mit dem Pensionsbezug oder wenn fünf Jahre lang keine österreichischen Beiträge eingegangen sind. Notieren Sie vor dem Wegzug Ihre BV-Kasse und die Vertragsnummer, hinterlegen Sie eine Adresse und tragen Sie das Fünf-Jahres-Datum ein. Niemand erinnert Sie daran.
Die Kasse wählt der Arbeitgeber per Betriebsvereinbarung (§ 9 BMSVG), nicht Sie. Laut Liste des WKO-Vorsorgeverbands vom 20. März 2026 gibt es sieben: Allianz Vorsorgekasse, APK Vorsorgekasse, BONUS Vorsorgekasse, BUAK für den Bau, Niederösterreichische Vorsorgekasse, Valida Plus und VBV-Vorsorgekasse. Die Verwaltungskosten lagen historisch bei 1,5% bis 2,9% der Beiträge, so eine akademische Auswertung der Geschäftsberichte, und die Kassen werben selten damit.
Selbstständig? Auch Sie zahlen in eine Kasse
Sollten Sie eine Pensionskasse oder Kollektivversicherung annehmen?
| Merkmal | Pensionskasse | Betriebliche Kollektivversicherung |
|---|---|---|
| Träger | Pensionskasse unter FMA-Aufsicht | Versicherer, als Gruppenversicherung |
| Garantie | Kein garantierter Betrag, abhängig vom Veranlagungsergebnis | Eine garantierte Grundpension |
| Arbeitgeberbeiträge | Frei von Lohnsteuer und Sozialversicherung | Bis 10% der Bruttolohnsumme, ohne Lohnsteuer und Lohnnebenkosten |
| Eigenbeiträge | Möglich, wenn die Zusage es vorsieht | Steuerlich gefördert nach § 108a EStG |
| Jobwechsel | Übertragung zur Kasse des neuen Arbeitgebers | Anspruch bleibt; private Fortführung ohne Steuervorteil |
| Auszahlung | Bei Auszahlung steuerpflichtig | Bei Auszahlung steuerpflichtig |
Nehmen Sie es an. Ein Arbeitgeberbeitrag in eine Pensionskasse oder eine betriebliche Kollektivversicherung kommt ohne Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherung an, jeder Euro landet also im Plan. Besteuert wird erst bei der Auszahlung. Der Unterschied liegt im Risiko. Die Pensionskasse veranlagt ohne Garantie. Die Kollektivversicherung verspricht eine Grundpension und übersteht auch die Insolvenz des Arbeitgebers.
Beides gibt es nicht automatisch, also fragen Sie nach. Viele Arbeitgeber sehen eine Firmenpension als verhandelbaren Vorteil, und sie ist für sie günstiger als derselbe Betrag als Gehalt. Ein Jobwechsel löscht den Anspruch nicht: Ein Pensionskassenguthaben zieht zur Kasse des nächsten Arbeitgebers mit, und bei einem Wegzug aus der EU ist nach der Wartezeit eine vorzeitige Auszahlung möglich, aber steuerpflichtig. Pensionskassen beaufsichtigt die FMA.
Welche privaten Vorsorgeprodukte fördert der Staat?
| Produkt | Förderung 2026 | Bindung | Steuer | Früher Ausstieg |
|---|---|---|---|---|
| Zukunftsvorsorge (PZV) | 4,25% auf bis €3.817,04 = €162,22 | 10 Jahre, unwiderruflich | Keine KESt in der Ansparphase; Rente steuerfrei | Bar nach 10 Jahren: halbe Prämien zurück plus 27,5% auf Erträge |
| Bausparen | 1,5% auf bis €1.200 = €18 | 6 Jahre | Prämie steuerfrei; 25% KESt auf Zinsen | Prämien werden zurückgefordert, außer bei Wohnzweck |
| Fondsgebundene Lebensversicherung (FLV) | Keine | Mindestlaufzeit laut Vertrag | 4% Versicherungssteuer, Erträge KESt-frei | Nachversteuerung auf 11% vor Mindestlaufzeit |
| Klassische Pensionsversicherung | Keine | Vertragslaufzeit | 4% Versicherungssteuer; Erträge KESt-frei | Rückkaufswert in den ersten Jahren unter den Einzahlungen |
| ETF-Sparplan | Keine | Keine | 27,5% KESt auf Erträge | Keiner; an jedem Börsentag verkaufbar |
Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge bringt 2026 4,25% auf bis €3.817,04 pro Jahr, also höchstens €162,22. Der Satz besteht aus 2,75% plus dem Bausparprämiensatz von 1,5%. Die Obergrenze legt § 108g EStG mit 1,53% des 36-Fachen der Höchstbeitragsgrundlage von €6.930 fest. Im Gegenzug verzichten Sie mindestens zehn Jahre auf eine Rückzahlung.
Die Obergrenze 2027 folgt der Höchstbeitragsgrundlage. Forvis Mazars erwartete im September 2026 €7.410 monatlich, das hebt die geförderte Einzahlung auf rund €4.081,43. Dieser Wert ist unsere Ableitung aus einer Prognose, kein amtlicher Wert. Der Prämiensatz 2027 hängt vom Bausparprämiensatz ab, den das BMF bis 30. November festlegt. Beides gilt bis dahin als nicht bestätigt.
Nach zehn Jahren bietet § 108i EStG vier Wege: Anbieterwechsel, Kauf einer Pensionszusatzversicherung, Übertragung in eine bestehende Pensionskasse oder Kollektivversicherung, oder Kapitalauszahlung. Die Auszahlung ist der teure Weg: Die Hälfte der Prämien wird zurückgefordert, die Erträge kosten 27,5%. Anbieter sind etwa UNIQA, ÖBV, Wiener Städtische und Generali. Die Prämie ist überall gleich, vergleichen Sie also die internen Kosten, die nicht einheitlich offengelegt werden.
Bausparen funktioniert anders. Nach § 108 EStG wird die Prämie jährlich aus der Bundesanleihenrendite zwischen 1,5% und 4% festgelegt, zuletzt am Boden von 1,5%, also €18 auf das Maximum von €1.200. Die 1,5% sind die Prämie, nicht der Zinssatz. Der eigentliche Wert ist der Anspruch auf ein Bauspardarlehen mit 6% Obergrenze.
Schlagen PZV, Bausparen oder ein Robo einen ETF-Sparplan über 20 Jahre?
| €50.000 Einmalanlage | Jährliche Kosten | Wert nach 20 Jahren |
|---|---|---|
| ETF-Sparplan selbst | 0,2% | €127.700 |
| Robo mit 0,79% (Savity-Stufe für diese Summe) | 0,99% | €109.800 |
| Robo mit 0,99% | 1,19% | €105.600 |
| Zukunftsvorsorge oder Bausparen | n/a | Nicht möglich: Einmalprämien sind nicht prämienbegünstigt, Bausparen endet bei €1.200 pro Jahr |
| €3.817,04 pro Jahr über 20 Jahre | Annahme | Nettowert |
|---|---|---|
| Zukunftsvorsorge als Rente | 5% brutto, 1,5% interne Kosten | €116.471 |
| ETF-Sparplan selbst | 5% brutto, 0,2% Kosten | €114.889 |
| Zukunftsvorsorge als Rente | 5% brutto, 2,0% interne Kosten | €110.132 |
| Robo-Advisor | 5% brutto, 1,19% Kosten | €104.873 |
| Zukunftsvorsorge, Kapitalauszahlung | 5% brutto, 1,5% Kosten | €104.705 |
| Zukunftsvorsorge, garantiegedämpft | 3% brutto, 1,5% Kosten | €93.395 |
| €1.200 pro Jahr über 6 Jahre (€7.200 eingezahlt) | Nettowert | Ertrag |
|---|---|---|
| Bausparen | €7.402 | €202 |
| ETF-Sparplan selbst | €8.151 | €951 |
Die Antwort hängt an zwei Zahlen: den internen Kosten und der Rendite, die das Produkt tatsächlich erzielen kann. Erzielte eine Zukunftsvorsorge dieselben 5% brutto wie ein ETF, gewänne sie bei 1,5% Kosten mit €116.471 gegen €114.889, weil Prämie und steuerfreie Rente die Gebühr überwiegen. Unser Break-even liegt bei 1,62%: Darüber gewinnt der ETF-Sparplan.
Die ETF-Rendite kann eine PZV aber nicht erreichen. Sie muss das Kapital garantieren, und bei Verträgen seit August 2013 ist die Aktienquote für unter 50-Jährige auf 15% bis 60% begrenzt. Bei 3% brutto kommen dieselben Einzahlungen nur auf €93.395. Eine Kapitalauszahlung statt der Rente kostet weitere €11.766. Die PZV passt zu Menschen, die die Garantie schätzen und verrenten, nicht zu Renditejägern.
Das Robo-Ergebnis deckt sich mit unserem Guide zu Vermögensverwaltern: Bei €50.000 Einmalanlage bleiben mit einem 0,99%-Robo nach 20 Jahren rund €22.000 weniger als beim ETF-Sparplan, mit der Savity-Stufe von 0,79% rund €18.000. Bausparen verliert über eine Sechsjahreslaufzeit rund €750 gegen den ETF. Man kauft es für den Darlehensanspruch, nicht für die Rendite.
Welche Vorsorge passt zu Ihrer Situation?
| Ihre Situation | Passt am besten | Warum | Meiden |
|---|---|---|---|
| Wegzug binnen 3 Jahren | ETF-Sparplan bei österreichischem Broker | Keine Bindung, KESt erledigt, täglich verkaufbar | PZV: 10 Jahre Bindung |
| Selbstkündigung vor Wegzug | Abfertigung veranlagt lassen | Auszahlung nach 5 Jahren ohne Beiträge | Annahme, sie werde beim Wegzug ausbezahlt |
| Arbeitgeber bietet Firmenpension | Pensionskasse oder Kollektivversicherung | Arbeitgebergeld kommt lohnsteuerfrei an | Ablehnen zugunsten von Gehalt |
| Selbstständig | Selbständigenvorsorge plus PZV oder ETF | 1,53% sind Pflicht, der Rest liegt bei Ihnen | Nur auf die staatliche Pension setzen |
| Ab 50, will Garantie | Zukunftsvorsorge | Bindung bis zur Pension, steuerfreie Rente | Teure Brutto-FLV |
| Wohnungskauf in 5 bis 10 Jahren | Bausparen | Darlehensanspruch mit 6% Zinsobergrenze | Bausparen als reines Sparen |
| Will es delegieren | Österreichischer Robo mit KESt-Abzug | Keine E1kv, automatisches Rebalancing | Deutsche Robos mit E1kv-Pflicht |
Beginnen Sie mit der Aufenthaltsdauer, dann mit der Frage, wer zahlt. Wer innerhalb von zehn Jahren wegziehen könnte, sollte die Zukunftsvorsorge meiden und privat in einen schlichten ETF-Sparplan bei einem österreichischen Broker wie flatex oder DADAT sparen, die die KESt abführen. Wer ein Arbeitgeberangebot hat, nimmt zuerst das Arbeitgebergeld, weil es lohnsteuerfrei ankommt.
Die geförderten Produkte passen in engen Fällen. Die Zukunftsvorsorge eignet sich für Sparer ab 50, die eine Garantie wollen und verrenten: Ab 50 läuft die Bindung bis zur staatlichen Pension statt fixe zehn Jahre. Bausparen passt zu Haushalten mit konkretem Immobilienplan. Für alles andere entscheiden die Kosten, wie das Modell oben zeigt.
Welche Regeln schützen Ihre Altersvorsorge?
Prämien und Bindungen stehen im EStG, nicht in Ihrem Vertrag. Ein Anbieter kann die €162,22 Höchstprämie oder die Rückforderungsregeln also nicht ändern. Pensionskassen und Versicherer beaufsichtigt die FMA. Der Block unten nennt Gesetz, Aufsicht, ein werbefreies Vergleichstool und den aktuellen Wert.
| Die Rechtsgrundlagen zu dieser Seite | EStG §§ 108g-i |
|---|---|
| Gesetz | EStG 1988, §§ 108g-i zur prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge, ergänzend das Bausparkassengesetz |
| Aufsicht | FMA, Pensionskassenaufsicht |
| Gratis-Tool | AK Bankenrechner, Module Bausparen und Vorsorge |
| Ihr Recht | Der Staat fördert die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge mit 4,25 % auf maximal €3.817,04 pro Jahr, also höchstens €162,22. Bausparen bringt 1,5 % auf maximal €1.200, höchstens €18. Bei vorzeitigem Ausstieg wird die Prämie zurückgefordert. |
| Gilt seit | PZV-Satz festgelegt am 1. März 2026; Bausparsatz per BMF-Verordnung, Dezember 2025 |
Für die Abfertigung gilt das BMSVG. Sie haben sechs Monate nach dem Ende des Dienstverhältnisses, um zwischen Auszahlung, Weiterveranlagung und Übertragung zu wählen; ohne Wahl bleibt das Guthaben veranlagt. Bei Streit um eine Firmenpension helfen zuerst der Betriebsrat oder die Arbeiterkammer, die Mitglieder kostenlos berät.
Häufige Fragen
Kann ich mir die Abfertigung neu beim Wegzug aus Österreich auszahlen lassen?
Nur wenn der Arbeitgeber das Dienstverhältnis beendet hat und 36 Beitragsmonate vorliegen. Bei Selbstkündigung schließt § 14 BMSVG die Auszahlung aus: Das Guthaben bleibt in der BV-Kasse, bis Sie eine Pension beziehen oder fünf Jahre keine Beiträge eingegangen sind. Eine zulässige Auszahlung wird mit 6% versteuert, die Übertragung in eine Pensionskasse ist steuerfrei.
Wie hoch ist die Prämie der Zukunftsvorsorge 2026?
4,25% auf Einzahlungen bis €3.817,04 pro Jahr, also höchstens €162,22. Der Satz besteht aus 2,75% plus dem Bausparprämiensatz von 1,5%. Die Obergrenze beträgt 1,53% des 36-Fachen der Höchstbeitragsgrundlage von €6.930 (§ 108g EStG). Einmalprämien sind nicht begünstigt.
Was passiert, wenn ich die Zukunftsvorsorge vorzeitig kündige?
In den ersten zehn Jahren ist eine Auszahlung ausgeschlossen, weil der Vertrag einen unwiderruflichen Verzicht auf Rückzahlung verlangt. Sie können die Einzahlungen einstellen oder den Anbieter wechseln. Nach zehn Jahren ist eine Kapitalauszahlung möglich, dann wird die Hälfte der Prämien zurückgefordert und der Ertrag mit 27,5% nachversteuert (§ 108g Abs. 5 EStG).
Zählen meine Versicherungsjahre in einem anderen EU-Land für die österreichische Pension?
Ja. Nach der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 werden Zeiten aus anderen EU- und EWR-Staaten und der Schweiz auf die 180 Versicherungsmonate angerechnet (§ 4 APG). Jeder Staat zahlt dann eine Pension für seine Zeiten. Zeiten außerhalb der EU zählen nur bei einem bilateralen Abkommen.
Um wie viel steigen die Pensionen 2027?
Um 2,95% bei einem Gesamtpensionseinkommen bis €6.930 monatlich und um einen Fixbetrag von €204,44 darüber. Grundlage ist § 823 ASVG in der Fassung BGBl. I Nr. 62/2026. Bezieher der Ausgleichszulage erhalten 3,3%.
Kann ich meine BV-Kasse selbst wählen?
Nein. Der Arbeitgeber wählt die Kasse für den ganzen Betrieb. Es gibt sieben: Allianz, APK, BONUS, BUAK (Bau), Niederösterreichische Vorsorgekasse, Valida Plus und VBV. Nach drei beitragsfreien Jahren können Sie ein altes Guthaben in die aktuelle Kasse übertragen.
Ist eine fondsgebundene Lebensversicherung besser als ein ETF-Sparplan?
Nur in einem engen Fall. Die FLV zahlt 4% Versicherungssteuer auf jede Einzahlung, dafür keine KESt auf Erträge. Sie liegt nur mit einer Nettopolizze, einer Laufzeit ab 15 Jahren und einem Aktienfonds vorne. Bruttopolizzen mit Effektivkosten bis 4,49% pro Jahr verlieren fast immer.
Lohnt sich Bausparen 2026 noch?
Als Sparprodukt kaum: Die Prämie beträgt 1,5% auf höchstens €1.200, also €18, und eine Abschlussgebühr kann mehrere Jahresprämien aufzehren. Sinnvoll ist es, wenn Sie in 5 bis 10 Jahren kaufen oder sanieren wollen, wegen des Anspruchs auf ein Bauspardarlehen mit 6% Zinsobergrenze.
Quellen: §§ 4 und 5 APG, § 823 ASVG (BGBl. I Nr. 62/2026), §§ 67, 108, 108g und 108i EStG sowie §§ 6, 9, 14 und 52 BMSVG, alle am 12. Oktober 2026 im RIS gelesen; WKO zu den Werten der Zukunftsvorsorge 2026 (1. März 2026) und zur Liste der sieben BV-Kassen (20. März 2026); Sozialministerium zur Abfertigung neu; Prognose der Sozialversicherungswerte 2027 von Forvis Mazars (September 2026, bis zur amtlichen Kundmachung nicht bestätigt); nettopolizze.at (Februar 2026) und broker-test.at (März 2026) zur fondsgebundenen Lebensversicherung. Modellwerte sind unsere eigene Berechnung. Allgemeine Information, keine Anlage-, Steuer- oder Pensionsberatung.
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