Kapitalertragsteuer in Österreich (2026)

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Österreichische Bank oder Broker
Österreich besteuert realisierte Kursgewinne, Dividenden, Fondserträge und Krypto pauschal mit 27,5% und Bankzinsen mit 25% nach § 27a EStG. Ein österreichisches Depot wie flatex, DADAT oder Erste Bank zieht diese KESt für Sie ab und gleicht Verluste im Depot aus, die Steuer ist damit endgültig. Es gibt keinen Freibetrag und keinen Verlustvortrag: Ein ungenutzter Verlust verfällt am 31. Dezember.
Ausländischer Broker
Interactive Brokers, eToro und die Guthabenzinsen bei Trade Republic tragen keine österreichische KESt. Sie erklären sie in der E1kv bis 30. Juni des Folgejahres: Gewinne in Kennzahl 994, Verluste in 892, Erträge thesaurierender Fonds in 937. Ein Fonds ohne OeKB-Meldung wird mit mindestens 10% seines Jahresendkurses geschätzt, auch in einem Verlustjahr.
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Welche Broker ziehen die KESt für Sie ab?
| Anbieter | 27,5% auf Wertpapiere | 25% auf Guthabenzinsen | Was Sie erklären |
|---|---|---|---|
| flatex, DADAT, Erste Bank, easybank, Bank Austria, Raiffeisen, bank99 | Abgezogen | Abgezogen | Nichts, außer Sie gleichen mit einem anderen Depot aus |
| Bitpanda | Abgezogen auf Krypto, seit 29. Jänner 2026 auch auf Aktien und ETFs | Nicht relevant | Nichts für Bitpanda-Positionen |
| Trade Republic | Abgezogen seit 24. April 2025 | Nicht abgezogen (österreichische Steuer-FAQ, August 2026) | E1kv für die Zinsen, jedes Jahr |
| Scalable Capital | Für Österreich im August 2026 nicht bestätigt | Nicht bestätigt | Rechnen Sie mit einer E1kv, bis Ihr Auszug österreichische KESt zeigt |
| Interactive Brokers, eToro, Freedom24, Trading 212, XTB | Nicht abgezogen | Nicht abgezogen | Volle E1kv: Dividenden, Gewinne, Verluste, Fondserträge |
Abzugsstatus Stand Oktober 2026, aus den österreichischen Steuerinformationen der Anbieter und unserem Broker-Vergleich. "Abgezogen" heißt: Der Anbieter führt die österreichische KESt ab und führt einen Verlustausgleichstopf für Sie (§ 93 EStG).
Ob Sie etwas erklären müssen, hängt davon ab, wo das Konto lizenziert ist, nicht davon, wo Sie wohnen. Eine österreichische Bank oder eine EU-Bank mit österreichischer Steuerabwicklung zieht die Kapitalertragsteuer (KESt) beim Zufluss ab, und diese Zahlung ist endgültig. Ein solches Depot heißt steuereinfach. Ein Broker ohne diese Abwicklung zahlt brutto aus, und die Steuer wird Ihre Aufgabe in der Beilage E1kv.
Nach § 27a Abs. 1 EStG gelten zwei Sätze. Zinsen auf Bankeinlagen zahlen 25%. Alles andere zahlt 27,5%: Dividenden, realisierte Gewinne aus Aktien, Anleihen und Fondsanteilen, Derivate, Fondsausschüttungen und Krypto. Die beiden Sätze liegen in getrennten Töpfen, und das zählt, sobald Sie einen Verlust haben. Gewinne aus Immobilien werden gesondert mit 30% besteuert (ImmoESt) und sind hier nicht Thema.
Der gemischte Fall erwischt die meisten. Trade Republic zieht auf Aktien und ETFs ab, laut eigener österreichischer FAQ aber nicht auf die Zinsen für Ihr Guthaben. Bei €10.000 zu 2,5% sind das €250 Zinsen und €62,50 Steuer, die Sie selbst erklären müssen. Suchen Sie im Jahressteuerbericht eine Zinszeile mit abgezogener KESt, bevor Sie davon ausgehen, dass alles erledigt ist.
Was Einwohner berichten
- ○ KESt-Report bei Trade Republic: Nutzer bestätigten, dass Trade Republic seit etwa Ende April 2025 österreichische KESt abzieht, ältere Ratschläge zur kompletten Selbstveranlagung sind damit überholt. Der jährliche Steuerreport war aber vereinzelt falsch und sollte geprüft werden. (r/FinanzenAT, 2025)
Sinngemäß wiedergegeben aus öffentlichen Beiträgen, jeweils datiert und verlinkt. Eine kleine Auswahl, keine repräsentative Umfrage.
Wie füllen Sie die E1kv Schritt für Schritt aus?
| Ertrag | Satz | KZ mit österr. KESt | KZ ohne österr. KESt |
|---|---|---|---|
| Dividenden und Anleihezinsen | 27,5% | 862 | 863 |
| Realisierte Gewinne aus Aktien, Anleihen, Fondsanteilen | 27,5% | 981 | 994 |
| Realisierte Verluste aus denselben | gleicht 27,5% aus | 891 | 892 |
| Fondsausschüttungen | 27,5% | 897 | 898 |
| Ausschüttungsgleiche Erträge (thesaurierende Fonds) | 27,5% | 936 | 937 |
| Derivate: Gewinne / Verluste | 27,5% | 982 / 895 | 995 / 896 |
| Krypto: Staking und Lending / Gewinne / Verluste | 27,5% | 171 / 173 / 175 | 172 / 174 / 176 |
| Bereits abgezogene österreichische KESt | angerechnet | 899 | |
| Anrechenbare ausländische Quellensteuer | angerechnet | Block ausländische Steuer: 940, 984, 998, 900, 901 | |
Kennzahlen aus den BMF-Erläuterungen zur E1kv 2025 (Fassung vom 27. Juni 2025) und der Meldeanlage zu BGBl. II Nr. 213/2024; 863 aus dem BMF-Formularaufbau. Zinsen auf ausländische Bankeinlagen (25%) haben eine eigene Zeile neben Kennzahl 860. Kennzahlen können sich zwischen Steuerjahren ändern, prüfen Sie daher das Formular für Ihr Jahr.
Die E1kv ist die Beilage für Kapitalerträge zur Einkommensteuererklärung E1. Sie brauchen sie, sobald Kapitalerträge ohne österreichische KESt zugeflossen sind: ein ausländischer Broker, ein ausländisches Sparkonto, eine Kryptobörse im Ausland. Freiwillig nutzen Sie sie, um Verluste zwischen zwei Depots auszugleichen oder die Regelbesteuerungsoption zu wählen. Die Frist für Erträge aus 2025 ist der 30. Juni 2026 über FinanzOnline.
- 1Laden Sie den Jahressteuerbericht jedes Brokers herunter und rechnen Sie Fremdwährungsbeträge zum Kurs am Zahltag um. Interactive Brokers berichtet standardmäßig in USD.
- 2Suchen Sie jede Fonds-ISIN auf my.oekb.at und notieren Sie die gemeldeten ausschüttungsgleichen Erträge je Anteil für das Fondsjahr, das im Steuerjahr endete. Multiplizieren Sie mit Ihren Anteilen.
- 3Erhöhen Sie die Anschaffungskosten jedes Fonds um die erklärten ausschüttungsgleichen Erträge und heben Sie den Nachweis auf. Bei einem späteren Verkauf wird nur der restliche Gewinn besteuert (§ 186 Abs. 3 InvFG).
- 4Tragen Sie Bruttobeträge in die Kennzahlen oben ein. Ausländische Quellensteuer kommt in den Block für ausländische Steuer, bei Abkommensländern wie den USA begrenzt auf 15% der Dividende.
- 5Für den Ausgleich mit einem österreichischen Depot tragen Sie dessen realisierte Gewinne und Verluste in Punkt 1.3 ein, dazu die abgezogene KESt in Kennzahl 899. Mit dem Eintrag der Verluste üben Sie die Verlustausgleichsoption nach § 97 Abs. 2 EStG aus.
Zwei Regeln aus den BMF-Erläuterungen sparen Zeit. Erklärungspflichtige Kapitalerträge tragen Sie nur ein, wenn sie im Jahr €22 übersteigen, die Freigrenze; darüber zählt der ganze Betrag. Und Werbungskosten wie Ordergebühren oder Depotgebühren sind bei Kapitalerträgen mit Sondersteuersatz nicht abzugsfähig, mit einer Ausnahme für Krypto. Gebühren wirken nur über die Anschaffungskosten und den Verkaufserlös.
Eine selbst ausgefüllte E1kv kostet die meisten einen Abend, sobald die Berichte vorliegen. Beauftragen Sie einen Steuerberater, wenn Sie viele Nichtmeldefonds, Leerverkäufe oder mehrere Währungen haben. Sein Honorar ist als Sonderausgabe in Kennzahl 460 absetzbar. Für die gesamte Erklärung lesen Sie unseren Ratgeber zur Einkommensteuer.
Wie funktioniert der Verlustausgleich nach § 27 Abs. 8 EStG?
| Schritt | Depot A (österr. Bank) | Depot B (österr. Bank) | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Realisiertes Ergebnis 2026 | €3.000 Verlust aus Aktien | €5.000 ETF-Gewinn, €400 Sparzinsen | netto €2.000 Gewinn |
| Von den Banken abgezogene KESt | €0 | €1.375 + €100 | €1.475 |
| Steuer nach einer E1kv | 27,5% von €2.000 = €550, Zinsen bleiben bei €100 | €650 | |
| Gutschrift durch die Erklärung | €1.375 minus €550 | €825 | |
Unsere Berechnung. Methode: realisierte Gewinne und Verluste beider Depots mit 27,5% verrechnet nach § 27 Abs. 8 EStG; die €400 Einlagenzinsen bleiben im 25%-Topf, weil Z 1 den Ausgleich mit Wertpapierverlusten verbietet. Annahme: keine ausländische Steuer und kein Verlust, den eine der Banken schon ausgeglichen hat.
Innerhalb eines österreichischen Depots verrechnet die Bank Verluste automatisch mit Gewinnen, bis zum Ende des Kalenderjahres. Zwischen Depots passiert nichts, solange Sie nichts erklären. Im Beispiel ist der Verlust von €3.000 in Depot A €825 Steuer wert, aber nur über eine E1kv für 2026, eingereicht bis 30. Juni 2027 über FinanzOnline oder später innerhalb der 5-Jahres-Frist einer Antragsveranlagung.
§ 27 Abs. 8 EStG setzt vier Grenzen, und jede kostet Geld, wenn Sie sie übersehen. Verluste aus Wertpapieren, Derivaten und Krypto gleichen nie Bankzinsen aus. Einkünfte mit Sondersteuersatz gleichen nie Einkünfte zum Normaltarif aus. Ein Kapitalverlust gleicht nie Gehalt oder Miete aus. Und es gibt keinen Verlustvortrag: Die BMF-Erläuterungen zur E1kv sagen ausdrücklich, dass ein Verlustvortrag nicht zulässig ist.
Der praktische Hebel ist der Zeitpunkt. Haben Sie bei einer Bank einen Verlierer und bei einer anderen einen Gewinner, realisieren Sie beide im selben Kalenderjahr und erklären Sie sie. Ein Verlustverkauf im Jänner hilft nichts für einen Gewinn aus dem Dezember davor. Ein Depotübertrag hilft auch nicht: Bei einem Übertrag zwischen österreichischen Banken wandern die Anschaffungskosten mit, der Verlusttopf bleibt zurück.
Wann lohnt sich die Regelbesteuerungsoption?
| Fall (2026) | KESt zum Sondersteuersatz | Steuer nach Tarif | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Pensionist: €16.000 steuerpflichtige Pension, €400 Sparzinsen | €100 (25%) | €80 (20%-Stufe) | €20 zurück |
| Studentin: €12.000 Gehalt, €1.500 Dividenden | €412,50 | €0 (gesamt €13.500, unter €13.539) | €412,50 zurück |
| €20.000 Gehalt, €3.000 ETF-Gewinne | €825 | €398,40 + €302,40 = €700,80 | €124,20 zurück |
| Wie oben, plus €2.000 Guthabenzinsen bei Trade Republic | €825 + €500 | €1.300,80 (teils mit 30%) | €24,20 zurück, die Zinsen ziehen es gegen null |
Unsere Berechnung, Tarifstufen 2026 (§ 33 EStG: 0% bis €13.539, 20% bis €21.992, 30% bis €36.458). Methode: Steuer auf übrige Einkünfte plus Kapitalerträge minus Steuer auf die übrigen Einkünfte allein, verglichen mit KESt zu 25% oder 27,5%. Einkommen vor Absetzbeträgen; kein Alleinverdiener- oder Kinderabsetzbetrag. Vereinfacht, kein Bescheid.
Nach § 27a Abs. 5 EStG können Sie beantragen, dass Kapitalerträge mit Ihrem normalen Tarif statt mit 25% oder 27,5% besteuert werden, die bereits abgezogene KESt wird angerechnet. Das lohnt sich, solange Ihre Kapitalerträge in der 0%- oder 20%-Stufe landen, also bis etwa €22.000 Gesamteinkommen im Jahr 2026. Unser Ratgeber zur Einkommensteuer zeigt vier Gehaltsfälle; die Tabelle oben ergänzt reine Zins- und Mischfälle.
Die Option gilt ganz oder gar nicht. Laut Gesetz kann sie nur für alle Einkünfte mit Sondersteuersatz gewählt werden, die 25%-Zinsen kommen also mit den 27,5%-Gewinnen mit. In der letzten Zeile schieben die €2.000 Zinsen das Gesamteinkommen in die 30%-Stufe, und die Gutschrift schrumpft von €124,20 auf €24,20. Ein größeres Guthaben würde das Ergebnis negativ machen.
Rechnen Sie den Vergleich selbst. Die BMF-Erläuterungen zur E1kv 2025 sagen, dass das Finanzamt nicht automatisch prüft, ob die Option günstiger ist. Sie kreuzen sie in Punkt 8.1 der E1 an, und dann gilt sie. Rechnen Sie vorher beide Varianten mit den BMF-Berechnungsprogrammen durch. Noch eine Regel aus denselben Erläuterungen: Wird bei Ihnen ein Alleinverdiener- oder Kinderabsetzbetrag berücksichtigt, bleibt eine Mindeststeuer in Höhe dieses Absetzbetrags fällig.
Wie werden thesaurierende ETFs und Nichtmeldefonds besteuert?
| Jahr (€10.000 investiert) | Meldefonds | Nichtmeldefonds, Schätzung |
|---|---|---|
| Plus 10% auf €11.000 | 27,5% des gemeldeten Betrags; bei angenommenen €200: €55 | 90% von €1.000 = €900, aber mindestens 10% von €11.000 = €1.100: €302,50 |
| Plus 30% auf €13.000 | Nur der gemeldete Betrag; bei angenommenen €250: €68,75 | 90% von €3.000 = €2.700: €742,50 |
| Minus 10% auf €9.000 | Gemeldeter Betrag, oft gering: etwa €0 bis €40 | 10% von €9.000 = €900: €247,50 in einem Verlustjahr |
Unsere Berechnung. Methode: Die Spalte Nichtmeldefonds wendet § 186 Abs. 2 Z 3 InvFG an (90% des Kursanstiegs im Jahr, mindestens 10% des Rücknahmepreises zum Jahresende), mit 27,5%. Die Beträge der Meldefonds sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Zahlen eines echten Fonds: Maßgeblich ist, was der Fonds an die OeKB meldet. Tatsächliche Ausschüttungen sind nicht berücksichtigt.
Ein thesaurierender Fonds schüttet nichts aus, trotzdem besteuert ihn Österreich jedes Jahr. Nach § 186 Abs. 2 Z 1 InvFG gelten Zinsen und Dividenden des Fonds plus 60% seiner realisierten Nettogewinne als ausschüttungsgleiche Erträge. Ein steuerlicher Vertreter meldet sie an die Meldestelle der OeKB, und sie werden mit 27,5% besteuert, als wären sie an Sie ausbezahlt worden.
Kommt keine Meldung, schätzt das Gesetz. § 186 Abs. 2 Z 3 InvFG setzt 90% des Kursanstiegs im Jahr als ausgeschüttet an, mindestens aber 10% des Rücknahmepreises zum Jahresende. Die Untergrenze gilt auch, wenn der Fonds gefallen ist. Deshalb kann ein Nichtmeldefonds auf €9.000 Wert €247,50 kosten, in einem Jahr, in dem Sie €1.000 verloren haben. Prüfen Sie jede ISIN vor dem Kauf auf my.oekb.at: Kein Eintrag heißt keine Meldung.
Zwei Mechanismen verhindern eine Doppelbesteuerung. Jeder versteuerte ausschüttungsgleiche Ertrag erhöht Ihre Anschaffungskosten nach § 186 Abs. 3 InvFG, der Verkaufsgewinn sinkt um denselben Betrag. Und eine spätere tatsächliche Ausschüttung dieser Beträge ist steuerfrei. Eine österreichische Bank erledigt das für Sie und bucht die Steuer nach dem Fondsgeschäftsjahr vom Verrechnungskonto ab, halten Sie dort also Guthaben. Bei einem ausländischen Broker führen Sie das selbst in Kennzahl 937 und in Ihren eigenen Aufzeichnungen der Anschaffungskosten.
Wie viel Quellensteuer auf US-, deutsche und Schweizer Dividenden zahlen Sie?
| €1.000 Dividende aus | Im Ausland einbehalten | Restliche österr. KESt | Ihnen bleibt | Im Ausland rückforderbar |
|---|---|---|---|---|
| USA, mit W-8BEN | €150 (15%) | €125 | €725 | €0 |
| USA, ohne W-8BEN | €300 (30%) | €125 | €575 | €150 vom IRS, selten lohnend |
| Deutschland | €263,75 (26,375%) | €125 | €611,25 | €113,75 vom BZSt |
| Schweiz | €350 (35%) | €125 | €525 | €200 von der ESTV |
| Vereinigtes Königreich | €0 | €275 | €725 | Nicht relevant |
Unsere Berechnung, vor jeder Rückforderung. Methode: ausländischer Satz wie einbehalten, österreichische Anrechnung nach den Doppelbesteuerungsabkommen auf 15 Prozentpunkte begrenzt, restliche österreichische KESt = 27,5% minus Anrechnung. Quellensteuersätze aus der BMF-Übersicht zu den Abkommen, Stand August 2026.
Österreich rechnet ausländische Quellensteuer auf die 27,5% KESt an, aber nie mehr als den Abkommenssatz, der für die wichtigsten Dividendenländer 15% beträgt. Was ein Land über 15% hinaus behält, ist verloren, außer Sie fordern es dort zurück. Die eigentliche Frage ist daher nicht der nominelle Satz, sondern wie viel Sie zurückbekommen und mit welchem Aufwand.
Bei US-Aktien kostet die Lösung nichts: Geben Sie bei Ihrem Broker ein W-8BEN ab, und die USA behalten 15% statt 30%. Österreichische Banken verlangen es meist bei der Depoteröffnung, ausländische Broker nicht immer. Deutsche und Schweizer Dividenden verlieren an der Quelle immer mehr: Den Überschuss bekommen Sie nur über das Bundeszentralamt für Steuern oder die Eidgenössische Steuerverwaltung zurück, ein Papierkram, der sich nur bei großen Positionen lohnt.
Die meisten irischen ETFs umgehen das Problem auf Ihrer Ebene, weil der Fonds die Dividenden erhält und Sie auf seine gemeldeten Erträge besteuert werden. Tragen Sie nur ausländische Steuer ein, die Sie im Ausland nicht zurückbekommen: Die BMF-Erläuterungen verbieten die Anrechnung von Steuer, die der andere Staat erstatten würde.
Wie wird Krypto besteuert?
| Situation | Steuer |
|---|---|
| Gekauft ab 1. März 2021, gegen Euro verkauft | 27,5% auf den Gewinn, Kennzahl 173 oder 174 |
| Gegen eine andere Kryptowährung getauscht | Keine Steuer beim Tausch; die Anschaffungskosten gehen über |
| Erträge aus Staking, Lending, Mining | 27,5%, Kennzahl 171 oder 172 |
| Gekauft vor dem 1. März 2021 (Altvermögen) | Steuerfrei nach 1 Jahr Behaltedauer |
Krypto-Regime nach § 27b EStG seit 1. März 2022. Quelle: BMF, Stand August 2026.
Krypto, das seit dem 1. März 2021 gekauft wurde, liegt im selben 27,5%-Topf wie Aktien, Kryptoverluste gleichen also Aktiengewinne aus und umgekehrt. Österreichische Anbieter wie Bitpanda ziehen seit 2024 KESt auf Krypto ab. Ausländische Börsen ziehen nichts ab und melden österreichische Kunden ab 2026 nach den DAC8-Regeln an die Finanzverwaltung, nicht erklärte Gewinne werden also sichtbar.
Börsen, Gebühren und welche Anbieter die Steuer abziehen, vergleicht unser Ratgeber zu Kryptobörsen. Diese Seite bleibt bei der steuerlichen Mechanik.
Was hat sich 2025 und 2026 bei der Besteuerung von Kapitalanlagen geändert?
| Datum | Änderung | Was das für Sie heißt |
|---|---|---|
| 24. April 2025 | Trade Republic zieht österreichische KESt auf Wertpapiere und Krypto ab | Zinsen auf Guthaben gehören weiter in Ihre E1kv |
| 29. Jänner 2026 | Bitpanda zieht KESt auch auf Aktien und ETFs ab, nicht nur auf Krypto | Eine weitere steuereinfache Option für Wertpapiere |
| 2026 | Krypto-Meldungen nach dem Krypto-Meldepflichtgesetz und DAC8 | Ausländische Börsen melden Ihre Bestände; die E1kv bleibt Ihre Pflicht |
| 1. Juli 2026 | Übertrag eines ausländischen Depots zu einer österreichischen Bank wird steuerneutral, wenn er binnen eines Monats gemeldet wird | Melden Sie den Übertrag, sonst setzt die Bank pauschale Anschaffungskosten an |
| 1. Juli 2026 | Wegzugsbesteuerung: jährliche Nachweispflicht für aufgeschobene Gewinne über €100.000 (§ 27 Abs. 6 Z 1 lit f EStG) | Siehe unseren Ratgeber zum Wegzug aus Österreich |
| 30. Juni 2026 | E1kv-Frist für Erträge aus 2025 über FinanzOnline | Verpasst? Eine Antragsveranlagung bleibt 5 Jahre offen |
Quellen: Ankündigungen der Anbieter, RIS (BGBl. I Nr. 43/2026), BMF, Stand Oktober 2026.
Die Sätze selbst sind seit dem 1. Jänner 2016 unverändert, als der Sondersteuersatz für alles außer Bankzinsen von 25% auf 27,5% stieg. Geändert hat sich 2025 und 2026, wer abzieht und wie viel die Finanzverwaltung sieht. Mehr ausländische Plattformen ziehen inzwischen österreichische KESt ab, und jene, die es nicht tun, beginnen zu melden. Die ruhigen Jahre eines nicht erklärten Auslandsdepots gehen zu Ende.
Depotübertrag nach Österreich 2026
Seit 1. Juli 2026 muss ein Übertrag von einem ausländischen Depot zu einer österreichischen Bank binnen eines Monats dem Finanzamt gemeldet werden, mit den Wertpapieren und ihren Anschaffungskosten. Ohne Meldung darf die österreichische Bank pauschale Anschaffungskosten nach § 93 Abs. 4 EStG ansetzen und Gewinne besteuern, die Sie nie gemacht haben.
Welches Gesetz, welche Aufsicht und welches Tool stehen hinter der Fondsbesteuerung?
Die Fondsbesteuerung beruht auf dem InvFG 2011, die Wertpapierverwahrung beaufsichtigt die FMA, und das neutrale Werkzeug ist die Fondsdatenbank der OeKB. Der Block unten ergänzt das Anlegerentschädigungsrecht, das für Sie verwahrte Wertpapiere schützt.
| Die Rechtsgrundlagen zu dieser Seite | ESAEG §§ 45 ff |
|---|---|
| Gesetz | ESAEG, §§ 45 ff: Anlegerentschädigung, ergänzend InvFG 2011 zur Fondsbesteuerung |
| Aufsicht | FMA, Wertpapieraufsicht |
| Gratis-Tool | OeKB Kapitalmarkt-Service: per ISIN prüfen, ob ein Fonds Meldefonds ist |
| Ihr Recht | Die Anlegerentschädigung deckt 100 % der Forderung bis €20.000 je Kunde (§ 45 ESAEG). Geschützt sind die für Sie verwahrten Wertpapiere, nicht Kursverluste. Ein Depotübertrag aus dem Ausland nach Österreich ist binnen eines Monats dem Finanzamt zu melden. |
| Gilt seit | 15. August 2015; die einmonatige Meldepflicht seit 1. Juli 2026 |
Häufig gestellte Fragen
Zahle ich in Österreich KESt auf ETFs, wenn ich nie verkaufe?
Ja, auf den Teil, den der Fonds jedes Jahr meldet. Ein thesaurierender ETF meldet ausschüttungsgleiche Erträge an die Meldestelle der OeKB, und diese werden mit 27,5% besteuert, als wären sie ausbezahlt worden. Eine österreichische Bank bucht die Steuer vom Verrechnungskonto ab. Der versteuerte Betrag erhöht Ihre Anschaffungskosten, beim Verkauf zahlen Sie also nicht doppelt. Ein Fonds ohne Meldung wird nach § 186 Abs. 2 Z 3 InvFG pauschal geschätzt.
Welche E1kv-Kennzahl nehme ich für Gewinne bei einem ausländischen Broker?
Realisierte Gewinne aus Aktien, Anleihen und Fondsanteilen ohne österreichische KESt gehören in Kennzahl 994, Verluste in Kennzahl 892. Fondsausschüttungen ohne KESt gehören in 898, ausschüttungsgleiche Erträge thesaurierender Fonds in 937. Krypto läuft über 172, 174 und 176. Anrechenbare ausländische Quellensteuer kommt in den Block für ausländische Steuer. Die BMF-Erläuterungen zur E1kv 2025 listen diese Nummern auf. Prüfen Sie vor der Abgabe das Formular für Ihr Steuerjahr.
Kann ein Verlust bei Trade Republic einen Gewinn bei meiner österreichischen Bank ausgleichen?
Nur über eine E1kv für dasselbe Kalenderjahr. Jede österreichische Bank gleicht Verluste innerhalb ihres eigenen Depots automatisch aus, zwei Depots wissen aber nichts voneinander. Sie tragen die realisierten Gewinne und Verluste beider Depots in Punkt 1.3 der E1kv ein, dazu die bereits einbehaltene KESt in Kennzahl 899, und das Finanzamt erstattet die Differenz. Nicht genutzte Verluste verfallen am 31. Dezember nach § 27 Abs. 8 EStG.
Gibt es in Österreich einen Freibetrag für Kapitalerträge?
Einen Freibetrag wie den deutschen Sparerpauschbetrag gibt es nicht. Die einzige Schwelle ist eine Freigrenze von €22 für Kapitalerträge, die Sie selbst erklären müssen: Liegen sie zusammen bei höchstens €22 im Jahr, tragen Sie sie nicht ein. Über €22 ist der ganze Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Überschuss. Erträge, die eine österreichische Bank bereits versteuert hat, sind endbesteuert und brauchen gar keinen Eintrag.
Prüft das Finanzamt automatisch, ob die Regelbesteuerungsoption günstiger ist?
Laut den BMF-Erläuterungen zur E1kv 2025 nicht: Es gibt keinen automatischen Günstigkeitsvergleich. Sie müssen die Option selbst in Punkt 8.1 der E1 ankreuzen, und sie gilt dann für alle Kapitalerträge mit Sondersteuersatz. Prüfen Sie das Ergebnis vorher mit dem BMF-Rechner. Ab rund €22.000 Gesamteinkommen kostet die Option meist mehr, als sie bringt.
Wie viel Steuer zahle ich auf eine US-Dividende von €1.000?
Insgesamt €275, wenn Sie bei Ihrem Broker ein W-8BEN abgegeben haben: Die USA behalten 15%, also €150, Österreich nimmt die restlichen 12,5%, also €125. Ohne das Formular behalten die USA 30%, Sie zahlen dort €300 plus €125 in Österreich, zusammen €425. Österreich rechnet nie mehr als 15 Prozentpunkte ausländischer Steuer an, die zusätzlichen €150 holen Sie nur beim IRS zurück.
Muss ich Zinsen von einem ausländischen Sparkonto erklären?
Ja. Zinsen aus einer Einlage bei einer ausländischen Bank, auch bei Raisin-Partnerbanken und auf das Guthaben bei Trade Republic, tragen keine österreichische KESt und gehören mit 25% in die E1kv. Die Frist ist der 30. Juni des Folgejahres über FinanzOnline. Wertpapierverluste können diese Zinsen nicht ausgleichen, weil § 27 Abs. 8 Z 1 EStG den 25%-Topf von Gewinnen aus Aktien und Fonds trennt.
Quellen: RIS (EStG §§ 27, 27a, 27b, 93, 97; InvFG 2011 § 186; BGBl. I Nr. 43/2026); BMF-Erläuterungen zur E1kv 2025 und Meldeanlage zu BGBl. II Nr. 213/2024; BMF-Informationen zu Doppelbesteuerungsabkommen und KESt; OeKB; Steuerseiten der Anbieter (Trade Republic, Bitpanda). Geprüft im Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Steuerberatung.
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Einkommensteuer
Tarifstufen, Absetzbeträge und die Arbeitnehmerveranlagung.
Broker in Österreich
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Kryptobörsen
Österreichische und ausländische Plattformen, Gebühren und Steuer.
Wegzug aus Österreich
Wegzugsteuer auf Ihr Depot, letzte Erklärung und Pension.