Gerade erst nach Österreich gezogen?Für Neuankömmlinge (2026)
Wohnen in Österreich für Einwohner (2026)

Aktualisiert: 12. Oktober 2026| 3 weitere Personen fanden das hilfreich
In der Mietwohnung bleiben
Prüfen Sie jedes Jahr drei Dinge. Am 1. April darf eine Wertsicherungsklausel die Miete einmal anheben, 2026 bei preisgeschützten Wohnungen um höchstens 1 % nach dem Mieten-Wertsicherungsgesetz. Die Betriebskostenabrechnung ist bis 30. Juni fällig. Eine seit 2026 verlängerte Befristung muss beim Unternehmer-Vermieter 5 Jahre laufen. Eine Altbaumiete über dem Richtwert prüft die Schlichtungsstelle gebührenfrei.
Kaufen statt mieten
Unser Modell einer Wohnung um €450.000 mit €350.000 Kredit zu 3,941 % fix zeigt: Gegenüber einer Miete von €1.572 im Monat liegt der Kauf ab Jahr 8 vorne, wenn die Preise um 2 % pro Jahr steigen, bei stagnierenden Preisen ab Jahr 18. Die Nebenkosten von €51.110 sind am ersten Tag verloren. Unter €1.000 Miete holt der Kauf bei stagnierenden Preisen binnen 30 Jahren nie auf.
Wann sollten Sie Ihren Mietvertrag prüfen oder nachverhandeln?
| Wann | Was passiert | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| 1. April, jedes Jahr | Einziger Termin, an dem eine Wertsicherungsklausel eine MRG-Miete anheben darf (MieWeG); auch Richtwerte und Kategoriebeträge ändern sich | Schreiben mit dem Deckel vergleichen: 1 % 2026, 2 % 2027 bei preisgeschützten Wohnungen |
| 30. Juni, jedes Jahr | Frist für die Betriebskostenabrechnung des Vorjahres (§ 21 MRG) | Belege verlangen; Reparaturen und Sammelposten beanstanden |
| 3 bis 6 Monate vor Ende der Befristung | Der Vermieter muss nicht verlängern; handelt niemand, erneuert sich der Vertrag einmal | Schriftliche Verlängerung verhandeln oder Erneuerung laufen lassen |
| Binnen 3 Jahren ab Abschluss | Frist zur Anfechtung des Mietzinses beim unbefristeten Vertrag (§ 16 Abs 8 MRG) | Richtwert-Check machen, bevor die Frist endet |
| Bis 6 Monate nach Ende der Befristung | So lange läuft die Prüffrist bei befristeten Verträgen mindestens | Den Befristungsabschlag von 25 % vor dem Auszug prüfen |
| Sobald ein Kauf leistbar ist | Nebenkosten von rund 11 % sind mit der Unterschrift verloren | Die Break-even-Rechnung unten mit Ihrer echten Miete durchgehen |
Prüfen Sie Ihren Mietvertrag an drei fixen Terminen im Jahr, nicht erst, wenn ein Brief kommt. Die Miete darf sich nach dem Mieten-Wertsicherungsgesetz, in Kraft seit 1. Jänner 2026, nur am 1. April ändern. Die Betriebskostenabrechnung ist bis 30. Juni fällig. Eine Befristung braucht 3 bis 6 Monate vor Ablauf Aufmerksamkeit. Wer an diesen Terminen nichts tut, verliert Geld oder ein Recht.
Den stärksten Hebel hat die Frist, die noch läuft. Beim unbefristeten Vertrag können Sie den vereinbarten Mietzins nur 3 Jahre ab Abschluss anfechten. Wer im zweiten Jahr ist, sollte also jetzt prüfen. Befristete Mieter haben länger: Die Frist endet frühestens 6 Monate nach Ende des Mietverhältnisses oder nach seiner Umwandlung in ein unbefristetes. Nachverhandeln heißt in Österreich selten, auf Kulanz zu hoffen. Meist geht es um Regeln, an die sich der Vermieter halten muss.
Wie funktioniert die Verlängerung befristeter Mietverträge nach der MRG-Änderung 2026?
| Weg | Gewinnt, wenn | Laufzeit |
|---|---|---|
| Schriftliche Verlängerung | Sie wollen Sicherheit und der Vermieter bietet eine Verlängerung an | Mindestens 5 Jahre (Unternehmer) oder 3 Jahre (privat), beliebig oft |
| Stillschweigende Erneuerung | Der Vermieter reagiert bei Ablauf nicht und bringt keine Räumungsklage ein | Erneuert sich einmal um 5 oder 3 Jahre, dann unbefristet |
| Unbefristeten Vertrag verlangen | Sie wollen lange bleiben und die Miete ist preisgeschützt | Unbefristet; Kündigung durch den Vermieter nur gerichtlich (§ 30 MRG) |
Seit 1. Jänner 2026 muss jede Befristung einer Wohnung im MRG mindestens 5 Jahre betragen, wenn der Vermieter Unternehmer im Sinne des KSchG ist, und 3 Jahre bei privaten Vermietern (§ 29 Abs 1 Z 3 MRG, BGBl. I Nr. 114/2025). Dieselbe Untergrenze gilt für jede schriftliche Verlängerung. Ist sie kürzer, verkürzt das nichts: Der Vertrag gilt dann als unbefristet.
Für Einwohner zählt vor allem die Übergangsregel. Nach § 49k Abs 4 MRG gelten die neuen Mindestfristen für Verträge, die nach dem 31. Dezember 2025 geschlossen oder erneuert werden, vertraglich oder gesetzlich. Ein 2023 mit einer Immobiliengesellschaft geschlossener 3-Jahres-Vertrag behält seinen Endtermin. Die nächste Verlängerung muss aber mindestens 5 Jahre laufen, und auch eine stillschweigende Erneuerung dauert 5 Jahre.
Ihr Kündigungsrecht bleibt dabei bestehen. Nach 1 Jahr der ursprünglichen oder verlängerten Dauer können Sie mit 3 Monaten Frist zum Monatsletzten schriftlich kündigen (§ 29 Abs 2 MRG). Auf dieses Recht kann man nicht verzichten. Eine längere Mindestbefristung schützt den Mieter also, ohne ihn zu binden. Eine 5-Jahres-Verlängerung ist für Sie daher kaum schlechter als eine über 3 Jahre.
Der Vermieter muss nie verlängern, wie die AK Wien betont. Will er, dass Sie ausziehen, muss er handeln: Nach einer stillschweigenden Erneuerung wird der Vertrag am Ende der zweiten Laufzeit unbefristet. Eine mündliche Zusage bindet niemanden, halten Sie jede Verlängerung daher schriftlich fest.
Ist Ihre Miete zulässig? Wie prüfen Sie Richtwert und Kategoriemietzins?
| Bundesland | Ab 1. April 2026 | April 2023 bis März 2026 |
|---|---|---|
| Wien | €6,74 | €6,67 |
| Niederösterreich | €6,92 | €6,85 |
| Oberösterreich | €7,30 | €7,23 |
| Steiermark | €9,30 | €9,21 |
| Salzburg | €9,31 | €9,22 |
| Tirol | €8,22 | €8,14 |
| Vorarlberg | €10,35 | €10,25 |
| Kärnten | €7,89 | €7,81 |
| Burgenland | €6,15 | €6,09 |
Quelle: Verlautbarung der Statistik Austria nach § 5 Abs 2 RichtWG, April 2026. Netto-Hauptmietzins vor Zu- und Abschlägen, Betriebskosten und USt.
| Kategorie (§ 15a MRG) | Ab 1. April 2026 | Juli 2023 bis März 2026 |
|---|---|---|
| A (Bad, WC, Zentralheizung) | €4,51 | €4,47 |
| B (Bad und WC in der Wohnung) | €3,38 | €3,35 |
| C (WC und Wasser in der Wohnung) | €2,25 | €2,23 |
| D (kein WC oder Wasser in der Wohnung) | €1,13 | €1,12 |
Wohnen Sie in einer Wohnung im Vollanwendungsbereich, meist Altbau vor 1945, ist Ihr Hauptmietzins durch den Richtwert begrenzt. In Wien sind das ab 1. April 2026 €6,74 pro m², plus gesetzlich vorgesehene Zuschläge für Lage und Ausstattung. Bei einer Befristung muss er 25 % niedriger sein (§ 16 Abs 7 MRG). Deutlich höhere Mieten prüft die Schlichtungsstelle gebührenfrei.
Ob sich die Prüfung lohnt, entscheidet die Frist. Nach § 16 Abs 8 MRG müssen Sie einen überhöhten Mietzins binnen 3 Jahren ab Abschluss eines unbefristeten Vertrags geltend machen. Bei einer Befristung endet die Frist frühestens 6 Monate nach Ende des Mietverhältnisses oder nach der Umwandlung in ein unbefristetes, die Rückforderung verjährt dann nach 10 Jahren. Ein befristeter Altbaumieter in Wien kann eine Überzahlung also auch Jahre später zurückholen.
Das Verfahren beginnt bei der Gemeinde, wo es eine Schlichtungsstelle gibt. § 39 MRG macht sie in den kundgemachten Städten zur ersten Anlaufstelle; der Rechnungshof zählte im Mai 2021 10 solche Stellen, darunter Wien (MA 50), Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Anderswo geht der Antrag direkt ans Bezirksgericht. Entscheidet die Schlichtungsstelle nicht binnen 3 Monaten, kann jede Partei zu Gericht gehen. Gegen ihre Entscheidung bleiben 4 Wochen (§ 40 MRG).
Zwei Fakten zeigen, ob der Richtwert überhaupt gilt. Das Haus muss im Vollanwendungsbereich des MRG liegen, und der Vertrag muss nach dem 28. Februar 1994 geschlossen worden sein; ältere Verträge folgen den Kategoriebeträgen oben. Neubauten und die meisten Wohnungen in Häusern mit ein oder zwei Einheiten sind nicht preisgeschützt, dort bringt ein Richtwert-Check nichts. Arbeiterkammer und Mietervereinigung prüfen die Miete vor dem Antrag.
Wie prüfen Sie die jährliche Betriebskostenabrechnung?
| Prüfpunkt | Regel |
|---|---|
| Frist | Bis 30. Juni des Folgejahres (§ 21 Abs 3 MRG) |
| Belege | Sie dürfen in die Belege Einsicht nehmen; Kopien gehen auf Ihre Kosten |
| Guthaben | Rückzahlung zum zweiten Zinstermin nach der Abrechnung |
| Späte Nachforderung | Kosten, die vor mehr als 1 Jahr fällig wurden, sind nicht mehr verrechenbar (§ 21 Abs 4 MRG) |
| Umlagefähig | Wasser und Kanal, Müll, Hausversicherung, Lift, Reinigung, Beleuchtung, Rauchfangkehrer, Verwaltung im Rahmen des Deckels |
| Nicht umlagefähig | Reparaturen und Erhaltung, Sanierung, Leerstandsanteile, Rechtskosten des Vermieters, Sammelposten ohne Belege |
| Vergleichswert | €2,60 pro m² im Monat plus 10 % USt, der österreichische Schnitt (Statistik Austria, 1. Quartal 2026) |
Der Vermieter muss die Betriebskostenabrechnung des Vorjahres bis 30. Juni legen (§ 21 Abs 3 MRG). Vergleichen Sie sie mit dem Schnitt der Statistik Austria von €2,60 pro m² im Monat: Für 70 m² wären das rund €182 vor USt. Verlangen Sie dann Einsicht in die Belege, darauf haben Sie Anspruch. Reparaturen, Sanierung und Sammelposten sind die häufigsten Fehler und dürfen nicht verrechnet werden.
Fehlende Abrechnungen sind häufig. In einer Umfrage der Mietervereinigung aus 2026 hatte jede vierte befragte Person gar keine Abrechnung erhalten. Fordern Sie sie zuerst schriftlich an; kommt nichts, kann die Schlichtungsstelle oder das Bezirksgericht den Vermieter zur Legung verpflichten. Ein Guthaben ist zum zweiten Zinstermin nach der Abrechnung fällig, eine Nachzahlung ebenso.
Die Frist wirkt in beide Richtungen. Findet der Vermieter alte Rechnungen, kann er Kosten, die vor mehr als 1 Jahr fällig wurden, nicht mehr verlangen. Die Arbeiterkammer prüft Abrechnungen für ihre Mitglieder kostenlos, die Mietervereinigung für ihre Mitglieder.
Wie stark darf Ihre Miete steigen, 2026 und 2027?
| Vertragsart | Deckel 1. April 2026 | Neue Miete | Deckel 1. April 2027 |
|---|---|---|---|
| Preisgeschützt (Richtwert, Kategorie, Altbau) | 1 % | €1.212,00 | 2 % |
| Freie Miete im MRG (z. B. Neubau) | 3 % plus die Hälfte darüber: 3,3 % | €1.239,60 | Dieselbe Regel auf den VPI 2026 |
| Vor 2026: voller VPI | 3,6 % | €1.243,20 | Nicht mehr zulässig |
| Genossenschaft (WGG), Einfamilienhaus | Außerhalb des MieWeG | Laut Vertrag oder WGG-Kostenmiete | Außerhalb des MieWeG |
Methode: unsere Rechnung. Die durchschnittliche Inflation 2025 lag bei 3,6 % (VPI 2020, Statistik Austria, Jänner 2026). Die Regel 3 % plus die Hälfte ergibt 3 % + (0,6 ÷ 2) = 3,3 %. Die erste Anpassung nach einem Vertrag mitten im Jahr erfolgt anteilig nach vollen Monaten.
Seit 1. Jänner 2026 darf eine Wertsicherungsklausel in einem Wohnungsmietvertrag im MRG die Miete nur einmal im Jahr anheben, am 1. April, nach dem Mieten-Wertsicherungsgesetz (MieWeG, Teil des 5. MILG). Inflation über 3 % zählt nur zur Hälfte. Bei preisgeschützten Wohnungen zählte die Inflation 2025 höchstens mit 1 %, jene 2026 zählt höchstens mit 2 %. Die Regeln gelten auch für Verträge aus der Zeit vor 2026.
Die Richtwerte folgen derselben Bremse. Sie waren von April 2023 bis März 2026 eingefroren, stiegen am 1. April 2026 um 1 % (Wien: von €6,67 auf €6,74) und dürfen am 1. April 2027 um höchstens 2 % steigen. Ab 1. April 2028 gilt auch für sie die Halbierung über 3 %, laut § 5 Abs 2 RichtWG in der Fassung BGBl. I Nr. 114/2025.
Dasselbe Gesetz begrenzt alte Streitfälle. Enthält Ihr Vertrag aus der Zeit vor 2026 eine unwirksame Wertsicherungsklausel, können Sie überzahlte Erhöhungen nur für die letzten 5 Jahre zurückfordern (§ 4 Abs 3 MieWeG). Der Anspruch verjährt 3 Jahre ab Kenntnis des Mangels. Vor 2026 eingeklagte Ansprüche und nach der EU-Klauselrichtlinie missbräuchliche Klauseln sind nicht gedeckelt. Lassen Sie eine verdächtige Klausel jetzt prüfen, nicht erst beim Auszug.
Lohnt sich der Wechsel von der Privatmiete in eine Genossenschaft?
| Genossenschaft gewinnt, wenn… | Sie 5+ Jahre bleiben wollen; Sie einen Finanzierungsbeitrag aufbringen können (oder das Wiener Eigenmittelersatzdarlehen zu 1 % bekommen); Sie die Wohnung später kaufen wollen (§ 15c WGG) |
|---|---|
| Privatmiete gewinnt, wenn… | Sie diesen Monat eine Wohnung brauchen, nicht nach einer Warteliste; Ihr Einkommen über den Fördergrenzen liegt; Ihnen das Geld für den Beitrag fehlt; Sie Österreich in wenigen Jahren verlassen könnten |
Eine Genossenschaft (gemeinnützige Bauvereinigung nach dem WGG) passt zu Einwohnern, die bleiben wollen. Die Miete richtet sich nach den Kosten, nicht nach dem Markt, dafür zahlen Sie vorab einen Grund- und Baukostenbeitrag. Er kommt binnen 8 Wochen nach Räumung zurück, abzüglich 1 % pro Jahr (§ 17 Abs 3 und 4 WGG). Der Haken ist die Zeit: Die meisten Bauvereinigungen führen Wartelisten.
Die Abschreibung beginnt mit der Benützungsbewilligung des Hauses, nicht mit Ihrem Einzug. Ein Beitrag von €20.000 kommt bei einem Haus, das beim Auszug 10 Jahre alt ist, mit rund €18.000 zurück. Die Bauvereinigung darf vorher berechtigte Forderungen aus dem Mietverhältnis abziehen. Genossenschaftsverträge fallen außerdem nicht unter das MieWeG, weil das WGG eigene Regeln zur Kostenmiete hat.
Die Kaufoption ist der langfristige Gewinn. § 15c WGG gibt Mietern geförderter Wohnungen über 40 m² einen Anspruch auf Übertragung ins Eigentum, wenn sie nach dem 30. Juni 2000 einen Einmalbetrag über €50 pro m² (wertgesichert) bezahlt haben. Nach § 15e WGG stellen Sie den Antrag nach 5 und bis zu 20 Jahren, einmal je Fünfjahresfenster. Die Bauvereinigung muss binnen 3 Monaten ein Fixpreisangebot legen.
In Wien kann das Eigenmittelersatzdarlehen der Stadt den Beitrag für eine geförderte Wohnung zu fix 1 % übernehmen, wie unser Ratgeber zur Wohnungssuche erklärt. Der Antrag muss binnen 3 Monaten nach Vertragsabschluss gestellt werden. Anders als beim Gemeindebau, der für das Wohn-Ticket 2 Jahre Hauptwohnsitz verlangt, steht eine Genossenschaftswohnung auch Einwohnern mit gültigem Aufenthaltstitel offen.
Was Einwohner berichten
- + Genossenschaft statt Privatmarkt: Ein Wiener Paar, das zwei Jahre in einer Genossenschaftswohnung lebte, beschreibt sie als pro Quadratmeter größer, mit einem Zimmer mehr und moderner als die vorherige private Mietwohnung. (r/wien, 2024)
Sinngemäß wiedergegeben aus öffentlichen Beiträgen, jeweils datiert und verlinkt. Eine kleine Auswahl, keine repräsentative Umfrage.
Kaufen statt mieten? Unsere Break-even-Rechnung
| Preisanstieg | Miete €1.000 | Miete €1.300 | Miete €1.572 | Miete €1.900 |
|---|---|---|---|---|
| 0 % pro Jahr | Nicht binnen 30 | Jahr 29 | Jahr 18 | Jahr 11 |
| 1 % pro Jahr | Nicht binnen 30 | Jahr 18 | Jahr 12 | Jahr 8 |
| 2 % pro Jahr | Jahr 17 | Jahr 11 | Jahr 8 | Jahr 6 |
| 3 % pro Jahr | Jahr 10 | Jahr 7 | Jahr 6 | Jahr 4 |
| Wohnung | 70 m² um €450.000, eine Annahme, kein Marktpreis |
|---|---|
| Geld am ersten Tag | €100.000 Eigenmittel + €51.110 Nebenkosten (3,5 % Grunderwerbsteuer, 1,1 % Grundbuch, 1,2 % Pfandrecht, rund 2 % Notar, 3 % + USt Makler, Eingabegebühren) aus unserem Immobilien-Ratgeber |
| Kredit | €350.000 über 20 Jahre zu 3,941 % fix (Infina Kredit Index, 1. Juli 2026, laut unserem Wohnkredit-Ratgeber): €2.110,07 im Monat |
| Laufende Eigentümerkosten | Betriebskosten €2,60/m² + 10 % USt (Statistik Austria) und gesetzliche Mindestrücklage €1,13/m² (§ 31 WEG, WKO, 1. Jänner 2026): €279,30 im Monat |
| Miete | Brutto inklusive Betriebskosten. €1.572 sind 70 m² zum Wiener Angebotsmedian von €22,45/m² (ImmoScout24, Jänner bis April 2026) |
| Steigerung | Miete und laufende Kosten +2 % pro Jahr |
| Ersparnis des Mieters | Die €151.110 und jede monatliche Differenz bringen 2,25 % netto (3,00 % Festgeld nach 25 % KESt, laut unserem Sparkonto-Ratgeber) |
| Verkauf | Makler Verkäuferseite 3 % + USt; keine ImmoESt dank Hauptwohnsitzbefreiung (§ 30 Abs 2 Z 1 EStG) |
Methode: unser eigenes Monatsmodell, Oktober 2026. Vermögen des Käufers = Wohnungswert minus Verkaufskosten minus Restschuld. Vermögen des Mieters = das Startkapital des Käufers, veranlagt, plus oder minus der monatlichen Differenz zwischen Eigentümerausgaben (Kreditrate + laufende Kosten) und Miete. Break-even ist das erste Jahresende, an dem der Käufer das höhere Vermögen hat. Ohne Möblierung, Sonderumlagen für große Sanierungen und Steuern auf die Zinsen des Mieters über die KESt hinaus.
Wer für 70 m² den Wiener Angebotsmedian von €1.572 zahlt, für den rechnet sich der Kauf einer Wohnung um €450.000 mit €151.110 Eigenkapital in Jahr 8, wenn die Preise um 2 % pro Jahr steigen. Bei stagnierenden Preisen dauert es 18 Jahre. Im ersten Jahr zahlt der Eigentümer €2.389 im Monat gegenüber €1.572 Miete. Der Kauf gewinnt also nur über Tilgung und Wertsteigerung.
Die Miete, die Sie tatsächlich zahlen, verändert das Ergebnis am stärksten. Wer einen älteren Vertrag um €1.000 im Monat hat, holt bei stagnierenden Preisen oder 1 % Anstieg binnen 30 Jahren nie auf und braucht selbst bei 2 % 17 Jahre. Deshalb profitieren langjährige Altbaumieter in Österreich selten vom Kauf. Bei einer Neubaumiete von €1.900 liegt der Break-even außer bei stagnierenden Preisen bei 6 bis 11 Jahren.
Der Zinssatz verschiebt den Break-even um etwa zwei Jahre in jede Richtung. Bei €1.572 Miete und 2 % Preisanstieg rückt er mit einem Zins 1 Prozentpunkt höher (4,941 %) auf Jahr 10, mit 1 Punkt weniger auf Jahr 6. Verdient der Mieter 3,25 % netto statt 2,25 %, verschiebt er sich auf Jahr 9. Steigen die Mieten um 3 % statt 2 % pro Jahr, rückt er auf Jahr 7 vor.
Hinter den Annahmen stehen zwei Regeln. Banken folgen den Vergabestandards der FMA mit 90 % Beleihung und 40 % des Nettoeinkommens, und die 10 bis 12 % Nebenkosten sind nicht finanzierbar, das Eigenkapital ist also eine Untergrenze. Außerdem gilt die Befreiung von Grundbuch- und Pfandrechtsgebühr nicht mehr für Anträge ab 1. Juli 2026. Das macht dieses Beispiel um €9.150 teurer als einen Kauf 2025.
Welches Gesetz schützt Mieter und worauf haben Sie Anspruch?
Das Mietrechtsgesetz regelt Mietzins, Befristung und Betriebskosten, das MieWeG seit 1. Jänner 2026 die Wertsicherung. Einen Marktregulator für Mieten gibt es nicht: Streitfälle gehen an die Schlichtungsstelle oder das Bezirksgericht, die Arbeiterkammer berät Mieter kostenlos. Der Block unten nennt Gesetz, amtliche Information, ein neutrales Werkzeug und ein datiertes Recht.
| Die Rechtsgrundlagen zu dieser Seite | MRG § 16 |
|---|---|
| Gesetz | Mietrechtsgesetz (MRG), § 16: zulässiger Hauptmietzins |
| Aufsicht | Kein Marktregulator für Mieten. Amtliche Information über oesterreich.gv.at |
| Gratis-Tool | AK Mietzinsrechner und Richtwert-Check |
| Ihr Recht | Nach dem Bestellerprinzip zahlt die Maklerprovision, wer den Makler beauftragt hat, gedeckelt mit 1 Bruttomonatsmiete bei einer Befristung bis 3 Jahre, sonst mit 2 Bruttomonatsmieten, jeweils plus USt (§ 20 ImmMV). Wer auf ein Inserat antwortet, schuldet dem Makler nichts (§ 17a MaklerG). |
| Gilt seit | 1. Juli 2023 (§ 17a MaklerG, BGBl. I Nr. 24/2023) |
| Nicht abschließend geprüft | Der übliche Kautionsdeckel von 3 Bruttomonatsmieten folgt der Rechtsprechung und der Marktpraxis, es gibt keinen gesetzlichen Höchstbetrag. |
Häufig gestellte Fragen
Gilt die 5-Jahres-Mindestbefristung, wenn mein alter 3-Jahres-Vertrag verlängert wird?
Ja, wenn die Verlängerung nach dem 31. Dezember 2025 erfolgt. § 49k Abs 4 MRG wendet den neuen § 29 auf Mietverträge an, die ab 1. Jänner 2026 geschlossen oder vertraglich oder gesetzlich erneuert werden. Ein Unternehmer-Vermieter muss daher um mindestens 5 Jahre verlängern, ein privater Vermieter um mindestens 3. Eine kürzere schriftliche Verlängerung macht den Vertrag unbefristet. Vor 2026 vereinbarte Befristungen laufen bis zu ihrem Endtermin.
Darf der Vermieter die Miete mehr als einmal im Jahr erhöhen?
Bei einer Wohnung im MRG mit Wertsicherungsklausel nicht. Seit 1. Jänner 2026 erlaubt das Mieten-Wertsicherungsgesetz eine Indexierung nur am 1. April jedes Jahres, auf Basis des durchschnittlichen VPI des Vorjahres. Bei preisgeschützten Wohnungen war die Erhöhung am 1. April 2026 mit 1 % gedeckelt, am 1. April 2027 sind es 2 %. Die Regel gilt auch für Verträge aus der Zeit vor 2026.
Was tun, wenn die Betriebskostenabrechnung bis 30. Juni nicht da ist?
Dann ist der Vermieter säumig. § 21 Abs 3 MRG verlangt die Abrechnung für jedes Kalenderjahr bis 30. Juni des Folgejahres. Fordern Sie sie zuerst schriftlich an. Kommt nichts, können Sie bei der Schlichtungsstelle oder beim Bezirksgericht beantragen, dass der Vermieter zur Legung verpflichtet wird. Ein Guthaben ist zum zweiten Zinstermin nach der Abrechnung fällig.
Wie lange kann ich eine überhöhte Miete anfechten?
Bei einem unbefristeten Vertrag drei Jahre ab Abschluss, nach § 16 Abs 8 MRG. Bei einem befristeten Vertrag läuft die Frist mindestens bis sechs Monate nach Ende des Mietverhältnisses oder nach seiner Umwandlung in ein unbefristetes, daher können die meisten befristeten Mieter noch handeln. Die Überprüfung ist bei der Schlichtungsstelle in den Städten, die eine haben, gebührenfrei.
Kann ich Erhöhungen aus einer unwirksamen Wertsicherungsklausel zurückfordern?
Ja, seit 2026 aber nur für die Zahlungen der letzten 5 Jahre. § 4 Abs 3 MieWeG begrenzt Rückforderungen aus unwirksamen Wertsicherungsklauseln in Wohnungsmietverträgen, die vor dem 1. Jänner 2026 geschlossen wurden, auf diesen Zeitraum. Der Anspruch verjährt 3 Jahre ab Kenntnis der Unwirksamkeit. Ausgenommen sind Ansprüche, die vor 2026 bei Gericht eingebracht wurden, und Klauseln, die nach EU-Verbraucherrecht missbräuchlich sind.
Gibt mir eine Genossenschaftswohnung ein Recht auf Kauf?
Manchmal. § 15c WGG gibt Mietern geförderter Genossenschaftswohnungen über 40 m² einen Anspruch auf Übertragung ins Eigentum, wenn sie nach dem 30. Juni 2000 einen Einmalbetrag über €50 pro m² (wertgesichert) bezahlt haben. Nach § 15e WGG können Sie nach 5 und bis zu 20 Jahren Mietdauer einen Antrag stellen, einmal in jedem Fünfjahresfenster. Die Bauvereinigung muss dann binnen 3 Monaten ein Fixpreisangebot legen.
Zahle ich Immobilienertragsteuer, wenn ich meine eigene Wohnung verkaufe?
Nicht, wenn die Hauptwohnsitzbefreiung greift. Nach § 30 Abs 2 Z 1 EStG ist der Verkauf steuerfrei, wenn die Wohnung seit dem Erwerb mindestens 2 Jahre durchgehend Ihr Hauptwohnsitz war oder innerhalb der letzten 10 Jahre mindestens 5 Jahre durchgehend, und Sie den Hauptwohnsitz aufgeben. Sonst unterliegt der Verkauf dem besonderen ImmoESt-Satz.
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